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Europapreis: Städtepartnerschaftliches Kunstprojekt Epiderme 3 erhält Auszeichnung

15.05.2017

Von: Sascha Schmidt


Mit dem Kunstprojekt Epiderme 3 setzten sich Künstlerinnen und Künstler der Partnerstädte Saint-Nazaire und Saarlouis mit dem Thema Wasser auseinander – kreative, partizipative Aktivitäten erreichten zahlreiche Menschen in beiden Städten. Jetzt wurde das Projekt mit dem zweiten Preis des Europapreises 2017 ausgezeichnet.



Zweiter Platz beim Europapreis: Laudator Dr. Franz Josef Barth, OB Roland Henz, Christiane Bähr und die drei Künstler die auf Saarlouiser Seite an Epiderme 3 teilgenommen hatten – Jenny Theobald, Mike Mathes und Christine Wagner. Die Flasche auf ihrem Kopf nimmt Bezug auf die bretonische Coiffe bigoudène und das Thema der Kunstaktion: Wasser. Fotos: Christian Schu.

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Als im Juli 2015 ein selbstgezimmertes Floß am Saaraltarm in Saarlouis zu Wasser gelassen wurde, ein Segel aus Röntgenaufnahmen von Menschen, ertranken zur gleichen Zeit tausende Flüchtlinge im Mittelmeer. „Ein ebenso bewegender wie beeindruckender Moment“, bekannte OB Roland Henz bei der Verleihung des saarländischen Europapreises in der Staatskanzlei Saarbrücken.


Wasser schafft Brücken, aber auch lebensbedrohliche Grenzen – ein starkes, symbolträchtiges Bild  und nur ein Thema, mit dem sich die Kunstaktion Epiderme 3 befasste. Das Projekt von Künstlerinnen und Künstlern aus Saarlouis und Saint-Nazaire wurde jetzt mit dem zweiten Preis des Europapreises ausgezeichnet. In künstlerischer, poetischer und zuweilen ökologischer Weise setzen sich die Beteiligten mit dem Thema Wasser und dessen Beziehung zum Menschen auseinander – erst vier Wochen lang in Saint-Nazaire, später dann für drei Wochen in Saarlouis. „Aktuelle und ernste Themen wurden dabei unkompliziert und unverkrampft aufgegriffen“, hob Laudator Dr. Franz-Josef Barth hervor. Spielerisch bezogen sie die Bewohner beider Städte in ihr Schaffen mit ein, mit kreativen Aktionen erreichten sie zahlreiche Menschen und setzten ein Zeichen für Toleranz, Respekt und Solidarität.


„Städtepartnerschaften festigen das Verständnis füreinander, neue Freundschaften entstehen“, sagte Europaminister Stephan Toscani. „Sie sind ein Pfeiler der europäischen Einheit“ Laudator Dr. Barth: „Beispielhaft haben die Aktivitäten zu Verständigung und Begegnung beigetragen.“


„Ein geeintes und weltoffenes Europa ist ein Geschenk auf das wir sehr gut aufpassen müssen“, betonte OB Henz. Er appellierte dazu, anti-europäischen Strömen aktiv entgegenzuwirken und sich für den Frieden einzusetzen.


Mit dem Europapreis wird seit 2007 alle zwei Jahre vorbildliches kommunales, grenzüberschreitendes Engagement ausgezeichnet. Der erste Preis ging in diesem Jahr an den Partnerschaftsverein Ottweiler, den dritten Preis bekam die Gemeinde Wadgassen. Einen Sonderpreis erhielt die Stadt Dillingen.


Das Preisgeld von 2.000 Euro wird in Saarlouis eingesetzt für die Jugendinitiative „Auf den Spuren des modernen Europa“, das an bestehende partnerschaftliche Aktivitäten anknüpft und diese auf nachhaltige Weise vertieft.