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Sébastien le Prestre de Vauban

Baumeister der Stadt und Festung Saarlouis

  • * Mai 1633 in Saint-Léger (=Saint-Léger-Vauban)
  • + 30. März 1707 in Paris
  • Ingenieur und berühmtester Festungsbaumeister seiner Zeit

Sébastien le Prestre de Vauban gilt bis heute als größter Festungsbaumeister seiner Zeit. Vauban, der aus einer in bescheidenen Verhältnissen lebenden Adelsfamilie stammte, diente zunächst in der spanischen Armee. 1653 trat er in den Dienst der französischen Armee, in der er bis zum Marschall von Frankreich (1703) und zum Generalkommissar für das Festungswesen (1678) aufsteigen sollte. Bereits 1662 übernahm Vauban die Arbeiten und Aufgaben des Generalkommissars für das Festungswesen für seinen dienstunfähigen Vorgänger Clervilles. Die erste Festung, die unter seiner Anleitung gebaut wurde war 1662 Dünkirchen. In den folgenden Jahren folgte der Ausbau von mehr als 300 Festungsanlagen, darunter 33 Neubauten. Einer dieser Neubauten war auch die Stadt und Festung Saarlouis. Nachdem die Vorschläge und Entwürfe Thomas de Choisys die Zustimmung Vaubans erhielten, wurde der Bau der neuen Festung beschlossen. Ende Januar 1680 inspizierte Vauban das von Choisy vorgeschlagene Gelände und erarbeitete in Wallerfangen das "Projet instructif de la fortification de Sarre-Louis", welches auf den 08. Februar 1680 datiert ist. In den folgenden Jahren kam Vauban mehrmals nach Saarlouis um den Fortgang der Arbeiten und den Zustand der Festung zu inspizieren. Hierbei wurden verschiedene Verbesserungen und Veränderungen angeordnet, so zum Beispiel der Neubau der Schleusenbrücke und die Anlegung der Schleusenkontregarde (heute Vauban-Insel). Neben seiner Arbeit als Festungsbaumeister machte sich Vauban aber auch auf anderen Gebieten einen Namen. So leitete er zum Beispiel erfolgreich die Belagerung und Einnahme verschiedener Grenzfestungen in den spanischen Niederlanden. Vauban, der sich seine umfangreiche Kenntnisse im Wesentlichen als Autodidakt angeeignet hatte, verfasste neben seinen militärwissenschaftlichen und mathematisch-technischen Schriften, auch verschiedene Veröffentlichungen in den Bereichen der Ökonomie, der Politik und der Sozialwissenschaften. Seine empirischen Arbeiten stützten sich dabei auf umfangreiche statistische Untersuchungen. Sein weitreichendes und kritisches Interesse an den verschiedenen Bereichen der Politik und an den sozialen Verhältnissen brachte Vauban aber auch in Konflikt mit den Vertretern des Adels und des Klerus. So wurde eine seiner Schriften über Steuererhebung, -belastung und -verteilung 1706 verboten und verbrannt.

Wie wichtig es für Vauban war, sich mit verschiedenen Aspekten der Gesellschaft, der Wirtschaft und der Politik zu beschäftigen und sich kritisch damit auseinander zu setzen, wird auch an einem seiner bekanntesten Aussprüche deutlich: "Ein Soldat, der nur seinen Degen kennt, ist zu nichts Großem fähig"

Vaubanstraße (Innenstadt)

Autor/in: Benedikt Loew