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Freundschaft über Grenzen hinweg: Saarlouiser Delegation in Saint-Nazaire

02.07.2018

Von: Sascha Schmidt


Wenn Abgrenzung die politische Diskussion beherrscht, gewinnt die persönliche Begegnung an Bedeutung. Dafür steht auch die Städtepartnerschaft von Saarlouis und Saint-Nazaire. Mit 53 Teilnehmern besuchte die offizielle Delegation vergangene Woche die Atlantikstadt und traf dort auf alte und neue Freunde – eine europäische Begegnung und ein persönliches Bekenntnis zur Freundschaft über Grenzen hinweg.



Starke Bekenntnisse zu Europa und zur persönlichen Begegnung im Rahmen der gelebten Städtepartnerschaft gab es zum offiziellen Empfang der Delegation im Rathaus von Saint-Nazaire. Von rechts: OB Peter Demmer, Sophie Maudit, Präsidentin des Comité de Jumelage, Bürgermeister David Samzun, Beigeordnete Gaëlle Bénizé-Thual und Honorarkonsulin Myriam Bouchon. Fotos: Sascha Schmidt

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Offizielle Teilnehmer, Vereinsvertreter und Privatpersonen sind bei Delegationsfahrten dabei. Zum Programm gehören auch Ausflüge und Führungen in der Region, wie hier zum Canal de la Martinière bei Nantes.

Abschluss mit Musik: Mehr als 120 Teilnehmer nahmen am großen Abschiedsessen teil, zu dem das Comité de Jumelage geladen hatte. Das Rahmenprogramm gestaltete Morwenna Ealet mit Drehorgel und französischen Chansons zum Mitsingen. Auch OB Peter Demmer bewies sein Talent an dem außergewöhnlichen Instrument.

Inklusion international: Fête du sourire präsentierten sich Inklusionsprojekte aus Saint-Nazaire am Rande der Uferpromenade.

„Was sich gleicht, fügt sich zusammen“, zitierte Bürgermeister David Samzun beim Besuch der offiziellen Delegation im Rathaus von Saint-Nazaire ein französisches Sprichwort. „Und unsere beiden Städte haben vieles gemeinsam: Allen voran die Verbundenheit als Europäer, und den Willen, Europa weiter zu entwickeln.“  OB Peter Demmer hob hervor, dass gerade die Städtepartnerschaften einen entscheidenden Beitrag zu diesen Gemeinsamkeiten leisteten, dazu, dass sich Franzosen und Deutsche nach langen Jahren der Kriege und Konflikte heute als Freunde begegnen. „Vieles ist heute selbstverständlich, aber all das war und ist kein Selbstläufer.“ Das bekräftigte auch Gaëlle Bénizé-Thual, Beigeordnete für Städtepartnerschaften. Mit Blick auf bestehende Tendenzen zur Abgrenzung sagte sie: „Unsere Vorgänger haben diese Partnerschaft im Sinne Europas aufgebaut – eines Europas, das nicht trennt, sondern eint.“ Noch heute, unterstrich auch die Präsidentin des Comité de Jumelage Sauphie Maudit, werde diese Partnerschaft gelebt, „weil wir die gleichen Werte teilen.“

 

Zum ersten Mal seit Bestehen der Agence consulaire in Saarlouis begleitete auch Honorarkonsulin Myriam Bouchon die offizielle Delegation, gemeinsam mit ihrem Vater und Amtsvorgänger Michel Bouchon. In einer schnelllebigen und komplexen Welt sei es wichtig, sagte sie, „dass unsere Völker aufeinander treffen, sich kennen und schätzen lernen und sich mit einem offenen Geist der Solidarität begegnen.“

 

Neben dem Empfang im Rathaus standen zahlreiche weitere Punkte auf dem Programm des Delegationsbesuches, an dem sich neben offiziellen Teilnehmern auch Vertreter von Vereinen und Privatpersonen beteiligten. Gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge vor Ort, aber auch die Vorbereitung von Treffen und Projekten auf Vereinsebene standen dabei im Mittelpunkt, ebenso wie erste Vorbesprechungen für das 50-jährige Partnerschaftsjubiläum im kommenden Jahr und das einjährige Jugendaustauschprojekt der Jungen Botschafter – OB Demmer: „Ein weiterer Meilenstein unserer Zusammenarbeit.“ Auch die Beziehungen jenseits offizieller Besuche zu fördern sei wichtig, sagte Demmer. „Gerade diese Beziehungen werden noch engere Bindungen mit sich bringen und unseren gemeinsamen Weg für die Zukunft sichern.“

 

Ein besonderer Wunsch zum Antrittsbesuch des Saarlouiser Verwaltungschefs war eine Führung im ehemaligen U-Boot-Bunker, der im Zweiten Weltkrieg von den deutschen Besatzern im einstigen Herzen Saint-Nazaires gebaut wurde und der als eine der größten Bunkeranlagen Europas die Stadt in ihrem Zentrum vom Hafen trennte. Aus dem Kriegsschauplatz von damals ist heute ein Ort der Kultur und der Begegnung geworden, kein Kriegsdenkmal, sondern ein Platz, der mit seinen vielen Funktionen voll ins städtische Leben integriert ist.

 

Gemeinsam mit dem Saarlouiser Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Frank Michler, besuchte OB Demmer zudem die Fête du sourire (Fest des Lächelns), bei dem verschiedene Inklusionsprojekte der Stadt an der Loire in lockerer Atmosphäre der Öffentlichkeit präsentiert wurden.