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Festkonzert zum 20jährigen Jubiläum des Mendelssohn-Chores

31.10.2019

Von: Mendelssohn-Chor


Am 27.10.2019 um 17:00 begrüßte der Vorsitzende des Mendelssohn-Chores, Franz Lünskens, die Zuhörer in der fast vollständig besetzten Pfarrkirche Hl.Dreifaltigkeit in Saarlouis-Fraulautern. Er sagte, dass der Chor seit seiner Gründung von Jürgen Diedrich geleitet würde und die Sängerinnen und Sänger mit ihrem Dirigenten sehr glücklich seien und gerne weitere 20 Jahre mit ihm arbeiten möchten.



Mendelssohn-Chor

Dann verwies er auf den Beginn des Konzertes mit der Chorstück „Verleih uns Frieden gnädiglich“, was zugleich als Leitgedanke für das ganze Konzert passe. In dem anschließenden Grußwort nahm die Schirmherrin, Frau Bürgermeisterin Jost, diesen Gedanken auf und errinnerte an das kurze Leben des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) sowie die Tatsache, dass er wegen seiner Abstammung aus einer jüdischen Familie nicht nur zu Lebzeiten, sondern auch posthum erhebliche Widerstände bis zu einem Aufführungsverbot in der Nazizeit hinnehmen musste. Erst in der neueren Zeit fand er die verdiente Wertschätzung.


Dieses Konzert unter der Gesamtleitung von Jürgen Diedrich zog einen großen Bogen durch das gesamte Schaffen diese großen Komponisten. Kern dieses Konzertes war das Vokalwerk, welches Chöre vor immense Herausforderungen stellt. Mit dem energischen und sehr differenzierten Vortrag der Kantate „Verleih uns Frieden“ begann der Chor. Wie bei allen Chorpassagen waren Sängerinnen und Sänger der Kirchenchöre aus Merzig Besseringen und St.Josef zur Verstärkung im Gesamtchor integriert worden. Daran schloss sich das Violinkonzert e-Moll an. Hier begleitete Christian Schüller mit seinem KreisSymphonieOrchester den 18-jährigen, bereits vielfach ausgezeichneten Geiger Pablo Hubertus überaus einfühlsam, so dass die enorme Virtuosität und Spielfreude  mit rauschendem Beifall belohnt wurde. Da Mendelssohn auch ein umfangreiches Orgel-Werk geschaffen hat konnte im Anschluss ein weiterer junger Musiker, der 17-jährige Moritz Diedrich mit der Orgelsonate op.65 die ganze Bandbreite von lyrischem Spiel bis zum virtuosen geradezu tosendem Majestoso auf der Orgel entfalten. Tosender Applaus belohnte auch ihn.


Jürgen Diedrich übernahm wieder den Taktstock für die Hymne „Hör mein Bitten“. Dieses Stück lebt von dem Wechsel von Sopran-Soli und sehr mitreißenden Chorpassagen. Der leuchtende Sopran von Ute Nehrbauer harmonierte bestens mit dem üppigen Klang des Chores. Da sie bereits häufig als Solistin in den Konzerten des Chores aufgetreten ist, gab es hier ein intensives gemeinsames Musizieren. Auch hier wieder bereitete das KreisSymphonieOrchester den menschlichen Stimmen den Boden. Hier sei erwähnt, dass dieses Orchester aus Amateuren besteht, die sich mit Ihrer Leistung unter Christian Schüller schon an professionelles Niveau anpassen.


Das gewaltigste Stück des Abends folge mit dem Psalm 95. Und hier waren Chor, die Solisten und das Orchester ganz im Einklang mit dem Dirigat von Jürgen Diedrich. Wie in einem kurzen Oratorium wechseln sich Solopassagen von Sopran und Tenor, ein Duett zweier Soprane und sehr differenziert gestaltete Chorpassagen. Wieder begeisterte Ute Nehrbauer mit leuchtenden Tönen. Ebenso konnte Manuel Horras mit klangschönem, lyrischen Tenor überzeugen. Im Sopranduett gesellte sich Lena Diedrich mit schöner, klarer Stimme dazu. Dazu überzeugte der Chor mit differenzierter Gestaltung der sehr abwechslungsreichen Partitur.


Das ganze Konzert wurde im Anschluss begeistert beklatscht und es bleibt die Feststellung, dass gerade auch im Amateurbereich Chöre gewaltiges zu leisten vermögen. Wir wünschen dem Mendelssohn-Chor von Jürgen Diedrich weiterhin viel Enthusiasmus für die Annahme solcher Herausforderungen. Eine Unterstützung durch das Kreissymphonieorchester würde bestimmt auch zukünftig solche großartigen Abende ermöglichen.