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Michel Ney

  • * 10. Januar 1769 in Saarlouis
  • + 07. Dezember 1815 in Paris (Hinrichtung)
  • Herzog von Elchingen, Fürst von der Moskwa, Pair de France
  • Marschall in der französischen Armee
  • Napoleon nannte ihn "le brave des braves", der "Tapferste der Tapferen"

Am 6.Dezember 1788 trat Michel Ney in das Husarenregiment "Colonel Général" in Metz ein. Der Ruf nach "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" der Revolution von 1789 ermöglichte dem Sohn eines Böttchers neben dem militärischen Talent, der persönlichen Tapferkeit und dem vorbildlichen Einsatz im Gefecht eine steile Karriere in der französischen Rheinarmee.

 

Er zeichnete sich aus in allen Schlachten, an denen er teilnahm, so bei Ulm, Jena, Magdeburg, Eylau, Friedland. In Spanien wahrte er seinen glänzenden Ruf. Vor allem aber sein mutiger Einsatz in der Schlacht an der Moskwa, wo Kaiser Napoleon ihn den "Tapfersten der Tapferen" nannte, sowie seine innere Größe und Standhaftigkeit als Führer der Nachhut der "Großen Armee" während des Rückzugs nach dem verlorenen Russlandfeldzug ließen seinen Stern umso heller erstrahlen, je mehr der Ruhm des Kaisers verblasste. Der "Unermüdliche", der "Rote Löwe", wie seine Soldaten ihn bewundernd nannten, verstand es, die Reste der geschlagenen, vom Hunger geschwächten, von Verzweiflung getriebenen einst so glänzenden Armee immer wieder frischen Mut zu verleihen und so aus der Katastrophe herauszuführen.

 

Lützen und Bautzen sahen ihn als Sieger, bei Dresden und Leipzig focht er in vorderster Front. Nach den Rückzugsgefechten in Frankreich war er es, der als Sprecher der Marschälle und Generäle Napoleons Abdankung erzwang.

 

Der von Elba zurückgekehrte Kaiser, den zu verhaften und nach Paris zurückzubringen Ney König Ludwig XVIII. versprochen hatte, riss ihn mit in den Abgrund. Der Marschall brach sein Wort, unterstellte sich von neuem Napoleon und verlor endlich mit diesem die entscheidende Schlacht von Waterloo.

 

Wegen Hochverrats verurteilte ihn die Pairskammer am 6. Dezember 1815 zum Tode durch Erschießen. Das Urteil wurde am darauffolgenden Morgen vollstreckt, und auf dem Friedhof "Père Lachaise" fand der "tragische Held", wie ihn Karl Balzer nannte, die letzte Ruhe.

 

Seine im selben Jahr preußisch gewordene Vaterstadt ehrte ihn, der ihr Zeit seines Lebens verbunden geblieben war, mit dem Einverständnis der königlich-preußischen Behörden 1829 durch das Anbringen einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus. Diese Geste blieb in Frankreich nicht ohne Nachhall, nach über Jahre hinweg geführten Auseinandersetzungen erwirkte dort die öffentliche Meinung endlich die Wiederherstellung der Ehre Michel Neys. In einem Brief vom 10. November 1829 an den damaligen Bürgermeister der Stadt Saarlouis, Jacques Klein, bedankte sich Felix-Napoleon Ney, der älteste Sohn des Marschalls und Erbe des Fürstentitels:"...Die spontanen Bekundungen der Anerkennung seiner Landsleute sind der schönste Lohn für einen Bürger. Glücklich zu preisen der, der ihrer würdig ist. Ehre der Stadt, die sie auf so einfache und anrührende Art ausgedrückt hat. ..."

 

Seit den "Französischen Tagen an der Saar" im Jahre 1946 ziert das monumentale Standbild Michel Neys die preußische Kasematte auf dem "Halben Mond", der Vauban-Insel.

 

 

 

Autor/in: Lothar Fontaine

 

 

 

Zuletzt geändert am 26.11.2003