Städtepartnerschaften  /  Matiguás

Saarlouis - Matiguás

Die im Jahre 1986 gegründete Projekt-Städtepartnerschaft zwischen Saarlouis und Matiguás in Nicaragua unterscheidet sich inhaltlich sehr wesentlich von den Städtepartnerschaften zu St. Nazaire und Eisenhüttenstadt.

 

Mit dieser Projekt-Städtepartnerschaft sollte ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in Nicaragua bekundet werden. Sie zielte nicht auf den Austausch von Besuchergruppen ab, sondern auf die Förderung von Entwicklungsprojekten zur Verbesserung der Lebensbedingungen in der Partnerstadt.

 

In der Partnerschaftsurkunde heißt es: „Mit dieser Partnerschaft will die Kreisstadt Saarlouis dem nicaraguanischen Volk auf seinem Weg des Aufstiegs aus bitterster Armut ihre Solidarität erweisen, indem sie unter sozialen Gesichtspunkten besonders bedeutsame Vorhaben der Stadt Matiguás fordert“.Die Gemeinde Matiguás liegt im Zentrum des Landes in einer ländlich geprägten Bergregion mit subtropischem Klima. Viehzucht sowie der Anbau von Kaffee und Getreide sind die Haupterwerbsquellen. Nicaragua, ein Land in Mittelamerika, durch Bürgerkrieg und Naturkatastrophen gebeutelt, gehört auch heute noch zu den 30 ärmsten Länder der Erde. Die Arbeitslosigkeit wird mit 30 % angegeben, wobei man davon ausgehen kann, dass auch das Einkommen vieler Erwerbstätigen unter dem Existenzminimum liegt. Es reicht oft nicht, um die elementarsten Grundbedürfnisse zu sichern. Das kommunale Gefüge von Matiguás hat eine landkreisähnliche Struktur. Als diese Projektpartnerschaft 1986 besiegelt wurde, lebten von den rund 39.000 Einwohnern der Gesamtgemeinde etwa 9.000 in der städtischen Zone. Inzwischen ist die Gesamtbevölkerung auf 46.000 Menschen angewachsen, von denen 14.000 im direkten Stadtgebiet leben und arbeiten. Der Landkreis des Municipipo de Matiguás im Departemento Matagalpa ist 1.710 km² groß. Die Stadt Matiguás selbst erstreckt sich über eine Länge von 2,5 km und eine Breite von 1 km. Sie ist in fünf Bezirke gegliedert. Das Klima wird von zwei Jahreszeiten bestimmt: eine Regenzeit von Mitte Mai bis Oktober und eine Trockenzeit von November bis Mai.

Infolge der unzureichenden Wasserversorgungslage und des oft hohen Verschmutzungsgrades des Wassers entstehen enorme gesundheitliche und hygienische Probleme, insbesondere während der Trockenzeit, wenn die örtlichen Wasserquellen versiegen und das Wasser über eine Entfernung von mehreren Kilometern herbeigeschafft werden muss.

Das erste Projekt, das von der Stadt Saarlouis im Rahmen dieser Projektpartnerschaft daher über mehrere Jahre gefördert wurde, war eine mit Wasserleitungen und Aufbereitungsanlage versehene Trinkwasserversorgung. Auf Initiative des Vereins „Projektpartnerschaft Dritte Welt“ war 1987 darüber hinaus ein mit gespendeten Werkzeugen, Geräten und Maschinen beladener Überseecontainer nach Matiguàs geschickt worden. Inzwischen sind es Wohnungsbauprojekte, die von der Stadt unter Mitwirkung der GBS und der DESWOS – Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. sowie deren Partner im Entwicklungsland „Grupo Sofonias Nicaragua“ alljährlich gefördert werden. Die miserablen Wohnungsbedingungen sind nur eines der brisantesten Probleme im heutigen Matiguás.

 

 

 

Autorin: Margit Cransac 

 

Einladung: 25 Jahre Städtepartnerschaft

Die Kreisstadt Saarlouis hat seit 1986 eine Projektpartnerschaft mit Matiguás in Nicaragua. In den 25 Jahren der Partnerschaft wurden viele Hilfsprojekte realisiert. Die jüngsten Projekte der Zusammenarbeit wurden nun in einer Foto-Wanderausstellung dokumentiert, die am 18. November 2011 eröffnet wird. » weiterlesen

20 Jahre Städtepartnerschaft

Im Jahr 2006 feierte die Stadt Saarlouis das 20-jährige Bestehen der symbolischen Städtepartnerschaft mit Matiguàs in Nicaragua. Die Stadt liegt im Zentrum des Landes in einer ländlich geprägten Bergregion mit subtropischem Klima. » weiterlesen