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Vernissage

14.01.2018 / 11:00 Uhr


der Ausstellung "Die Schwestern Laz(s)ard - Ilse Heller-Lazard und Lou Albert-Lasard" am Sonntag, 14. Januar 2018 um 11 Uhr



Ilse Heller-Lazard, Hauptbahnhof Dresden, Öl auf Malpappe, 1914, Privatbesitz Schweiz

In der Ausstellung „Die Schwestern Laz(s)ard“ werden die beiden Künstlerinnen Ilse Heller-Lazard (1884-1934) und Lou Albert-Lasard (1885-1969) präsentiert.

 

Lou Albert-Lasard, die unter anderem mit Rainer Maria Rilke befreundet war, wurde bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in den vergangenen Jahren in Frankreich und in Deutschland gewürdigt.

 

Ihre ein Jahr ältere Schwester Ilse Heller-Lazard ist seit ihrem frühen
Tod bisher nur in drei Einzelausstellungen in der Schweiz und in Deutschland vorgestellt worden.

 

Die Schwestern Laz(s)ard wurden im deutsch besetzten Metz geboren. Ihre Eltern waren der angesehene und wohlhabende, aus Saarlouis stammende Bankier Leopold Lazard (1843-1927) und die Deutsch-Amerikanerin Jenny Stein (1861-1909). Beiden Schwestern gelang es, ihrem Wunsch entsprechend, Malerin zu werden. Nach erstem gemeinsamem Zeichen- und Malunterricht in Metz und München, trennten sich die Wege der beiden Schwestern.

 

Ilse belegte Malkurse bei Johann Walter-Kurau in Dresden, danach setzte sie die Studien in Berlin fort. Dort lernte sie ihren zweiten Ehemann, den Schweizer Künstler Ernst Heller kennen und folgte ihm 1916 in die Schweiz. Ende 1919 zog das Ehepaar nach Rom und wohnte in der Künstlerkolonie Anticoli Corrado östlich von Rom. Ende 1927 erfolgte der Umzug nach Paris. Neben kurzen Aufenthalten in Wiesbaden oder in der Schweiz reiste Ilse Heller-Lazard durch Frankreich und nach Spanien. Schließlich stirbt Ilse am 10. Januar 1934 nach einer Operation in Paris.

 

Lou heiratete 1909 den Chemiker Dr. Eugen Albert. Aus dieser Ehe stammt die Tochter Ingeborg Albert, als Malerin nannte sie sich Ingo de Croux (1911-1997). Bis zum Kriegsausbruch pendelte Lou zwischen Paris und München, wo sie 1914 den Dichter Rainer Maria Rilke kennen lernte. Diese Liebesbeziehung, die bis etwa 1916 dauerte, führte zur Trennung von ihrem Mann und beeinflusste Lous Leben nachhaltig. Nach Aufenthalten in der Schweiz lebte sie von 1919 bis 1928 in Berlin. Schließlich ließ sie sich mit Tochter Ingo im Pariser Künstlerviertel Montparnasse nieder. Eine abenteuerliche Reise führte die zwei noch vor dem Krieg im eigenen Auto bis nach Indien, Indochina, China und an die Grenzen Tibets. Später erkundeten sie Europa und Nordafrika im Wohnwagen. Zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle erzählen von ihren Eindrücken. Lou Albert-Lasard starb 1969 in Paris.

 

Verschiedene Themen wie z.B. Landschaftsbilder, Porträts, Reisebilder, die Zwanziger Jahre und das Pariser Leben gewähren einen spannenden Blick in das künstlerische Werk beider im Stil und im Charakter sehr unterschiedlichen Schwestern, die beide vom Expressionismus geprägt sind.

Ergänzt wird die Ausstellung durch Briefe, Dokumente und Fotografien, die einen beeindruckenden Einblick in das Künstlerinnenleben des 19./20. Jahrhunderts zeigt.

 

Wir danken folgenden Leihgebern:


Der Großfamilie Heller • Bernard Sberro • Musée d’Art Moderne et Contemporain de Strasbourg • Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf • Deutsches Literaturarchiv Marbach • Das verborgene Museum, Berlin • Berlinische Galerie – Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Berlin

 

 


 

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