Soziales  /  Frauen  /  Mitteilungen

Aufruf des Deutschen Frauenrates #mehrfrauenindieparlamente zum Unterzeichnen:

Um noch mehr Parität zu erreichen, kann um Unterstützung für den Aufruf #mehrfrauenindieparlamente des Deutschen Frauenrats geworben werden. Hier können nun alle unterzeichnen, die eine paritätische Verteilung von politischer Macht und Verantwortung wollen.

 

» zum Aufruf

Frauennetzwerk Programm 2019

Das neue Programm des Frauennetzwerkes für 2019 »hier

Breites Bündnis fordert die Aufhebung von § 219a StGB

In einem offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und SPD fordern das Zukunftsforum Familie (ZFF) und der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gemeinsam mit einem breiten Bündnis von 26 Verbänden und Organisationen den §219a StGB aufzuheben. Die unterzeichnenden Organisationen fordern die umfassende Informationsfreiheit über Schwangerschaftsabbrüche und Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte.

 

»Erfahren Sie mehr

Saarlouis auf dem Weg zur „Stillfreundlichen Stadt“

Vertreterinnen des Frauenbeirates und der beteiligten Institutionen freuen sich mit der Frauenbeauftragten Sigrid Gehl (unten rechts) über die Umsetzung des Projektes. Foto: Petra Molitor

Zum Stillen willkommen – heißt es seit Kurzem im Rathaus Saarlouis. Die städtische Frauenbeauftragte Sigrid Gehl hat gemeinsam mit dem Frauenbeirat eine gemütliche Stillecke im Wartebereich des Bürgeramtes eingerichtet. Hier können junge Mütter ihrem Nachwuchs in geschützter Atmosphäre ermöglichen, was er so dringend braucht: Maßgeschneiderte Ernährung, körperliche Nähe und Zuwendung. Weitere Unternehmen und Institutionen beteiligen sich an der Aktion.


„Babys sind heutzutage immer und überall dabei, beim Shoppen oder bei Besuchen in Cafés und Restaurants. Dabei haben wir beobachtet, dass viele Mütter sich mit ihren Kindern zum Stillen auf öffentliche Toiletten begeben mussten. Unserer Ansicht nach war das ein unhaltbarer Zustand. Hier musste Abhilfe geschaffen werden“, berichtete Sigrid Gehl.


„Uns ist es wichtig, dass sich die Menschen in Saarlouis wohlfühlen – große und kleine. Daher geht die Stadtverwaltung nun mit gutem Beispiel voran. Angeschlossen haben sich das Kinder-, Jugend- und Familienhaus, die Familienbildungsstätte, Donum Vitae und die Buchhandlung Bock und Seip“, ergänzte die Frauenbeauftragte:
Durch einen blau-weißen Aufkleber zeigen die Kooperationspartner, dass stillende Frauen willkommen sind. Interessierte, die sich anschließen möchten, erreichen die Frauenbeauftragte unter der Telefonnummer: 06831/443-400 oder der E-Mail-Adresse: sigrid.gehl(at)saarlouis.de.

 

 

Adressen:


Rathaus Saarlouis, Großer Markt 1
Familienbildungsstätte, Ludwig-Karl-Balzer-Allee 3
Donum Vitae, Großer Markt 21
Buchhandlung Bock und Seip, Großer Markt 2

Preisverleihung Fotowettbewerb

  • Fotos: Lena Schmidt

Der Landesarbeitskreis „Lobby für Mädchen und junge Frauen im Saarland“, die Mädchenfachstelle Saarland, das Frauennetzwerk Saarlouis und der ZONTA-Club Saarlouis e.V. hatten gemeinsam zu dem saarlandweiten Fotowettbewerb „Junge Frauen haben den Schnäuzer voll“ aufgerufen. Mädchen ab 12 Jahren und junge Frauen bis 35 Jahre sollten in Fotos ihre Meinung zu der derzeitigen Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen von 21 % ausdrücken. Diese Lücke entsteht u.a. durch die schlechtere Entlohnung in den typischen Frauenberufen, die unterbrochenen Erwerbsbiographien, die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen, die Teilzeitarbeit und Mini-Jobs. Selbst bei gleicher Tätigkeit beträgt der Lohnunterschied noch 6 %. Im Kreisständehaus des Landratsamtes Saarlouis fand nun die offizielle Preisverleihung statt. Zu der Veranstaltung waren alle Mädchen und jungen Frauen, die an dem Fotowettbewerb teilgenommen hatten herzlich eingeladen.

 

Der erste Preis in Höhe von 250,00 € ging an die Mädchengruppe vom Margarethenstift, der zweite Preis an die Mädchengruppe von PÄDSAK mit 150,00 € und der dritte Preis an das Team der Kinderkrippe Saarlouis – Steinrausch mit 100,00 €. Alle Preise wurden den Gruppen mit einer wunderschönen und individuellen Laudatio übergeben. Neben einem Scheck haben alle Preisträgerinnen zur Erinnerung ein gerahmtes Foto ihres Beitrags erhalten. Die drei Geldpreise wurden freundlicherweise vom Zonta Club Saarlouis e.V. zur Verfügung gestellt.


Physikerin Dr. Sarah Detzler erzählte im Rahmen der Preisverleihung von ihren Erfahrungen in einem typischen Männerberuf. Sie begeisterte ihre Zuhörerinnen mit ihrer Leidenschaft, die sie für Zahlen hegt, Algorithmen zu entwickeln, zu programmieren u.v.m. In einer sogenannten Männerdomäne beruflich Fuß zu fassen und auch noch Karriere zu machen ist kein leichtes Unterfangen. Sarah Detzler machte mit viel Wortwitz und Begeisterung den jungen Mädchen Mut, sich nicht durch dumme Sprüche oder überholte Rollenklischees von ihrem Weg abbringen zu lassen. Alles in allem ein sehr gelungener Vortrag, der im Nachgang noch für viel Gesprächsstoff sorgte.


Elif Aydemir, eine junge Frau aus dem Homburger Mädchenatelier, hat die Veranstaltung mit ihren eigenen Gedichten im Stil des Poetry Slams bereichert. Die vorgetragenen Zeilen berührten Herz und Verstand und verursachten so manche Gänsehaut.


Eine gelungene Präsentation zeigte alle eingereichten Bilder. Hier war deutlich zu erkennen, wie viele Ideen und Gedanken um den Entgeltunterschied in die Bildkreationen eingeflossen sind. Bei einem kleinen Umtrunk blieb anschließend noch genug Zeit zum Netzwerken und Betrachten aller Bilder.

Ein historischer Schritt – Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht

Der Bundestag ist am 7. Juli 2016 einen historischen Schritt für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung gegangen. Der Grundsatz "Nein heißt Nein" wurde im Sexualstrafrecht festgeschrieben und jede sexuelle Handlung, die gegen den erkennbaren Willen einer Person geschieht unter Strafe gestellt.

 

weiterlesen...

FairPay-Bündnis für Gleichheit auf dem Gehaltszettel

Für Entgeltgleichheit, -transparenz und die Aufwertung sozialer Berufe sammelt ein überfraktionelles FairPay-Bündnis seit 5. Juli mit einer Online-Petition Unterschriften. Initiiert wurde die Aktion vom Kreis der sogenannten Berliner Erklärung, die sich für die paritätische Besetzung von Führungspositionen in der Wirtschaft stark macht.

 

weiterlesen...

„Stopp!“ – Frauen wehren sich erfolgreich

Hochkonzentriert verfolgen die Frauen die Bewegungen des Sihing Richard. Fotos: Anja Hoffmann
Alle teilnehmenden Frauen, sowie die Trainer und Trainerinnen, hatten viel Spaß trotz des ernsten Themas.

Rückblick auf den Kurs des Saarlouiser Frauennetzwerkes an der Dragon-WT-Academy in Dillingen.


„Ich hab ganz viel gelernt!“ – „Ich weiß jetzt, dass ich tatsächlich etwas tun kann!“  - „ Ich fühle mich viel sicherer!“
Dies sind nur einige der vielen positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen des Selbstbehauptungs- und –verteidigungskurses für Frauen, der auf Anregung der drei Frauenbeauftragten im Landkreis Saarlouis stattfand.
Fast 20 engagierte Frauen wollten an zwei Samstagen, in der Dragon-Wing-Tsun-Academy Dillingen von den erfahrenen Kampfkunsttrainern, Sifu Martin (Academy-Leiter) und Sihing Richard mit Team, lernen sich in problematischen Situationen zu behaupten und zu wehren. Dass dies gar nicht so einfach ist, zeigten Beispiele der Fachleute. „Sich Wehren fängt viel früher an, als beim direkten Körperkontakt“, erklärt Sifu Martin den Teilnehmerinnen. Anschauliche Rollenspiele beleuchteten genau die Situationen, welche die Teilnehmerinnen selbst interessieren. Es wurde gezeigt, was geht und vor allem aber auch was nicht geht! Das Ganze in lockerer und wertschätzender Art, so dass alle Teilnehmerinnen mit hohem Engagement dabei waren. Die eintrainierten Abläufe und Übungen waren effektiv und auch leicht zu behalten. Das Beste jedoch: Alle hatten einen Riesenspaß, wie man an den Gesichtern der Frauen sehen konnte. Unser Kurs – Eine bleibende Erinnerung für alle, die dabei waren!“

Kampagne gegen Frauenarmut

Das Frauennetzwerk Saarlouis macht anlässlich des Equal-Pay-Day landkreisweit

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen Frauenbeauftragten im Saarland und das Frauennetzwerk Saarlouis starten Mitte März anlässlich des Equal Pay Days eine landesweite Großflächen-Plakatkampagne, um auf das Thema Armut von Frauen aufmerksam zu machen. Mit den pfiffigen Plakat-Motiven „Arbeit für die Katz“, „Nur kleine Brötchen backen“ und „Reicht nicht mal für‘n Appel und Ei“ sollen Betrachterinnen und Betrachter für das Thema sensibilisiert werden. Außerdem werden in Gaststätten des Landkreises Saarlouis Bierdeckel und Free Cards verteilt und in Toto-Annahmestellen Infospots geschaltet.


Pünktlich zum Equal Pay Day, dem Internationalen Aktionstag für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, in diesem Jahr am 19. März, greifen die Kommunalen Frauenbeauftragten und das Frauennetzwerk Saarlouis auch im Saarland die bundesweite Kampagne gegen Frauenarmut auf. Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen seit Jahresanfang umsonst arbeiten müssen, während Männer in der gleichen Zeit bereits für ihre Arbeit bezahlt werden. In Deutschland beträgt die Entgeltlücke 22 %.  Diese Lücke entsteht durch die schlechtere Entlohnung in den typischen Frauenberufen, die unterbrochenen Erwerbsbiographien, die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen, die Teilzeitarbeit und Mini-Jobs. Selbst bei gleicher Tätigkeit beträgt der Lohnunterschied noch 7 %.


Die Kampagne weist auf die erschreckend hohe Armut bei Frauen hin. Betroffen sind Frauen aller Generationen, besonders häufig trifft es Alleinerziehende und Rentnerinnen. Beim Taschengeld fängt es an – bei der Rente hört es auf! Typische Frauenberufe, wie Erzieherin, Friseurin, Altenpflegerin etc. sind im Vergleich schlecht bezahlt. Der Grundstein für eine geringe Rente ist damit schon gelegt.
Während Männer Karriere machen, betreuen viele Frauen die Kinder zu Hause und
arbeiten jahrelang in Teilzeit. 45 % der erwerbstätigen Frauen arbeitet in Teilzeit, bei den Männern sind es 9,8 %. Die Aussicht auf eine existenzsichernde Rente sinkt für diese Frauen weiter. Wenn dann noch jemand aus der Familie krank wird und zu Hause gepflegt wird, sind es meist wieder die Frauen, die aus dem Beruf aussteigen und diese Aufgabe übernehmen.
Statistisch gesehen erhalten Frauen 60 Prozent weniger Rente als Männer. 63 Prozent der Frauen bekommen weniger als 650 Euro Rente.


Nähere Informationen auch unter: www.frauenbeauftragte.de

Elterngeld, ElterngeldPlus, Elternzeit: Die neue Broschüre für Beschäftigte im öffentlichen Dienst ist da!

Die Ansprüche junger Familien an ihr Familienleben haben sich in den letzten Jahren geändert: Neun von zehn Frauen und Männern zwischen 20 und 39 Jahren finden heute, dass Mütter und Väter sich gemeinsam um das Kind kümmern sollten. 81 Prozent sehen beide Partner für das Familieneinkommen in der Verantwortung. Viele Frauen wollen auch während der Elternzeit nicht ganz auf ihren Beruf verzichten und immer mehr Väter wünschen sich mehr Zeit für ihre Familie - gerade in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes. Mit der Einführung des ElterngeldPlus zum 1. Juli 2015 stehen jungen Vätern und Müttern nun zusätzlich zum (Basis-)Elterngeld weitere Gestaltungsmöglichkeiten für eine partnerschaftliche Aufteilung von Arbeit und Beruf zur Verfügung. Damit werdende Eltern bei der Planung Ihrer Auszeit nicht den Überblick verlieren, stellt die dbb Bundesfrauenvertretung einen kostenlosen Ratgeber bereit - zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Beschäftigten im öffentlichen Dienst.


Beantwortet werden die wichtigsten Fragen zum Thema Elterngeld, ElterngeldPlus und Elternzeit: Was ist ElterngeldPlus und wie unterscheidet es sich vom (Basis-)Elterngeld? Wie lange besteht Anspruch auf die Lohnersatzleistung und wo muss diese beantragt werden? Wie flexibel können Elternzeiten zwischen den Eltern aufgeteilt werden und wie hängen Elternzeit und Elterngeldbezugszeiten zusammen? Die aktualisierte 19. Auflage des Eltern-Ratgebers der dbb Bundesfrauenvertretung gibt einen Überblick über die gesetzlichen Regelungen. Anhand von Fallbeispielen werden Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt und Härtefälle beleuchtet. Darüber hinaus enthält die Broschüre Hinweise auf die aktuelle Rechtsprechung.


Die Broschüre 'Elterngeld, ElterngeldPlus, Elternzeit - Ratgeber für Beschäftige im öffentlichen Dienst' steht als kostenloser Download im Internet zur Verfügung: http://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/frauen/2016/160128_broschuere_elterngeld_elternzeit.pdf

Sexualisierte Gewalt - Einschränkung von Frauenrechten ist intolerabel

Die Gewalttaten in der Silvesternacht in Köln und anderswo haben eine breite und erregte öffentliche Debatte nicht nur über Zuwanderung, gesellschaftlichen Konsens und politischen Opportunismus in Gang gesetzt. Im Fokus steht auch die sexualisierte Gewalt gegen Frauen. Frauenverbände kritisieren in diesem Zusammenhang vor allem, dass das Thema gesellschaftlich bagatellisiert und entsprechend unzureichend politisch und juristisch bekämpft wird. Sie fordern bessere Gesetze und konsequentere Ermittlungen und strafrechtliche Verfolgung.

 

» weiterlesen

Inklusive und barrierefreie Kampagne #superheldingegengewalt

» Infos

Die verratene Generation

Kristina Vaillant las auf Einladung des Frauennetzwerkes Saarlouis in der Buchhandlung Bock& Seip aus ihrem Buch “Die verratene Generation“ Zusammen mit Christina Bylow hat sie ein Buch geschrieben, in dem sie mit den Lebenslügen der Politik abrechnen, die den Frauen der Babyboomer-Jahre Altersarmut bescheren werden.


Freitagabend in der Buchhandlung Bock und Seip. Für das Publikum ist schon zugesperrt, die Türen öffnen sich für interessierte Menschen die zu der Lesung von Kristina Vaillant kommen.


Gespannt nehmen die Zuhörinnen und auch ein Zuhörer ihre Plätze ein.
Frau Vaillant beschreibt kurz die Entstehungsgeschichte des Buches und beginnt dann zu lesen. Mucksmäuschenstill ist es an vielen Stellen, kollektives Kopfschütteln und entsetzte Blicke erfolgen an anderen.


Kristina Vaillant erzählt: Die Berliner Professorin Barbara Riedmüller hat in ihrer Studie über die Rentenerwartung von Frauen im mittleren Lebensalter
herausgefunden dass mehr als jede dritte Frau Ihrer Generation von ihrer Rente nicht leben können, 40 Prozent der Frauen werden höchsten 600 Euro bekommen, obwohl 80 Prozent berufstätig sind.


Der Abstand bei der Rentenerwartung zwischen Frauen und Männern in dieser Generation liegt in den neuen Bundesländern bei 15 Prozent, im Westen liegt er bei 50 Prozent. Und diese Rentenlücke hat sich in 20 Jahren nicht verkleinert, obwohl in unserer Generation die Frauen gut ausgebildet und zu 80 Prozent berufstätig sind. Unter allen 34 OECD-Ländern – dazu gehört Chile, die Türkei – ist die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen hierzulande am größten. Ein trauriger Rekord für Deutschland.


Die Rente baut konsequent auf dem Arbeitsleben auf, das heißt, wer ununterbrochen und Vollzeit erwerbstätig war, der hat eine Rente zu erwarten, von der er leben kann. Aber das ist für Frauen, die Kinder bekommen haben, unmöglich.
Der deutsche Eckrentner(eine Erfindung der deutschen Rentenversicherung)ist 45 Jahre ununterbrochen, sozialversicherungspflichtig erwerbstätig und verdient ein Bruttoeinkommen von 32446 € in den alten Bundesländern. Dafür bekommt er dann, als Rente 1260 € ausgezahlt-die deutsche Standartrente. Mit der Lebensrealität der meisten Frauen hat diese Rechnung wenig zu tun.
Bis heute arbeitet von den Frauen zwischen 30 und 40 jede Zweite in Teilzeit. In Deutschland bedeutet das meistens, nur 15 bis 20 Stunden arbeiten oder, noch schlimmer, einen Minijob machen(Das Bundesministerium rechnete 2012 vor: ein Minijobber erhält nach 45 Versicherungsjahren eine Rente von knapp über180€).
Auch das vielgepriesene Ehegattensplitting begünstigt jene Ehen am großzügigsten, bei denen der Einkommensunterschied am größten ist. Es ist ein Steuergeschenk an Alleinverdiener mit hohem Einkommen von über 75000€ im Jahr. Die meisten Paare die etwa gleich viel zum Haushaltseinkommen beitragen ziehen allein aufgrund einer Ehe hingegen keinerlei Vorteile aus dem Steuerrecht.


In der Pause bei dem bei einem kleinen Umtrunk hitzig diskutiert wurde kamen viele zu dem Schluss um das erschreckende und existenzbedrohende Ausmaß gerade für Frauen zu verhindern müssen dringend Reformen her.


Aus all dem in der Lesung Gehörten folgen viele Forderungen an die Politik eine Mindestrente für jeden. Die Abschaffung des Ehegattensplittings, dafür eine Individualbesteuerung Die Abschaffung von Minijobs, die es nur in Deutschland gibt – jede vierte Stelle ist ein Minijob ohne jede Absicherung. In anderen Ländern gibt es z.B eine Bürgerrente, auch Frauenkönnen damit unabhängig und Existenz sichernd leben und arbeiten.
Und letztlich muss auch die Gesellschaft anerkennen, dass Care-Arbeit –die sogenannte Sorgearbeit- keine Privatsache ist.

Zonta Club Saarlouis übergibt Spende an DIFA

Sieglind Montada-Specht, Eva Mittermüller, Astrid Jablonski und Sigrid Gehl (v. l.).

Bei einem Besuch der Initiative für Frauen und Arbeit besuchte der Zonta Club Saarlouis mit der Frauenbeauftragten der Stadt Saarlouis, Sigrid Gehl, die Räumlichkeiten und den neuen Secondhand-Laden. Sieglind Montada-Specht und Anne Baukhage zeigten sich beeindruckt von den großzügigen Räumlichkeiten, der Sauberkeit und der Auswahl. Auch der Besuch der Schneiderwerkstatt zeigte, wie professionell dort mit den Frauen gearbeitet wird. Im Anschluss übergab die Clubpräsidentin Sieglind Montada-Specht einen Scheck in Höhe von 350.- Euro an Eva Mittermüller, die Vorsitzende des Vereins. Er stammt aus dem Erlös des Frauenflohmarktes „Fraaleitszeich“, den der Zonta Club in Kooperation mit der Frauenbeauftragten der Stadt Saarlouis im März durchgeführt hat.

Equal Pay Day: Mit Zitronen gegen Entgeltungerechtigkeit

Mit Schirm, Charme und Zitrone. „Wir sind sauer“, lautet die Botschaft. Und: „So kann es nicht weitergehen!“ Denn das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen ist nach wie vor enorm hoch – rund 22 Prozent weniger verdienen Frauen. In Arbeitszeit umgerechnet macht das volle 79 Tage:  „79 Tage des Jahres, in denen Frauen praktisch umsonst arbeiten“, sagt Christel Riedel. Das heißt – den gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit gerechnet – erst ab dem 20. März beginnt das Einkommensjahr für Frauen, der Equal Pay Day.


Mit ihrem symbolischen Auftritt machen die Mitglieder des Frauennetzwerkes sowie die Frauenbeauftragten von Stadt und Landkreis Saarlouis zu dem symbolträchtigen Datum ihrem Ärger Luft. Doch das alleine reicht nicht aus. In der Woche zuvor luden Frauennetzwerk und Frauenbeauftragte zur Podiumsdiskussion „Frauen verdienen mehr“ nach Fraulautern, mit vier Bundestagsabgeordneten und Vertretern von Gewerkschaften und der Saarländischen Armutskonferenz. Dort sprach auch Christel Riedel. Sie ist Projektleiterin Forum Equal Pay Day in Berlin und setzt sich in dieser Funktion deutschlandweit dafür ein, dass die Entgeltungerechtigkeit in der Öffentlichkeit mehr zum Thema wird. Anfangs, erklärte sie, wurde diese Entgeltungerechtigkeit skandalisiert, das öffentliche Interesse war groß. Doch, wie das so ist mit Skandalen: Sie verschwinden und mit ihr die Öffentlichkeit. Auch bei der Podiumsdiskussion blieb der erhoffte Besucheransturm aus. Für die Debatte ist das symptomatisch.


Ein Grund aufzugeben ist das aber nicht – im Gegenteil. „Wir kämpfen weiter dafür und versuchen, das große riesengroße Thema Entgeltungerechtigkeit mit Schwerpunktthemen aufzudröseln“, erklärt Riedel. Auch vom Podium kam Unterstützung von den Bundestagsabgeordneten Heidrun Henn (SPD), Nadine Schön (CDU), Markus Tressel (Bündnis 90 / Die Grünen) und Katrin Werner (Die Linke) sowie vom Vorsitzenden der saarländischen Armutskonferenz (SAK), Wolfgang Edlinger, Gabriele Stark-Angermeier vom Deutschen Berufsverband für Soziale Arbeit und Tatjana Roeder vom Christlichen Gewerkschaftsbund.


Frauen arbeiten häufig in Bereichen, die geringer bewertet werden, es herrschen nach wie vor klassische Rollenbilder, vertragliche Vereinbarungen benachteiligen weibliche Mitarbeiterinnen und nach Erwerbsunterbrechungen kehren Frauen häufig in Teilzeit- oder Minijobs zurück. Viele Frauen hätten ihre Benachteiligung so stark verinnerlicht, dass sie nicht mal einen Antrag zur Grundsicherung stellten, wenn es dringend nötig sei, gab SAK-Vorstand Edlinger zu bedenken. „Es besteht ein tief eingegrabenes Benachteiligungsverhältnis, aufgrund dessen bis zu 50 Prozent der Frauen keinen Gebrauch ihrer Rechte machen.“


Eine Verbesserung der Situation könne durch eine gesetzliche Festschreibung der Entgelte gelingen oder eine Aufwertung von sogenannten frauentypischen Berufen. Denn Pflege- und Sozialberufe seien geringer bewertet als die eher für Männer typischen, körperlichen Berufe im Handwerk. Ein weiterer Kernbegriff ist Transparenz, wie es auch die Initiatoren des Equal Pay Days dieses Jahr ausdrücklich fordern – ein „Spiel mit offenen Karten. Was verdienen Frauen und Männer?“, heißt es auf dem aktuellen Kampagnenflyer. Helfen kann auch die konsequente Fortführung der Dokumentationspflicht für den Mindestlohn, erklärte Riedel.


Maßnahmen, Konzepte und Ideen gibt es viele, handfeste Fortschritte nur wenige. So bleibt auch Bürgermeisterin Marion Josts Eröffnungsworte zur Podiumsdiskussion wohl vorerst nur ein Wunsch: „Ich hoffe“, sagte sie mit Blick auf baldige Erfolge, „dass wir mittelfristig nicht mehr über das Thema diskutieren müssen.“

NEU: Anonyme Spurensicherung nach sexuellen Gewalttaten möglich

Wenn die Frage nach einer sofortigen Anzeige für Sie mit Angst verbunden ist, Sie unsicher sind und daher unmittelbar nach der Tat (zunächst noch) keine Anzeige erstatten wollen, haben Sie die Möglichkeit, die Spuren der Tat von einer Ärztin bzw. von einem Arzt "vertraulich" sichern zu lassen.
Nach vertraulicher Spurensicherung können Sie selbstbestimmt und ohne zeitlichen Druck entscheiden, ob Sie sofort Anzeige erstatten oder sich für diese Entscheidung noch Zeit nehmen wollen. Eine Anzeige ohne Ihre Zustimmung erfolgt nicht. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht.

 

» Erfahren Sie mehr

Hilfen für Schwangere mit Anonymitätswunsch und vertrauliche Geburt

Zum 1. Mai 2014 ist das "Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt" in Kraft getreten. Damit erhalten Schwangere die Möglichkeit, ihr Kind auf Wunsch vertraulich und sicher in einer Klinik oder bei einer Hebamme auf die Welt zu bringen. Während der Schwangerschaft und danach werden sie von Schwangerschaftsberatungsstellen beraten, betreut und begleitet. Damit soll verhindert werden, dass Schwangere, die sich in einer verzweifelten Lage sehen, ihr Kind heimlich gebären oder möglicherweise sogar aussetzen oder töten.


Hilfe und Rechtsanspruch auf anonyme Beratung


In Deutschland steht Schwangeren ein gut ausgebautes System an Unterstützung und Hilfen zur Verfügung. Einigen Schwangeren  ist das Hilfesystem allerdings nicht bekannt oder sie können sich einer Beratungsstelle nicht anvertrauen. Es kommt deshalb immer wieder zu riskanten Geburten ohne medizinische Begleitung. Und selbst wenn Mutter und Kind die Geburt unbeschadet überstehen, werden die Kinder häufig in Babyklappen abgelegt oder sogar in lebensgefährlicher Weise ausgesetzt.


Durch das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt sollen nun auch die Schwangeren, die bisher nicht den Weg in eine Beratungsstelle gefunden haben, für die Annahme von Unterstützung und Hilfe gewonnen werden.


Schwangere mit dem Wunsch nach Anonymität sind schwer zu erreichen. Damit die Hilfe auch wirklich bei ihnen ankommt, hat das Bundesfamilienministerium eine Reihe von Maßnahmen entwickelt:

  • Hilfetelefon: Das kostenlose, barrierefreie und 24 Stunden erreichbare Hilfetelefon "Schwangere in Not" (Nummer: 0800 40 40 020) ist eine erste Anlaufstelle, die bei Bedarf auch eine fremdsprachige Beratung anbietet. So wird verzweifelten Schwangeren, die ihre Schwangerschaft verdrängen oder verheimlichen, eine Brücke ins bestehende Hilfesystem gebaut. Das Hilfetelefon soll für diese Frauen ein erster Anlaufpunkt sein und ihnen den Weg zu den qualifizierten Beraterinnen in den örtlichen Schwangerschaftsberatungsstellen aufzeigen, wo sie ebenfalls anonyme und kostenlose Beratung erhalten.
  • Online-Angebot: Informationen gibt es auch online unter www.geburt-vertraulich.de. Von 1. Oktober 2014 an können sich Schwangere zudem anonym online beraten lassen.

» Info-Flyer 

Erklärung des AKF e.V. zum Mammographiescreening

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2014 hat der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF e.V.), eine unabhängige und überparteiliche Vereinigung, eine Erklärung zum Thema Mammographiescreening herausgegeben. Er fordert vor allem von Medien und Ärzteschaft, Schuldzuweisungen und Desinformation zu stoppen und die Informationspolitik zum Mammographiescreening zu ändern. www.akf-info.de


» Erfahren Sie mehr  

Altersarmut von Frauen in Deutschland und im Saarland