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Deutliche Maßnahmen sollen Wildscheine aus Saarlouiser Wohngebieten vergrämen

09.10.2018

Von: Sascha Schmidt


Immer öfter werden Wildschweine in Saarlouiser Stadtteilen zum Problem – besondere Rückzugsmöglichkeiten und der fehlende Jagddruck machen Wohngebiete für sie attraktiv. Dem setzt die Stadt nun entschiedene Maßnahmen entgegen: Durch konsequenten, gezielten Rückschnitt dicht bewachsener Bereiche und intensivierter Jagd sollen sich die Tiere in Siedlungsgebieten unsicher fühlen und abwandern.



Mit gezielten Maßnahmen sollen Wildschweine aus Wohngebieten in Saarlouis vertrieben werden. Symbolfoto: Pixabay

Wildschweine in Siedlungsgebieten sind deutschlandweit ein Phänomen: Die Populationen werden größer, zunehmend drängen die Wildtiere in Städte vor. Auch Saarlouis ist davon betroffen. Besonders in den verdichteten Wohngebieten nahe des Ellbachtals, in Roden, Fraulautern und Steinrausch, sind die Wildschweine in den vergangenen Jahren aktiv geworden: Regelmäßig werden hier Vorgärten oder Friedhöfe vollständig von ihnen durchwühlt, die Schäden sind massiv. Immer häufiger treffen sie auch auf Spaziergänger.

 

Nach dem Gesetz sind Wildschweine herrenlos und unterliegen dem Jagdrecht. Versicherungen oder die öffentliche Hand haften nicht für Schäden an Privatgrundstücken, auch gibt es keine Behörde, die unmittelbar für die Regulierung der Wildschweinpopulation zuständig ist.

 

Dennoch: „Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Menschen ernst“, betont OB Peter Demmer. „Dazu haben wir eine neue Strategie auf den Weg gebracht, die bereits erste Erfolge zeigt.“ Um Rückzugsorte der Wildschweine in den Wohngebieten zu reduzieren, werden dicht bewachsene Bereiche an Schwerpunktstellen Stück für Stück und unter Beachtung naturschutzrechtlicher Bestimmungen massiv zurückgeschnitten. Weil die Tiere nach sicherem Unterschlupf suchen, sollen sie so wieder in Richtung Ellbachtal und raus aus den Stadtgebieten gedrängt werden. Erste Maßnahmen hat der Neue Betriebshof Saarlouis bereits umgesetzt, diese werden fortlaufend weitergeführt.

 

Unterstützt wird der Rückschnitt durch eine intensivierte Jagd in den Randlagen der Wohngebiete. Zweimal täglich erkunden die Jagdpächter die Lage vor Ort –  Routen und Rückzugsorte der Wildschweine sind ihnen dadurch bestens bekannt. Wenn sie bei ihrem Rundgang auf Tiere treffen, können diese nun geschossen werden. Ob die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür gegeben sind und ein Schuss sicher abgesetzt werden kann, entscheiden die erfahrenen Jäger im Einzelfall.

 

Ein weiterer zentraler Faktor ist auch das Nahrungsangebot, das Wildschweine in Wohngebieten vorfinden. Die Tiere sind ständig in Bewegung, lernfähig und erinnern sich an Orte mit gutem Nahrungsangebot – auch über Jahre. Neben offenen Komposthaufen wird aus falsch verstandener Tierliebe zuweilen bewusst gefüttert. Langfristig schadet das nicht nur den Tieren, sondern auch den Menschen vor Ort. Daher ist ein dringendes Fütterungsverbot oberstes Gebot.

 

Was tun, wenn man auf ein Wildschwein trifft?

In der Regel sind Wildschweine friedlich und flüchten, wenn Menschen ihnen nahe kommen. Wird eine Mutter von Jungtieren getrennt oder ist ein Tier verletzt, kann das aber anders sein. Geräuschvolles Schnauben ist ein deutliches Warnsignal. Wichtig ist es dann, Ruhe zu bewahren und langsam auf Abstand zu gehen und sich von dem Tier zu entfernen.

 

Beschwerden über Wildschweine in Saarlouis werden bei der Stadtverwaltung zentral entgegen genommen unter der Nummer 06831 443-243 sowie unter presse@saarlouis.de.