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Nachhaltiger Schutz: NABU-Baumerhalter engagieren sich im Saarlouiser Stadtgarten

15.12.2017

Von: Petra Molitor


Rund 6.500 Tierarten, 1.600 Pilzarten und 2.800 Pflanzenarten sind in unseren heimischen Wäldern vom Vorkommen alter Bäume und Totholz abhängig. Da die meisten Bäume schon im relativ „jungen“ Alter von bis zu 100 Jahren wirtschaftlich genutzt werden, ist diese biologische Vielfalt stark bedroht. Um dem entgegenzuwirken, hat der Naturschutzbund Deutschland (NABU) die Aktion „Baumerhalter“ ins Leben gerufen. Unternehmen und Privatleute übernehmen dabei Patenschaften, um ökologisch besonders wertvolle Baumindividuen langfristig zu erhalten – insbesondere auch in der sogenannten Zerfallsphase. Im Saarlouiser Stadtgarten wurden in diesem Rahmen im „naturbelassenen Bereich“ in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung mittlerweile sechs Bäume als „Wertbäume“ gekennzeichnet.



BGO Günter Melchior, Baumpate Manfred Huffer und NABU-Projektleiter Helmut Harth präsentieren gemeinsam die Plakette, die an den Bäumen angebracht wird. Fotos: Petra Molitor

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Mike Maringer, Mario Natale, Manfred Huffer, Günter Melchior, Dr. Andreas Ney und Helmut Harth vor einem der für 40 Jahre geschützten Bäume.

"Die Kreisstadt Saarlouis unterstützt das Baumerhalterprojekt gerne, da es gut zu der naturnahen Waldbewirtschaftung im Kommunalwald passt. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit dem NABU und hoffen auf viele weitere Baumpaten aus Wirtschaft und Bevölkerung", so der Beigeordnete Günter Melchior bei der Markierungsaktion im Dezember. "Wir alle profitieren von den vielseitigen Wohlfahrtswirkungen des Waldes, daher bietet es sich an, ein Waldnaturschutzprojekt direkt vor Ort zu unterstützen", sagte Melchior weiter.

Die Kreisstadt Saarlouis ist die erste Kommunalwaldbesitzerin im Landkreis Saarlouis bzw. eine von bisher zwanzig Kommunen im Saarland, die sich beim NABU-Baumerhalterprojekt als Kooperationspartnerin beteiligt.

 

Manfred Huffer von der Huffer Farben GmbH wählte gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für ökologische Stadtentwicklung, Mario Natale, dem städtischen Umweltschutzbeauftragten Dr. Andreas Ney, Baumkontrolleur Mike Maringer (NBS) und NABU-Projektleiter Helmuth Harth seine vier Patenbäume, eine Eiche, eine Esche und zwei Buchen, aus. Mit deren Erhalt dokumentiert das Unternehmen seine Heimatverbundenheit und sein Engagement im Umweltschutz. Die ersten privaten Baumpatinnen und Baumpaten konnten bereits im Oktober gegen eine Patenschaftsgebühr von 250 Euro ihre Patenbäume im Stadtpark kennzeichnen und damit gleichzeitig auch die Brutbäume der größten Saatkrähenpopulation des Saarlandes langfristig sichern.

 

Die Patenschaften im Baumerhalterprojekt ermöglichen es dem NABU, den Waldeigentümer für den Nutzungsverzicht des Baumes in Höhe eines fiktiven Brennholzwertes zu entschädigen. "Uns ist es wichtig, alternative und realisierbare Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen, um es Firmen und Privatpersonen zu ermöglichen, einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt vor Ort zu leisten", erklärte Projektleiter Helmut Harth.

 

Der NABU Saarland verpflichtet sich im Rahmen der Baumpatenschaft 40 Jahre lang die Erhaltung der Bäume zu kontrollieren und zu dokumentieren, wozu auch die Pflege einer Datenbank mit den GPS-Koordinaten der Habitatbäume zählt. Jeder Baum erhält außerdem eine entsprechend nummerierte Plakette mit dem Namen des Spenders.

 

Weitere Infos zum Thema findet man auf www.wertvoller-wald.de.