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1815

Die Preußen halten in Saarlouis Einzug. Die Bedeutung der Stadt als Garnisonsstadt wird verstärkt.

 

Nach Napoleons endgültiger Abdankung musste Frankreich die Festung 1815 an Preußen abtreten. Saarlouis wurde Kreisstadt, und die preußischen Behörden hatten keine Bedenken, Bürgermeister Michel Reneauld, ein ehemaliger französischer Revolutionsgeneral, nicht nur in seinem Amt zu bestätigen, sondern ihn sogar zum Oberbürgermeister zu machen. Dies war wohl ein Glanzstück pragmatischer Integrationspolitik, denn die Berufung sollte vor allem den Bürgern die Neuorientierung erleichtern. Sprachliche Barrieren gab es zwar kaum, da Deutsch - allerdings nur in einer französisch gefärbten Mundart - seit jeher die vorherrschende Sprache in der Stadt gewesen war. Jedoch ließ sich die leichte Lebensart der Bürger, ließ sich ihr Savoir-vivre nie ganz mit dem preußischen Ordnungssinn in Einklang bringen.
Die preußischen Truppen bauten die nunmehr gegen Frankreich gerichtete Festung in der Folgezeit aus und passten sie der militärtechnischen Entwicklung an. Handel und Gewerbe lebten hauptsächlich von der Garnison, konnten sich aber darüber hinaus auch neue Absatzmärkte erschließen.