Historie & Festung  /  Stadtgeschichte  /  Chronik / Zeittafel  /  1680 bis 1918  /  1889

1889

Beginn der Entfestigung. Eine schnelle bauliche Ausdehnung der Stadt über den Stadtkern hinaus ist die Folge.

 

Zunächst wurde die Enge der Festung, die keine Stadterweiterung zuließ, noch keineswegs als bedrückend empfunden. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als der allgemeine industrielle Aufschwung einsetzte, erwies sich der Festungsgürtel als eine schwerwiegende Beeinträchtigung. Die Saartalbahn umging in einem weiten Bogen die Festung und leitete wichtige Käuferströme in andere Zentren. Auch die Schwerindustrie wählte andere Standorte. Erst im Jahre 1889 begann man, die Festungsmauern zu schleifen und die Gräben zuzuschütten. Schnell bildeten sich um den ursprünglichen Stadtkern herum neue Stadtviertel, in denen sich der Bevölkerungswohlstand in monumentalen, historisierenden Bauformen äußerte. Man versuchte, die Standortnachteile durch ein dichtes Kleinbahnnetz zu beseitigen, das zwar eine spürbare Verkehrsverbesserung brachte, aber den wirtschaftlichen Entwicklungsrückstand nicht ganz ausgleichen konnte. Bemühungen zur Ansiedlung von Großindustrie blieben lange Zeit ohne Erfolg. Jedoch gelang es der Stadt, ihre Bedeutung als Verwaltungs- und Einkaufszentrum zu festigen. Die positive Entwicklung setzte sich mit der vertraglichen Eingemeindung des benachbarten Roden, die am 1. Oktober 1907 wirksam wurde, fort.