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Stadtteilspaziergänge Soziale Stadt: Bürger diskutierten über Vor- und Nachteile in ihren Stadtteilen

12.09.2017

Von: Sascha Schmidt


Wo liegt Potential? Was sollte sich verbessern? Diese und weitere Fragen wurden bei den Stadtteilspaziergängen in Roden und Fraulautern thematisiert – der ersten Phase aktiver Bürgerbeteiligung am langfristigen Förderprogramm Soziale Stadt.



Pfarrgarten und Donatuszentrum, Begegnungsorte und Verkehrssituation: An zwei Nachmittagen folgten zahlreiche Bürger dem Angebot, beim Stadtteilspaziergang und der anschließenden Infoveranstaltung Anregungen und Kritik zum Stadtteil zu äußern. Mit dabei waren neben der Verwaltungsspitze auch zahlreiche Stadtverordnete. Ein Fragebogen liegt noch bis zum 30. September aus, die gesammelten Erkenntnisse fließen in die weitere Projektarbeit ein und münden dann in einem sogenannten Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK). Fotos: Sascha Schmidt

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Es ist etwas da, wir müssen nur etwas daraus machen.“ Ein einfacher Satz, der vieles gleichzeitig zum Ausdruck bringt. Einmal: Irgendetwas fehlt im Moment, dann: Es geht um das „Wir“. Und zuletzt: Hier liegt Potential!

 

Gefallen ist der Satz beim Stadtteilspaziergang in Roden, der ersten Phase der Bürgerbeteiligung der Sozialen Stadt, die gerade hier und im benachbarten Stadtteil Fraulautern angelaufen ist. Ausgesprochen wurde er von einem der zahlreichen Bürger, die dem Aufruf zur mehrstündigen Veranstaltung gefolgt sind – durchgeführt vom Institut FIRU, gemeinsam mit der Verwaltungsspitze sowie vielen Stadtratsmitgliedern und Verantwortlichen der Stadtverwaltung.

 

In diesem konkreten Fall ging es um das Donatuszentrum, eine anschließende Diskussion aller Beteiligten nannte die Dinge beim Namen: Die Zuwegung könnte besser sein, der gepflasterte Weg wirke nicht lebendig, ganz vorne irgendwo standen leere Bierflaschen auf einer Treppe. Es ging aber auch um die Vorzüge: Ein Ort mit Geschichte sei dies, in ruhiger, grüner Lage mit Potential zum Ausbau.

 

Es ist ein Beispiel unter vielen, die an diesen beiden Tagen in Roden und Fraulautern angesprochen wurden und genau darum geht es in dieser wichtigen Anfangsphase der Sozialen Stadt. Das Förderprogramm, bei dem Projekte zu je einem Drittel von der Stadt selbst finanziert und zu je einem Drittel mit Mitteln aus Bund und Land bezuschusst werden, ist langfristig angelegt. Und es soll ganz aktiv die Menschen vor Ort mitnehmen – deshalb die Beteiligung gleich zu Beginn, aber auch später dann, begleitend zum gesamten Prozess.

 

Weitere Anlaufpunkte in Roden waren etwa der Marktplatz und der Thelengarten, in Fraulautern ging es unter anderem zum Pfarrgarten, durch die Unterführung und zur Grundschule Im alten Kloster. Die Routen griffen bekannte Bereiche auf, über die vor Ort gesprochen wird. Oft ist die Rede von Verkehrsbelastung, von sicheren Wegen und Parkflächen, aber auch vom Wunsch nach attraktiven Möglichkeiten der Begegnung für jung und alt. Dabei sind die Rundgänge nicht erschöpfend, grundsätzlich sollen alle Themen offen angesprochen werden, die in den Stadtteilen relevant sind. Die Soziale Stadt denkt übergreifend: Baulich und sozial.

 

Die Anmerkungen und Diskussionen beider Termine fließen nun in die weitere Planung ein. Es wurden Fragebögen verteilt, die weiterhin ausliegen, mit denen Bürgerinnen und Bürger Kritik und Anregung mitteilen können, noch bis Ende September ist es möglich sich daran zu beteiligen. Ein erstes Zwischenergebnis wird dann nochmal öffentlich diskutiert und überarbeitet, die genaue Abgrenzung des Projektgebietes innerhalb der Stadtteile wird festgelegt. Am Ende werden die Ergebnisse mit dem Ministerium abgestimmt und vom Stadtrat als sogenanntes Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) beschlossen. Dies wird dann die Grundlage für die Umsetzung der Projekte in den kommenden zwölf bis 15 Jahren.

 

Die Fragebögen sind erhältlich in der Appolonia Apotheke in Fraulautern sowie bei Herresthal Drogerie und Postagentur in Roden. Dort sind auch die Boxen aufgestellt, in die die Bögen bis zum 30. September eingeworfen werden können. Auch online sind Anregungen und Kritik möglich unter sozialestadtfraulautern(at)firu-mbh.de bzw. unter sozialestadtroden(at)firu-mbh.de.

Weitere Infos zur Sozialen Stadt auf Saarlouis.de.