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Jubiläum einer Städtefreundschaft: "Das "Mehr" werden wir leben"

26.06.2019

Von: Sascha Schmidt


Ganz im Zeichen der Freundschaft stand das 50-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft von Saint-Nazaire und Saarlouis. Neben der historischen Bedeutung des deutsch-französischen Miteinanders ging es dabei besonders um den menschlichen Wert der Begegnungen. Um dies zu stärken, wurde das Partnerschaftsversprechen von 1969 feierlich als Freundschaftsversprechen erneuert.



Als Freundschaftsversprechen fortgeschrieben: OB Peter Demmer und die Saint-Nazairer Beigeordnete Gaëlle Bénizé-thual unterzeichnen beim Festakt die neue Partnerschaftsurkunde. Fotos: Sascha Schmidt

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"Freundschaft ist das Schlüsselwort unserer Beziehung", sagte OB Peter Demmer im Theater am Ring. "Ohne Freundschaft existiert Partnerschaft nur auf dem Papier." Seit 50 Jahren nun besteht die Städtepartnerschaft zwischen Saarlouis und Saint-Nazaire - ein Anlass, der mit offiziellem Festakt und großem Bürgerfest mit Akteuren aus beiden Städten gefeiert wurde. Dabei war zu spüren, dass 'Freundschaft' mehr als ein Schlagwort unter vielen ist - sie wird gelebt, sie ist es, die das Miteinander beider Städte seit einem halben Jahrhundert prägt. Im Saal: Gäste und Gastgeber aus allen Jahrzehnten der Partnerschaft, alte Hasen und ganz neu Dazugekommene. Viele blicken auf jahrzehntelange, gemeinsame Erinnerungen zurück. "Jeder von Ihnen ein Mosaiksteinchen, eine Facette dieser wunderbaren Städteverbindung", sagte Demmer.

 

Zum Ausdruck kam das symbolisch in einem Partnerschaftsmosaik, das aus vielen kleinen Einzelaufnahmen entstand und in einem Null-Euro-Schein mit Partnerschaftsmotiv. Symbolkräftig war auch die Unterzeichnung der neuen Partnerschaftsurkunde. Demmer: "Den Partnerschaftsvertrag schreiben wir fort als Freundschaftsvertrag."

 

Mithin die größte Symbolkraft jedoch hatte der Auftritt von Gaëlle Bénizé-Thual. Die Beigeordnete für Städtepartnerschaften und Sport wurde selbst im Jahr der Partnerschaftsgründung geboren - für Saint-Nazaire unterzeichnete damals ihr Großvater Etienne Caux die Urkunde. Sie erinnerte an zentrale Stationen der deutsch-französischen Freundschaft, darunter auch an den in Saint-Nazaire geborenen Aristide Briand, der als Außenminister schon 1929 eine vereinende Verbindung der Völker forderte. "Unser Europa ist ein Europa der Menschen", sagte Bénizé-Thual, "und wir müssen sehr darauf bedacht sein, es gegenüber extremistischem Nationalismus zu verteidigen."

 

Auch deshalb forderte sie, die schon jetzt zahlreichen Begegnungen weiter auszubauen - "insbesondere für unsere Jugendlichen, um die Ideale unserer Vorfahren weiterzugeben." Das bekräftigte auch OB Demmer: "Wir brauchen mehr Treffen, mehr Begegnungen, mehr Austausch, mehr Ideen, mehr Projekte, mehr Akteure. Das "Mehr" werden wir leben." Dass es dafür auch Bedarf gibt, zeigte das von Christian Schu produzierte Filmprojekt "50 Botschaften für Frieden und Freundschaft", in dem junge Menschen aus beiden Städten ihre Positionen zu Frieden, Freundschaft, Europa und zur Städtepartnerschaft zum Ausdruck brachten. Besonders hervor hoben Bénizé-Thual und Demmer den Jugendaustausch im deutsch-französischen Freiwilligendienst, der mit den jungen Botschaftern im Jubiläumsjahr erstmals umgesetzt wurde.

 

Für Eisenhüttenstadt überbrachte Katrin Fiegen stellvertretend für Bürgermeister Frank Balzer beste Grüße zum Jubiläum. Moderiert wurde der Festakt von Hans-Werner Strauß und Nicole Dupré.