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1697

Der Friede von Rijswijk - ein Friede, der Saarlouis "Arme und Beine abschlug"

 

Im Frieden von Rijswijk verlor Frankreich 1697 fast alle reunierten Gebiete, konnte aber die Festung Saarlouis mit den Dörfern Wallerfangen, Beaumarais, Roden, Fraulautern, Ensdorf und Lisdorf behaupten. So wurde die Stadt mit ihrer Bannmeile zu einer französischen Exklave in lothringischem Gebiet. Die wohlhabende Oberschicht wanderte ab und die Bürger klagten in ihren Privilegiendenkschriften über den Frieden, "der Saarlouis Arme und Beine abschlug". In der Folgezeit wurden die Privilegien immer stärker beschnitten, und die Bürger hatten unter immer größer werdenden Steuerlasten zu leiden. Dieses Klima allgemeiner Enttäuschung und Unzufriedenheit bot dem Gedankengut der Französischen Revolution einen fruchtbaren Nährboden. Adolphe de Lasalle, 1762 in Saarlouis geboren und Richter am dortigen Präsidialgericht, vertrat als Abgeordneter des 3. Standes den Bezirk Metz in der 1789 gebildeten Nationalversammlung. Ab 1791 bestimmte der Jakobinerclub die politische Szene, und bald zählte Sarre Libre, wie die Stadt seit 1793 hieß, zu den radikalsten Städten Frankreichs. Auf dem Großen Markt vollzog 1794 eine fahrbare Guillotine sogar zwei Hinrichtungen. Während der Herrschaft Napoleons wurden aus den zornigen Revolutionären glühende Anhänger des Kaisers. Über 200 Offiziere stellte Saarlouis in der Grande Armée, unter ihnen Marschall Ney, den Napoleon selbst "le brave des braves" nannte - "den Tapfersten der Tapferen".