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Saarburger Schüler auf Vaubans Spuren in Saarlouis

06.02.2019

Von: Sascha Schmidt


Für eine Schülergruppe vom Gymnasium Saarburg ging es mit Stadtplaner Jürgen Baus auf Erkundungstour durch die Saarlouiser Festungsgeschichte: Dabei spannte er einen Bogen vom Bau über die Schleifung bis zur Rückbesinnung auf das Festungserbe und die heutige Bedeutung der Anlagen.



Eine Festung wie ein Kompass: Stadtplaner Jürgen Baus empfing eine Schülergruppe des Saarburger Gymnasiums, um ihnen über das historische Erbe der Vauban-Festung zu berichten. Nach einer Einführung auf der Vaubaninsel ging es weiter zum Festungspark am Ravelin V. Fotos: Sascha Schmidt

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Auf die Spuren von Festungsbaumeister Vauban begaben sich Schülerinnen und Schüler vom Abibac-Zweig am Gymnasium Saarburg. Thema des Géo- und Histoire-Kurses von Christina Bernsten und Hans-Josef Zenzen war die Grande Region, und dabei speziell die Suche nach Städten, in denen das historische Erbe eine besondere Rolle spielt. Teil des Unterrichts war eine Exkursion nach Saarlouis und ins französische Longwy.

 

In Saarlouis empfangen wurde die Schülergruppe von Jürgen Baus, Amtsleiter für Stadtplanung, Hochbau, Denkmalpflege und Umwelt , der im Gebäude auf der Vaubaninsel über die Geschichte der Festung berichtete, über Vauban und Choisy, aber auch von der städtebaulichen Rückbesinnung auf das reiche Festungserbe der Stadt. Dabei lernten die Schüler ganz unterschiedliche Facetten und Besonderheiten kennen: Die Ecken des Großen Marktes seien wie ein Kompass angelegt, erklärte Baus, der wichtigste Unterschied zur Vauban-Festung Longwy liege in der Bedeutung des Wassers in Saarlouis, oder auch: „Die Kasematte auf der Vaubaninsel ist etwas, das gut nachgemacht ist.“ Bis auf den vorderen Bereich rund um den Torbogen sei das Gebäude nicht historisch, sondern wurde einst als Ausflugslokal nach dem Vorbild Vaubans gebaut.

 

An anderer Stelle wird der Schnitt zur Geschichte hingegen deutlich: Am Ravelin V nämlich, wo moderne Elemente die wiederhergestellten Festungselemente ergänzen. „Nach der Charta von Venedig muss es erkennbar sein, wenn man dem Historischen etwas zufügt“, sagte der Stadtplaner. Das konnte die Schülergruppe selbst erleben: Im Festungspark am Ravelin V wird dies durch Beton und Cortenstahl besonders deutlich.

 

Nachdem ein geplantes Luxuswohnbauprojekt auf dem ehemaligen Schlachthofareal vor über zehn Jahren im Zuge der Finanzkrise gescheitert war, entschied sich die Stadt, an dieser Stelle die Festung wieder herzustellen. „Dabei war es wichtig, von Anfang an zu erklären, was wir hier machen“, erzählte Baus. Rund 100 Führungen habe er über die Jahre selbst durch die Anlage geführt. Los ging das bereits in der frühen Bauphase mit Baustellenführungen. „Die Menschen tragen das alles in die Gesellschaft. Das ist wichtig, um ein solches Projekt zu vermitteln.“ Dazu habe auch die EU-Förderung mit einer Förderquote bis 83 Prozent in besonderem Maße beigetragen, durch die die Maßnahmen überhaupt erst finanzierbar wurde. „Das hat uns viel Überzeugungsarbeit gespart.“