
Die Identifikation der (Saarlouiser) Bürger mit „ihrem“ Europa ist eine der Zielsetzungen der Europastadt Saarlouis – denn Europa wird zwar in Brüssel oder Straßburg beschlossen und verordnet, aber in den Kommunen gelebt.
„Europa“ ist für die Saarlouiser heute schon immanenter Bestandteil des städtischen Lebens: In den Kindertagesstätten wird frühsprachliche Förderung (Französisch, Italienisch, Englisch) angeboten. Die Gymnasien pflegen Kontakte nach ganz Europa und nehmen an europäischen Austauschprogrammen teil. In den Saarlouiser Betrieben arbeiten über 3.000 ausländische Arbeitnehmer bzw. Grenzgänger und ebenso viele ausländische Bürgerinnen und Bürger haben in Saarlouis eine Heimat gefunden.
Die Beziehungen der Stadt in den gesamteuropäischen Raum sind auf der Ebene der Firmen, Institutionen, Vereine und der Verwaltung vielfältig. Unternehmen wie Ford, DSD, Trumpf-Ludwig-Schokolade und Meguin/Liqui-Moly sind international ausgerichtet. Herausragende kulturelle Veranstaltungen auf europäischem Niveau (Europäische Orgelakademie, Kunstausstellungen im Museum Haus Ludwig etc.) sind aus dem Veranstaltungskalender nicht wegzudenken.
Einen besonderen Stellenwert in den europäisch orientierten Aktivitäten der Stadt nehmen die langjährigen Städtepartnerschaften zur französischen Hafenstadt Saint-Nazaire und zu Eisenhüttenstadt (erste deutsch-deutsche Partnerschaft) ein, die sich zwischenzeitlich inhaltlich gewandelt haben, in ihrer Intensität und Lebendigkeit jedoch unverändert geblieben sind. Die „Saarlouiser Partnerschaftsgespräche“, bei denen nicht nur die Partnerstädte von Saarlouis, sondern auch die „Partner der Partner“ aus Polen und England in einem zweitägigen Seminar aktuelle kommunalpolitische Themen von gemeinsamem Interesse diskutieren, erleben in diesem Jahr ihre 16. Auflage.
All diese Beispiele zeigen, dass Saarlouis eigentlich schon lange „Europastadt“ ist. Die tiefer gehende Auseinandersetzung mit dem europäischen Gedanken sowie der Einsatz für ein Europa, in dem die Regionen und Städte eine zentrale Rolle spielen müssen, bleibt jedoch eine der wichtigsten Aufgaben der jungen Europastadt.
Dazu gehören insbesondere die Schärfung des europäischen Profils, verstärkte grenzüberschreitende Kontakte zu den Kommunen in der unmittelbaren Nachbarschaft (Saar-Lor-Lux) und nicht zuletzt ein Angebot von transparenten Informationen zur EU(-Politik), um eine aktive Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger am europäischen Einigungsprozess zu fördern.
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