Stadtteile

Saarlouis und seine Stadtteile

Saarlouis besteht heute aus den Stadtteilen Innenstadt, Roden, Fraulautern, Lisdorf, Beaumarais, Picard, Neuforweiler und Steinrausch.

 

Der Ursprung der Stadtteile Beaumarais und Picard steht im Zusammenhang mit dem Bau der Festung Saarlouis. Beide Orte wurden im 17. Jahrhundert von den Franzosen gegründet, um die für den Festungsbau benötigten Leute unterzubringen. Lothringischen Ursprungs, wenn auch aus späterer Zeit, ist der Stadtteil Neuforweiler, damals Bourg Dauphin genannt, der auf Anordnung des lothringischen Herzogs Leopold I. nach dem Frieden von Rijswijk (1697) an der alten, von Saarlouis nach Nancy führenden Straße als Reihendorf gegründet wurde.

 

Die siedlungsgeschichtlichen Wurzeln von Roden, Fraulautern und Lisdorf reichen bis in die frühgeschichtliche Zeit. Grabfunde aus der Hallstattzeit (800 bis 500 v. Chr.) im Stadtteil Steinrausch lassen den Schluss zu, dass in dieser Gegend eines der ältesten Siedlungsgebiete im Saarland beheimatet war. Alle drei Ortschaften wurden im 10. Jahrhundert urkundlich erwähnt, und zwar als Pfarreien, die zur Abtei Mettlach wallfahrteten. Der Kern Rodens, zu jener Zeit ein Königshof, fiel im Jahre 995 an das Mettlacher Kloster.

 

Die Geschichte von Fraulautern ist eng verknüpft mit der Geschichte einer Abtei, die dort im Jahre 1154 gegründet wurde, und in der Frauen adliger Herkunft nach den Regeln des heiligen Augustinus lebten. Diesem Kloster verdankt Fraulautern den ersten Bestandteil seines Namens.

 

Über Lisdorf weiß man, dass dieser Ort im 13. Jahrhundert in den Besitz der Prämonstratenser-Abtei Wadgassen überging.

 

Während Fraulautern, das bis zur Französischen Revolution ganz im Zeichen seiner 1155 bestätigten hochadligen Frauenabtei gestanden hatte, vorwiegend durch Handwerk und Industrie geprägt war, hatten die drei anderen Orte ihren dörflich bäuerlichen Charakter bewahrt.

 

Bis zur Gegenwart ist im Stadtteil Lisdorf die Landwirtschaft ein wichtiger Erwerbszweig geblieben. Dank der Fruchtbarkeit der „Lisdorfer Au“ konnte sich hier das bedeutendste Gemüseanbaugebiet des Saarlandes entwickeln.

 

Auf den Wochenmärkten in der Innenstadt und in Roden werden unter anderem erntefrische Produkte aus diesem Stadtteil angeboten. In Fraulautern waren besonders die Emailleindustrie und die holzverarbeitende Industrie von Bedeutung.

 

Die erste Eingemeindung fand im Jahre 1907 statt. Aufgrund eines im Vorjahr ausgehandelten Eingemeindungsvertrages wurde Roden neuer Stadtteil von Saarlouis.

Die Bevölkerungszahl der Stadt stieg hierdurch auf mehr als das Doppelte. Die Gemarkungsfläche erweiterte sich von 221 auf 1227 ha. Mit dieser Eingemeindung wollten die Saarlouiser vor allem die Voraussetzungen schaffen, den Staatsbahnhof, der sich damals in Fraulautern befand, auf Saarlouiser Bann und damit näher an den Stadtkern zu verlegen. Dieses Vorhaben konnte dann zwei Jahre später verwirklicht werden.

 

Nicht ganz so freiwillig wie bei der Eingemeindung Rodens ging es im Jahre 1936 zu, als der damalige Reichsinnenminister Frick verfügte: „Die Gemeinden Fraulautern, Lisdorf, Picard und Schönbruch (Beaumarais) werden mit der Stadt Saarlouis zu einer neuen Kreisstadt zusammengeschlossen. Die neugebildete Stadt führt den Namen Saarlautern“.

 

Im Vorgriff auf die Gebietsreform von 1974 kam im Jahre 1970 Neuforweiler als siebter Stadtteil zu Saarlouis. Jüngster Spross ist der Stadtteil Steinrausch, der im Jahre 1972 aus Flächen von Roden und Fraulautern gebildet wurde. Professor Reichow hatte ihn als „Wohnlandschaft im Grünen“ konzipiert. Dank zahlreicher Grünanlagen, Kinderspielplätze, Sport-, Freizeit- und Naherholungsanlagen sowie einer zukunftsorientierten Erschließung und einer bemerkenswerten Ausstattung an privaten und öffentlichen, an den Bedürfnissen der Bevölkerung angepassten Einrichtungen besitzt dieses Gebiet, das sich erst im Laufe der Jahre zu einem eigenständigen Stadtteil entwickelte, heute ausgezeichnete Wohnqualitäten.

 

Auch die übrigen Stadtteile von Saarlouis haben attraktive Wohngebiete vorzuweisen. Seit Jahren ist die Stadt bestrebt, durch zügige Ausweisung und Erschließung von Wohnflächen die große Nachfrage nach Bauland zu befriedigen. Jüngste Beispiele hierfür sind die Wohnbaugebiete „Auf der Dellt“ und „Im Regenbogen“ im Stadtteil Picard sowie das Bebauungsgebiet „Roden - Nord“.

 

Während die Innenstadt selbst nur wenig Gewerbefläche besitzt, finden sich in den übrigen Stadtteilen zahlreiche Gewerbegebiete mit Großmärkten, mittelständischen Unternehmen und industriellen Großbetrieben. Daneben verfügen die größeren Stadtteile auch über einen gut sortierten, auf die täglichen Bedürfnisse der Bürger abgestimmten Einzelhandel und über ein breitgefächertes Angebot an leistungsfähigen Handwerksbetrieben.