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Die große Freiheit...

 

Der Saarlouiser "Vauban-Steig": Verwilderte Steinbrüche, märchenhafte Wälder, endlos erscheinende Waldsäume und die Teufelsburg als mittelalterliche Top-Attraktion

 

Sébastien Le Prestre de Vauban – weltbekannt wurde der 1633 geborene Marquis als legendärer Festungsbaumeister des "Sonnenkönigs" Ludwigs XIV. und gilt heute zurecht als der bedeutendste Militärarchitekt des Barock. Eines seiner Meisterwerke: die ausgeklügelte Überschwemmungsfestung Saarlouis in der Saaraue.
Deren Geschichte beginnt auf dem "Saarlouiser Gau", an dessen steilen Hängen ab dem Jahr 1680 zwischen Teufelsburg und Humburg die mächtigen Steinblöcke für die spätere Festungsstadt gebrochen wurden.
Im Laufe der Jahrhunderte sind aus den damaligen Steinbrüchen kleine Naturjuwele geworden – vergessen, verwildert, verwunschen.
Der Saarlouiser "Vauban-Steig" erschließt sie jetzt neu, kombiniert die endlos erscheinende Weite der deutsch-französischen Gaulandschaft hoch über dem Saartal mit einer attraktiven Wegeführung und lenkt den Blick der Wanderer so auf eine interessante Epoche der Geschichte.

 

Gestartet wird auf dem "Saarlouiser Gau", am Flugplatz in Wallerfangen-Düren. Schon auf den ersten Metern entfaltet sich der besondere Charme dieser fruchtbaren Hochebene, jenes inspirierende Wechselspiel aus Licht, Aussicht und lieblichen Feld- und Wiesenansichten.
Kurz darauf wird aus dem bisher so entspannten "Sight-Seeing" urplötzlich ein abenteuerliches Outdoor-Vergnügen.
Enge, erdige Hohlwege führen steil in die Tiefe, durchstreifen einen geradezu mystischen Urwald, passieren mehrere alte, verwilderte Steinbrüche und zu guter letzt die "Drei Kapuziner", eine archäologische Rarität. Das in die mächtige Felswand eingemeiselte Götterbild ist ziemlich verwittert und stellt wohl verschiedene gallo-römische Waldgottheiten dar. Ein ebenso wilder, wie romantischer Hohlweg schließt sich an, der Wanderer in einer rasanten Talfahrt durch den verwunschen wirkenden Blauwald hinab ins Saartal führt.
Nach einer recht kurzen Stippvisite im Tal, kehrt der "Vauban-Steig" durch einen fast tropisch anmutenden Dschungel aus entwurzelten und bemoosten Baumriesen, meterhohem Farn und geheimnisvollen Pfaden schließlich wieder zurück auf die Höhe.

 

Die sagenumwobene "Teufelsburg" präsentiert sich dort als eine echte Bilderbuch-Spornburg mit geradezu genialer Fernsicht auf das mittlere Saartal.
Zwischen 1354 und 1360 von Herzog Johann I. von Lothringen als mächtige Trutzburg auf einem exponierten Bergsporn erbaut, diente sie ab dem Jahr 1680 dem Marquis de Vauban mit ihren mächtigen Steinquadern als wichtige Rohstoffquelle für die Erbauung der nahen Festung Saarlouis.
Direkt an die Burg schließt sich ein märchenhafter Akazienwald an, Teil
des größten zusammenhängenden Akazienwaldes in der Saar-Lor-Lux-Region. An romantisch-verwilderten Steinbrüchen vorbei, schlängelt sich der Pfad über Stege und kleine Brückchen durch eine geradezu verwunschene Landschaft und erreicht so wieder den Waldsaum. Der Blick streift nun über weite Felder, die den Horizont zu berühren scheinen und die Wegeführung folgt für die nächsten Kilometer dem Waldsaum durch die Unendlichkeit. Dies hier ist Genusswandern vom Feinsten!

Die alten, verwilderten Steinbrüche am Humburg liegen einsam und irgendwie unheimlich in einem kleinen Wäldchen versteckt. Mächtige Felsbänke, geradezu märchenhaft von Efeu überwachsen. Dies hier sind also die Steinbrüche, aus denen der geniale Festungsbaumeister Sébastien Le Prestre de Vauban die Festungsstadt Saarlouis erbauen ließ. Mit etwas Phantasie kann man noch die Spuren erkennen.

 

Nun fehlt eigentlich nur noch sein Meisterwerk: die Festungsstadt Saarlouis.
Es lohnt sich, diese im Anschluss zu besichtigen, einschließlich Vaubaninsel, Kasematten und den malerischen Gässchen der Altstadt.
Immerhin sprach Ludwig XIV. bei seinem Besuch im Jahre 1683 von "einem der schönsten Orte im gesamten Königreich"...