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Neuer Treffpunkt in Roden: Donatuszentrum offiziell eröffnet

11.11.2021

Von: Petra Molitor


Wohnungen, Vereinsräume, die Gaststätte „Donatus-Biergarten“ und die Donatus-Apotheke waren bisher in dem weitläufigen Gebäudekomplex in der Rodener Schulstraße ansässig. Nach einem umfangreichen Umbau der Geschäftsräume des ehemaligen Cap-Marktes vervollständigen nun das Quartiersmanagement, die Volkshochschule und die Diakonie mit einer Außenstelle des Sozialkaufhauses und dem Café „Herz und Hand“ das neue Donatuszentrum. Dies wurde mit einer Aktionswoche mit vielfältigem Programm gefeiert. Die offizielle Einweihung fand dann Anfang November statt, Ehrengast war der saarländische Innenminister Klaus Bouillon. Und der brachte großzügige Fördermittel-Bescheide für die Kreisstadt mit.



Gruppenbild mit Innenminister Klaus Bouillon, der Saarlouiser Stadtspitze und Vertretern aus Verwaltung, Politik und Diakonie bei der offiziellen Eröffnung des Donatuszentrums. Fotos: Petra Molitor

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Oberbürgermeister Peter Demmer und Bürgermeisterin Marion Jost begrüßten die Gäste. "Als Rodener freue ich mich natürlich ganz besonders, dass wir Ihnen heute diese freundlichen, einladenden und funktionalen Räumlichkeiten vorstellen können. Die Voraussetzungen zur Belebung des Ortskerns sind hiermit ein großes Stück fortgeschritten, jetzt müssen die Einwohnerinnen und Einwohner das neue Angebot nur noch annehmen", sagte Peter Demmer und versprach, dass auch der Außenbereich des Geländes noch verschönert werden wird. Der Verwaltungschef berichtete auch Interessantes aus der langen Geschichte des Gebäudes, mehr dazu am Ende des Artikels.

 

"Als der Cap-Supermarkt der AWO 2018 seine Pforten schloss, standen wir vor der Frage, was aus den Räumen werden soll. Aus unserer Bürgerbeteiligung hatte sich herauskristallisiert, dass sich die Menschen einen Treffpunkt im Ortskern wünschten, an dem sie sich wieder zusammensetzen und austauschen können. Aus diesem Gedanken entstand die Idee zur jetzigen Nutzung, bei der wir soziale, kommunikative und integrative Aspekte unter einem Dach vereinen", erläuterte Marion Jost.

 

Dafür gab es viel Lob und Zuspruch von Anne Fennel, Geschäftsführerin der Diakonie Saar, die Langzeitarbeitslosen hier eine Beschäftigung bietet: "Mit der klugen Zusammenstellung der unterschiedlichen Angebote haben Sie, lieber Herr Oberbürgermeister Demmer, liebe Frau Bürgermeisterin Jost, mit Ihren Mitarbeitenden, mit den Mitgliedern des Stadtrats, der Quartierskonferenz, mit Unterstützung des Bauministeriums durch das Bund-Länder-Programm "Sozialer Zusammenhalt" und den vielen Kooperationspartnerinnen und -partnern vor Ort ein Zentrum geschaffen, das seinen Namen wirklich verdient".

 

Das fand auch Innenminister Klaus Bouillon, der zu diesem Termin gleich mehrere Zuwendungsbescheide an die Stadtspitze übergab. "Die Kreisstadt Saarlouis erhält rund 742.000 € zur Förderung von Maßnahmen der sozialen Stadtentwicklung. Die Fördermittel werden der Stadt im Rahmen des Städtebauförderprogrammes vom Bund und Land bereitgestellt. Ziel ist die Verbesserung der sozialen Infrastruktur sowie die Schaffung von attraktiven Stadtteilzentren in den Stadtteilen Fraulautern und Roden", sagte er. Der Umbau der ehemaligen Schule kostete ca. 600.000 Euro, diese Kosten trug die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis als Eigentümerin des Gebäudes. Einen Teil der Inneneinrichtung finanzierte man durch die Spende einer Rodener Bürgerin, die anonym bleiben möchte.

 

Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer und an die Musikschule Mezzoforte, die die Eröffnung musikalisch umrahmt hat!

 

Zum Hintergrund:

 

Im Jahre 1875 wurde das neu errichtete Schulhaus, später "Donatussschule", in der Schulstraße bezogen. Es bestand ursprünglich aus vier Sälen, erfuhr aber wegen fortlaufend steigender Schülerzahl mehrfach eine Erweiterung, bis man schließlich bei 16 Sälen und einer Reihe von Nebengebäuden angelangt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren ein Großteil der Häuser in Roden zerstört, so auch die Donatusschule. Durch den Mangel an Baustoffen verzögerte sich der Wiederaufbau, sodass das Gebäude erst im März 1950 bezogen werden konnte. Im Laufe der kommenden Jahre entstanden noch weitere Schulen in Roden. Und so kam es, dass mit der Eröffnung der Grundschule Steinrausch im September 1983 die Donatusschule ausgedient hatte. Nach 108 Jahren Schulbetrieb wurde das Gebäude in ein Wohn- und Geschäftshaus umgebaut.