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„Lou mol lo“: Alfred Gulden ist neuer Ehrenbürger von Saarlouis

26.03.2019

Von: Petra Molitor


Oberbürgermeister Peter Demmer hat im März auf einstimmigen Beschluss des Stadtrates den Schriftsteller, Dramatiker, Lyriker, Filme- und Liedermacher Alfred Gulden zum neuen Ehrenbürger der Kreisstadt Saarlouis ernannt. Damit ehrt man dessen umfangreiches, vielfach ausgezeichnetes Werk, in dem er als einer der ersten Autoren Mundart als intensives künstlerisches Mittel einsetzte. Zahlreiche Freunde und Wegbegleiter nahmen am Festakt im Theater am Ring teil, auch Bundesaußenminister Heiko Maas nahm sich die Zeit, Gulden zu gratulieren. Gleichzeitig mit der Verleihung erfolgte die Vernissage der Foto-Ausstellung "Silberherz III", die in den nächsten vier Wochen in den Räumen der Stadtbibliothek zu sehen ist.



Eine besondere Auszeichnung für einen besonderen Menschen: Alfred Gulden mit seiner Ehefrau Karin und der Ehrenbürgerurkunde der Kreisstadt Saarlouis. Fotos: Petra Molitor

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„Angenehm überrascht“, war er, sagte Gulden, der Anfang des Jahres seinen 75.
Geburtstag feierte, als ihn die Nachricht von dieser besonderen Auszeichnung
erreichte. Wie sehr er sich darüber freute, war ihm an diesem Sonntagmorgen deutlich anzusehen, er strahlte mit seiner Frau Karin um die Wette.


Peter Demmer würdigte den Künstler in seiner Ansprache im vollbesetzten Festsaal: „Alfred Gulden ist ein kreatives Multitalent. Aber das allein reicht nicht, um Ehrenbürger zu werden. Nach dem Gesetz kann eine Kommune die Ehrenbürgerschaft an Menschen verleihen, die sich in besonderem Maße um ihre Heimatstadt verdient gemacht haben. Und das haben Sie auf ihre ganz eigene Art und Weise getan, Herr Gulden. Sie haben den Namen unserer Stadt weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht. Ihr Werk hat uns alle bereichert und wird auch die kommenden Generationen noch bereichern. Als der Stadtrat sie 2014 zum „Stadtschreiber“ ernannte, verbunden mit dem Auftrag, sich künstlerisch mit der Stadt Saarlouis auseinander zu setzen, haben sie sich für ein außergewöhnliches Chor-Projekt entschieden. Hier im Theater am Ring präsentierten Sie mit 57 Choristen das Sprechstück „SilberHerz“. Ein Stück für Saarlouiser Bürger, von einem Saarlouiser Bürger, mit Saarlouiser Bürgern – so nannten Sie es.“ Ein Jahr später folgte „SilberHerz“ Teil II mit der Filmvorführung und heute stehen wir hier und sehen „SilberHerz“ Teil III, die Ausstellung. Auch einen gleichnamigen Roman wird es noch geben“.

 

„Das ist aber nur ein sehr kleiner Teil des Werkes von Alfred Gulden. Stadtschreiber ist er eigentlich schon seit mehr als vier Jahrzehnten. 1975 erschien mit „Lou mol lo lo laida“, einem Spruch, den ich aus meinem Elternhaus kenne, der erste Gedichtband von Alfred Gulden mit Werken in Rodener Platt“ fuhr der Oberbürgermeister fort und skizzierte weitere Höhepunkte in der Arbeit des Saarlouisers mit Wohnsitzen in Wallerfangen und München.


Laudator Prof. Dr. Sikander Singh, Leiter des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsass, würdigte einen "Meister des sich-selbst-Bewusstseins", der sich immer wieder überwand, seinen ganz eigenen, ganz speziellen Weg zu gehen“. In seinen fast schon poetisch anmutenden Erläuterungen nannte er Gulden einen „Freund und Befremdeten von Saarlouis“, der seiner Heimatstadt gleichzeitig nah und fern sei“. Aus der Ferne betrachtet habe er die Festungsstadt während seiner Aufenthalte in München und den Vereinigten Staaten mit dem Ziel, sich aus der Enge der industriegeprägten Kleinstadt zu befreien und ausgiebig „Luft zu holen“. Nach dieser Zeit der Distanz sei Alfred Gulden jetzt wieder ganz zurück bei seiner Stadt Saarlouis.


Alfred Gulden bedankte sich, wie es sich für einen Schriftsteller gehört, mit drei kurzen, dem Anlass entsprechenden, literarischen Texten. Er sei allen, die an diesem tollen Tag mitgewirkt hätten, sehr verbunden: Der Verwaltungsspitze, dem Stadtrat, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Prof. Dr. Singh, der Band „Phase IV“, die die Veranstaltung musikalisch gestaltete und natürlich seinen lieb gewonnenen „Silberherzen“.

 

Mit einem Augenzwinkern überreichte Norbert Bertsche dem ehemaligen Ministranten Gulden anschließend im Namen des Chores ein Weihrauchfass zur privaten „Beweihräucherung“.