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Lisdorfer Berg: Stadt nimmt ÖPNV-Anbindung ernst

30.08.2019


Für die Stadt Saarlouis ist eine mögliche ÖPNV-Anbindung auf den Lisdorfer Berg ein wichtiges Thema, das die Verwaltung ernst nimmt und mit dem sie schon lange befasst ist.



Nach bisherigen Erkenntnissen war ein ausreichender Bedarf an einer entsprechenden Busverbindung noch nicht gegeben – unter anderem weil sich die Schichtzeiten der Betriebe unterscheiden und damit auch die potentiell benötigten An- und Abfahrzeiten. Auch aus diesem Grund wollten sich die ansässigen Unternehmen bislang noch nicht finanziell an einer möglichen Buslinie beteiligen. Eine neue Situation ergibt sich, wenn der Küchenhersteller Nobilia seinen Betrieb im neuen Werk aufnehmen wird: Weil dann täglich mehrere hundert zusätzliche Arbeitnehmer auf den Lisdorfer Berg und wieder zurück müssen, war es vorgesehen dann eine konkrete Bedarfsermittlung durchzuführen.

 

Laut einer Umfrage des Verbandes für Handel, Handwerk, Industrie und Freie Berufe soll es nun 150 Personen geben, die eine Busverbindung auf den Lisdorfer Berg nutzen wollen. Von dieser Umfrage erhielt die Verwaltung erst durch eine Medienanfrage Kenntnis. „Im Rahmen einer guten Zusammenarbeit hätte ich mir gewünscht, dass der Verband uns frühzeitig über diese Umfrage informiert hätte, damit wir im Sinne der Unternehmen entsprechend zügig auf die neuen Erkenntnisse hätten reagieren können.“ Die Umfrage des Verbandes wurde umgehend beim Vorsitzenden angefragt, derzeit liegt sie der Verwaltung allerdings noch nicht vor.

 

Gleichwohl hat die Stadtverwaltung reagiert und diese Woche den Landkreis angeschrieben, um eine erneute Bedarfsprüfung durch die KVS anzuregen. Im positiven Falle sei etwa ein mehrwöchiger Testbetrieb möglich, um Informationen über Akzeptanz und Refinanzierung zu erhalten. Eine Überprüfung aus dem Jahr 2016 ergab voraussichtliche Betriebskosten von rund 100.000 bis 120.000 Euro pro Jahr.

 

In der Zwischenzeit hat sich auch die Grünen-Fraktion des Überherrner Gemeinderates bei der Stadt Saarlouis gemeldet. Auch dort bestehe Bedarf für ÖPNV-Anbindungen für die Industriegebiete Häsfeld und Langwies. Um mögliche Kooperationen und Synergieeffekte zu überprüfen wird die Stadt Saarlouis in dieser Sache Kontakt mit der Gemeinde Überherrn aufnehmen.