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Kreisstadt Saarlouis und Ludwig Galerie Saarlouis trauern um Prof. Peter Pachnicke

16.01.2019

Von: Monika Kaspar


"Werke alter und moderner Kunst miteinander "in Berührung" zu bringen, um so für den Betrachter die inneren Beziehungen der Kunst der Vergangenheit und der Gegenwart aufzuzeigen, indem die Werke erlebbar zusammengeführt werden", war das Motto von Peter Pachnicke, der von 1993 bis 2007 als Kurator an der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen tätig war. Das damalige Museum Haus Ludwig war durch Kooperationsvertrag eng mit dem Oberhausener Haus verbunden. Von Beginn seiner Tätigkeit an, lag Peter Pachnicke auch das Saarlouiser Haus und seine Ausstellungskonzeption sehr am Herzen.



Prof. Pachnicke bei der Eröffnung der Ausstellung "Papiersoldaten" im Juni 2014. Foto: Archiv Stadt Saarlouis

Der 1942 in Dresden geborene Pachnicke hatte Philosophie und Kunstgeschichte in Berlin studiert und lehrte zu DDR-Zeiten lange Jahre als Professor für Ästhetik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig; seit 1980 war er international als Ausstellungskurator tätig.

 

Mit der Ausstellung "Versuche zu trauern - Meisterwerke aus der Sammlung Ludwig von der Antike bis zur Gegenwart", die nach Oberhausen 1995 auch in Saarlouis gezeigt wurde, setzte  Peter Pachnicke als Kurator Maßstäbe. Die gemeinsam mit Bernhard Mensch erarbeitete Präsentation, löste nicht nur Betroffenheit und sinnliche Berührung bei den Ausstellungsbesuchern aus, sondern begeisterte auch die Leihgeber und die Sammler. Die Bannbreite reichte von „Simplicissimus“, „dem Fotografischen Blick“ über „Maos China“ bis hin zu Picasso und zu „Living Stones – die Natur als Künstlerin“. Unter dem Motto "Berührung der Kulturen" und "Blickerweiterung" folgten in den nächsten Jahren zahlreiche von Peter Pachnicke kuratierte Ausstellungen, die zum unverwechselbaren Ausstellungsprofil des Saarlouiser Museums beitrugen.

 

Auf Initiative von Peter Pachnicke wurde bereits seit Mitte der 1990er Jahre der Focus in Saarlouis auch auf das eigene saarländische künstlerische und kulturelle Erbe des 19. und 20. Jahrhunderts gerichtet. „Gesammelt in Saarlouis“, „20 Jahre Galerie Walzinger“, „Jean Lurçat", „subjektive fotografie“, „neue gruppe saar“, „Crossover“, „Die Sammlung Kaldewey“ oder „Der Tisch Gottes – Heinz Oliberius“ sind hier zu nennen. Insbesondere lag ihm der Künstler Rudolf Hesse am Herzen, dessen Karikaturen und Zeichnungen in einer großen Ausstellung 2009 gezeigt werden konnten.

 

Auch nach Beendigung seiner beruflichen Tätigkeit in Oberhausen, war er weiterhin dem Saarlouiser Haus eng verbunden und kuratierte bis 2014 zahlreiche Ausstellungen u.a. zur Fotografie, Karikatur sowie zu den Sammlungsbeständen der Sammlung Ludwig. Als letztes großes Projekt unter seiner Federführung wurde vor fünf Jahren die Ausstellung „Papiersoldaten  - les petits soldats de Strasbourg (aus der Sammlung Ludwig) und die Festungsanlage von Vauban“ in Saarlouis präsentiert.

 

Bis zuletzt war Peter Pachnicke Saarlouis eng verbunden und verfolgte interessiert den Neuanfang des Museum als Ludwig Galerie Saarlouis in den ehemaligen Räumen der Kaserne VI.

Nach schwerer Krankheit ist der Kunsthistoriker jetzt im Alter von 76 Jahren in Berlin verstorben. Die Kreisstadt Saarlouis und die Ludwig Galerie Saarlouis werden Peter Pachnicke und sein unermüdliches Engagement für die Kunst, Kultur und für das Saarlouiser Ludwig Museum immer in ehrender Erinnerung behalten.