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Ausstellung „Was bin ich? Berufe in Porzellan“

10.01.2020

Von: Monika Kaspar


Vernissage: Sonntag, 19. Januar 2020 um 11 Uhr Dauer der Ausstellung: vom 19. Januar bis 17. Mai 2020



Hutverkäuferin (Ausschnitt), Niderviller, um 1775 (Porzellan oder Frittenporzellan),

BILDERGALERIE: Öffnen durch Klick auf ein Bild.

Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung, Sammlung Ludwig Bamberg,

Am Sonntag, 19. Januar 2020 um 11 Uhr findet in der Ludwig Galerie Saarlouis die Eröffnung der Ausstellung „Was bin ich? Berufe in Porzellan“ statt. Zur Vernissage sprechen Bürgermeisterin Marion Jost, die Leiterin der Ludwig Galerie Saarlouis, Dr. Claudia Wiotte-Franz, Dr. Brigitte Franzen, geschäftsführende Vorständin der Peter und Irene Ludwig Stiftung Aachen und Dr. Eva Schurr, stellv. Direktorin – Museen der Stadt Bamberg, Sammlung Ludwig. Die musikalische Umrahmung übernimmt das Kammermusikensemble "Fuhrioso" des Robert-Schuman-Gymnasiums.

 

In der Ausstellung „Was bin ich?“ steht die Festtafel als Ganzes im Mittelpunkt. Für die Tischdekoration ihrer Festtafeln gab die Aristokratie im 18. Jahrhundert ein Vermögen aus. Der gedeckte Tisch war einer der Höhepunkte luxuriöser Prachtentfaltung. Mit Porzellanfiguren holte man sich ganze Miniaturwelten auf die Desserttafel, beispielsweise Exotengruppen, Jagdszenen oder Allegorien. Zu den beliebtesten Themenwelten gehörte jedoch das Leben der einfachen Menschen. Bauern und Handwerker. Musiker, Tänzer und Komödianten, fahrende Händler und Jahrmarktsfiguren bereicherten mit ihrer pittoresken, oft nicht bürgerlichen Erscheinung die Vielfalt der Tischdekoration. Die naturgetreue, oft bis ins kleinste Detail beeindruckende Wiedergabe von Angehörigen der verschiedensten Schichten stellte jedoch keine Gesellschaftskritik im modernen Sinn dar, vielmehr sollten die Darstellungen zur Unterhaltung dienen. Gleichzeitig ist auch in den Figuren eine Sehnsucht nach den Sonnenseiten des Lebens ohne Krieg und Elend, Armut und Krankheit zu finden.

 

Ein besonderer Blick wird auch, trotz Idealisierung, auf die Arbeitswelt im 18. Jahrhundert gelenkt. Wir lernen Berufe kennen, die längst der Vergangenheit angehören, wie den Bänkelsänger, den Frettchenhändler oder die Galanteriewarenkrämerin. Die Figuren verraten uns einiges über die barocke Gesellschaft, über ihre Kultur ebenso wie über das Geflecht menschlicher Tätigkeiten, die in Gefahr sind, in Vergessenheit zu geraten.

Gerade in einer Region, die über Jahrhunderte durch den Bergbau und das Hüttenwesen geprägt war, ist es wesentlich die Veränderungen der Arbeitswelt ausgehend von den pittoresken Figuren des 18. Jahrhunderts zu thematisieren. Dabei kann die aktuelle Ausstellung zu Diskussionen über das heutige Verständnis von „Arbeit“ und die Auswirkungen der immer schneller veränderten Arbeitswelt dienen.


Neben den faszinierenden Porzellanfiguren des 18. Jh. werden 20 Objekte in großformatigen Fotografien, die Thomas Wolf gemacht hat, in ungewöhnlichen Dimensionen gezeigt, um die kleinsten Details und die Schönheit der Figuren auf eine völlige neue Art und Weise sichtbar zu machen.

 

Die Ausstellung findet anlässlich des 30jährigen Bestehens der Ludwig Galerie Saarlouis statt und es werden Leihgaben der Peter und Irene Ludwig Stiftung Aachen, Sammlung Ludwig Bamberg, präsentiert.
Der Ausstellungskatalog ist zum Preis von 15 Euro in der Ludwig Galerie Saarlouis erhältlich.

 

»Programm zur Ausstellung