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„Gammler“ zum Kulturerbe ernannt

10.12.2012

Von: Sabine Schmitt, Kulturamt


„KOMM Kultur“, die Kulturzentrale des Selbstverwalteten Betriebshofes Saarlouis (SBS) verlieh in diesem Jahr wieder drei Kulturpreise an verdiente Künstler, die Kulturzitrone ging an den „Heiligmorgen“ und der „Gammler“ wurde zum „Saarlouiser Kulturerbe“ benannt.



Lioba Amann und Stefan Neuhäuser überreichten Wolfram Schmitt-Leonardy den Kulturpreis. Fotos: Sabine Schmitt

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Kirchenmusiker Joachim Fontaine bedankte sich für den Kulturpreis.

Der Frauenchor Cantilena gab nach der Preisverleihung eine Kostprobe aus seinem Repertoire.

Rund 400 Gäste kamen zur diesjährigen, 20. Kulturpreis-Verleihung in das Vereinshaus Fraulautern, wo Stefan Neuhäuser, Geschäftsführer des Vereins, gemeinsam mit der Künstlerin Lioba Amann durch den Abend führte. Es gab wieder drei Preise, jeweils dotiert mit 1000 Euro. Jeder Preisträger wurde per Kurzfilm auf einer Großleinwand vorgestellt. Ein Preis ging an Wolfram Schmitt-Leonardy, der zu den führenden Pianisten seiner Generation gehört. Vor zwei Jahren erhielt der Saarlouiser einen Ruf als Professor an der Hochschule für Musik und Theater München. Er stammt aus einer musikalischen Familie, hat viele Meisterkurse belegt und zahlreiche Preise gewonnen. Es mache ihm Spaß, mit den Studenten auf gutem und hohem Niveau arbeiten zu dürfen, sagte er. Sein Laudator Professor Leo Krämer bescheinigte ihm eine „höchstkarätige Begabung“. Wolfram Schmitt-Leonardy sei ein Garant für Höchstleistungen und Kontinuität. Von seinem Können gab es  nach der Preisübergabe noch eine kleine Kostprobe für die begeisterten Zuhörer.


Fontaine kann Menschen für Musik begeistern


Joachim Fontaine, Organist der Evangelischen Kirche Saarlouis und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Saarbrücken gehörte ebenso zu den Preisträgern. Fontaine ist „waschechter“ Saarlouiser, lebt hier mit seiner Frau und seinen drei Töchtern.


Laudator Dr. Friedrich Spangenmacher nannte Fontaine einen „Besessenen“, wenn es um die Entdeckung neuer Stücke gehe. So reist er dann nach Italien oder Spanien, holt Werke, die Jahrhunderte verschollen waren, wieder ans Tageslicht, richtet sie neu ein und führt sie auf. „Er kann Menschen für Musik begeistern und kann Musik auch vermitteln. Wir sind stolz, dass er unser Kirchenmusiker ist“, sagte Pfarrer Jörg Beckers. Der Frauenchor Cantilena aus Überherrn, unter der Leitung von Marita Grasmück-Fetik, durfte sich auch über einen Preis freuen. „Das ist mehr als ein Singkreis, sondern ein ernst zu nehmendes musikalisches Unternehmen“, sagte Laudator Roland Kunz. Der Chor wurde 1981 von 12 Sängerinnen gegründet. Heute gehören ihm mehr als 45 aktive Mitglieder an. Anschließend präsentierten die Sängerinnen einige Stücke aus ihrem umfangreichen Repertoire.


Heiligmorgen kriegte Saures


Die Kulturzitrone ging in diesem Jahr an den „Heiligmorgen“ in der Saarlouiser Altstadt. Michael Mansion referierte in gewohnt unterhaltsamer Manier über dieses „Saarlouiser Phänomen“, welches vornehmlich im Winter auftrete und dessen Wesen das „Gedränge“ sei. Heilig sei dieser Morgen sicher nicht, aber das habe auch niemand von ihm eingefordert, so Mansion. Auch kulturell komme er sehr dürftig daher und habe sich deshalb die Kulturzitrone 2012 redlich verdient. Seit vergangenem Jahr wird im Rahmen dieser Veranstaltung auch ein Preis für das Saarlouiser Kulturerbe vergeben, der in diesem Jahr an den „Gammler“ ging. Dabei handelt es sich um Schaschlik-Soße mit Brötchen, die einige Saarlouiser Imbissbuden in den 80er Jahren in ihr Speisenangebot aufnahmen und das bis heute noch angeboten wird. Nach vier Stunden Programm wartete auf die Gäste ein kalt-warmes Büffet, an dem der „Gammler“ natürlich nicht fehlen durfte.