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Liebeserklärung an die Heimat

07.05.2018

Von: Sabine Schmitt


Der Verein für Mundart und Geschichte feierte 10-jähriges Bestehen und stellte gleichzeitig sein erstes Buch vor. „Die Geschichte des Saarlouiser Stadtteils Beaumarais“ umfasst fast 280 Seiten und ist ab sofort im örtlichen Buchhandel erhältlich.



Die Heimatvereine aus Roden, Fraulautern, Neuforweiler und Lisdorf gratulierten den Kollegen aus Beaumarais zur Buchvorstellung und überreichten ein Geschenk. Walter Löffler, Jürgen Baus, Guido Fontaine, Michael Hoen, Alois Rau und Heiner Groß (v.l.)(Fotos: Sabine Schmitt)

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Das erste Buch überreichten Jürgen Baus, Walter Löffler und Volker Felten (v.l.) an Oberbürgermeister Peter Demmer (2.v.l.)(Fotos: Sabine Schmitt)

Zur Buchpräsentation im Beaumarais gratulierten zahlreiche Gäste: Andreas Sauder, Hubert Ulrich, Hakan Gündüz, Walter Löffler, Karin Pecina, Jürgen Baus, Oberbürgermeister Peter Demmer und Michael Hoen (v.l.) (Fotos: Sabine Schmitt)

„Vor zehn Jahren trafen sich einige Interessierte, um die Geschichte unseres Dorfes Beaumarais niederzuschreiben“, sagte Walter Löffler, Vorsitzender des Vereins für Mundart und Geschichte Beaumarais“. Doch die Aufgabe erwies sich zunächst als unlösbar, da man nicht ausreichend finanzielle Mittel hatte. Daher konzentrierte sich der Verein auf andere Projekte wie Ausstellungen, Filmabende und Vorträge. Im letzten Jahr begegnete man Volker Felten, dem bekannten Saarlouiser Heimatforscher und Buchautoren. Er bot an, die Fülle an Material, die der Verein zwischenzeitlich zusammengetragen hatte, aufzuarbeiten und daraus ein Buch zu machen. Die Begeisterung war groß und übertrug sich auf Sponsoren und Unterstützer, die bei der Finanzierung mithalfen. So entstand in wenigen Monaten ein 280 Seiten umfassendes Buch im A4-Format mit einer Vielzahl an Fotografien, Skizzen, Zeitungsausschnitten und Plänen mit ebenso informativen, spannenden und unterhaltsamen Texten. Familienministerin Monika Bachmann bezeichnete die Chronik in ihrem Grußwort als eine „Liebeserklärung an die Heimat“.

 

Das Buch gliedert sich in 13 Kapitel und beschäftigt sich mit der Geschichte der Pfarrei, dem jüdischen Leben im Dorf, der Entwicklung der Hauptstraße, der Beaumaraiser Siedlung, der Räumung der Roten Zone, den Stollen von Schönbruch im II. Weltkrieg, der Stadtentwicklung und dem Vereinsleben. Die einzelnen Artikel haben Volker Felten, Esther Reichmann, Jürgen Baus, Walter Löffler sowie Heinrich und Peter Pütz geschrieben. Dazu kamen noch Artikel und Fotos von der Lehrerin und Heimatforscherin Dora Dimel und dem Künstler und Fotografen Hans Nicola, die beide im letzten Jahrhundert verstorben sind. Seit den 30er Jahren haben sie Menschen und Ereignisse des Ortes in Schrift und Bild dokumentiert, waren aktiv in den Vereinen und im Dorfgeschehen. Aufgrund ihres Engagements hat der Verein Dora Dimel und Hans Nicola das Buch gewidmet. Am Ende befindet sich noch ein umfangreicher Anzeigenteil, mit dem ein Teil des Buches finanziert wurde.

 

Das erste Exemplar erhielt Oberbürgermeister Peter Demmer am Abend der Buchvorstellung vom Vorstand des Vereins. Der Oberbürgermeister lobte das Engagement des Vereins für Mundart und Geschichte. Die Heimatkunde erhielt viele Jahre nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdient gehabt hätte und so könnten wichtige Dinge leicht in Vergessenheit geraten. Mittlerweile gebe es in Saarlouis in jeden Stadtteil mindestens einen Heimatverein, so der Oberbürgermeister. Sie sind allesamt sehr motiviert, wie ihre Ausstellungen, Filmabende, Vorträge und Studienfahrten belegen. Vorstandsmitglied Jürgen Baus gab einen kurzen Überblick über die bisherigen Vereinsaktivitäten. Dazu gehörten zwei Foto-Ausstellungen mit aktuellen und historischen Fotos sowie eine Ausstellung für Kreativschaffende aus Beaumarais. Die jüngste Ausstellung über die „Räumung der roten Zone“ erfuhr saarlandweite Aufmerksamkeit. Darüber hinaus hat der Verein die Benennung einer Straße nach Dora Dimel, die Anbringung von zwei Gedenktafeln in Erinnerung an das Schicksal der Beaumaraiser Juden initiiert und mehrere Filmabende veranstaltet. „Das jüngste Projekt geht zurück auf die älteste Idee“, sagte Jürgen Baus. Man sei froh und stolz, dieses umfangreiche Werk zum 10-jährigen Vereinsjubiläum präsentieren zu dürfen. Das vorliegende Werk wurde fast 100 Seiten umfangreicher als geplant. Und dennoch hätten viele Geschichten und Vereinschroniken aus Platzmangel in der Schublade bleiben müssen. Daher plant der Verein einen zweiten Band herauszubringen. Jeder, der Lust am Schreiben oder Fotografieren hat, ältere Briefe, Urkunden, Fotografien, Zeitungsausschnitte und anderes Material mit Bezug zu Beaumarais besitzt, ist herzlich eingeladen, an dem neuen Buchprojekt mitzuarbeiten.

 

Das Buch „Die Geschichte des Saarlouiser Stadtteils Beaumarais“ ist im Felten-Verlag erschienen und zum Preis von 29,80 Euro erhältlich bei Pieper Bücher, Bock & Seip sowie im „Beaumaraiser Laden“ (Hauptstr. 179).