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Ludwig Galerie Saarlouis: Ausstellung „Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie“

10.05.2019

Von: Monika Kaspar


Am Sonntag, 19. Mai 2019 um 11 Uhr ist in der Ludwig Galerie Saarlouis die Eröffnung der Ausstellung „Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie“. Da an diesem Tag auch der Internationale Museumstag stattfindet, ist die Ludwig Galerie an diesem Sonntag von 11 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Zur Vernissage sprechen Oberbürgermeister Peter Demmer, die Leiterin der Ludwig Galerie Saarlouis, Dr. Claudia Wiotte-Franz und Dr. Christiane Stahl, Leiterin der Alfred Ehrhardt Stiftung, Berlin. Die musikalische Umrahmung übernehmen Ricardo Angel-Peters und Herry Schmitt.



Frank Kunert, Flugsteig (Heaven's Gate), 2002 ©Frank Kunert

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Thomas Wrede, Oberhalb des Tales, 2009 ©Thomas Wrede, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Sonja Braas, The Quiet of Dissolution, Wave, 2008 ©Sonja Braas/Courtesy Galerie Tanit, München

Die Ausstellung "Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie" bringt erstmals Künstlerinnen und Künstler zusammen, die sich in ihren selbstgebauten Modellen mit dem Thema der künstlich konstruierten Natur befassen. Sie arbeiten im medialen Schwellenbereich zwischen Skulptur, Modellbau und Fotografie, wobei die Fotografie als abschließende Präsentationsform Bedeutung erlangt, da die gebauten Modelle oftmals zerstört werden. Sie zeigen Miniaturen von Phantasieorten, Meeres-, Schnee- und Gebirgslandschaften sowie von urbanen Gebieten, kosmischen Gebilden, Katastrophen und Naturgewalten. Die Landschaft ist eine "Bühne für eine fiktive Reise durch eine fiktive Zeit und einen fiktiven Raum" (Sonja Brass).

 

Das Modellhafte verschwindet im Medium Fotografie zunehmend, so dass nicht selten der Eindruck einer täuschend echten Naturabbildung entsteht und die Künstlichkeit in eine Natürlichkeit übergeht. Die künstlerischen Positionen überschreiten nicht nur die Grenzen geläufiger Kunstgattungen, sondern auch jene zwischen Mikro- und Makrokosmos, Abstraktion und Anschauung, Analyse und Synthese.

 

"Ich habe unsere Umwelt immer als künstlich, als etwas Konstruiertes wahrgenommen, ich sehe eine Häuserzeile als Stillleben oder einen Bürgersteig als Bühne." (Oliver Boberg)

 

Es ist eine Lust am Schein, die uns im Bann hält und mit der wir immer wieder aufs Neue unser Getäuscht-werden zu ergründen suchen. Die in der Ludwig Galerie Saarlouis vorgestellten Künstlerinnen und Künstler arbeiten an der Schnittstelle zwischen Idealisierung, Entfremdung und Aneignung der Natur. Mit Hilfe ihrer Modelle und der anschließend fotografischen Fixierung begeben sie sich auf den Spuren der Naturschöpfung.

 

Die Künstlerinnen und Künstler schaffen nicht bloß ein Abbild der Natur, sondern sie werden selbst zum Schöpfer, indem sie Ausschnitte der Natur herausgreifen und neu kombinieren. Die Nachahmung der Natur kommt einem Schöpfungsakt gleich, der das re-kreiert, was eigentlich nicht re-kreierbar ist: das Naturschöne. Auf einigen Fotos sehen wir Landschaften, die an romantische Gemälde erinnern, während andere surreale Szenen darstellen. Gleichzeitig geht die Ausstellung der Frage nach, inwieweit eine Fotografie die Wirklichkeit zeigt und wie sich unser Auge täuschen lässt.

 

Folgende Künstlerinnen und Künstler stellen aus:

 

Matthew Albanese, Oliver Boberg, Sonja Brass, James Casebere, Julian Charrière, Jojakim Cortis & Adrian Sonderegger, Kim Keever, Frank Kunert, David LaChapelle, David Levinthal, Didier Massard, Suzanne Moxhay, Mariele Neudecker, Hans Op de Beeck, Maija Savolainen, Shirley Wegner, Thomas Wrede, Edwin Zwakman

 

Die Ausstellung wurde von der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin kuratiert und in Zusammenarbeit mit dem Kallmann-Museum Ismaning, der Ludwig Galerie Saarlouis und der Stadtgalerie Kiel realisiert.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Michael Imhof Verlag: Marie Christine Jádi, Christiane Stahl. Modell-Naturen in der zeitgenössischen Fotografie. Gebunden, 96 Seiten, deutsch/englisch. ISBN: 978-3731907046, Preis: 19,95 Euro