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Was heute ist und was gewesen war

29.11.2019

Von: Sascha Schmidt


Umgestaltung der Bastion VI zeigt, was geschleift wurde und was erhalten blieb   Mit dem 5. Bauabschnitt nähert sich die Umgestaltung des Festungsparks Ravelin V dem Ende: Zurzeit wird an der Bastion VI die Schleifung der Festung herausgearbeitet. Eine neue Aussichtsplattform auf der Bastion VI bietet einen hervorragenden Überblick über den Festungspark, die Vauban-Insel und den Stadtgarten bis zur Schleusenbrücke.



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Klare Mauerkonturen entlang der historischen Schleifung, prägnante Cortenstahlbügel wo einst die Festungsmauer weiter verlief und eine Aussichtsplattform, die Besuchern den perfekten Rundblick ermöglicht: Die Animation zeigt, wie der 5. und letzte Bauabschnitt nach seiner Fertigstellung aussehen wird.

Wenn man heute den Festungspark Ravelin V betritt, mag man sich kaum mehr daran erinnern, dass es hier einmal ganz anders ausgesehen hat: Mit dem alten Schlachthof und dem Parkplatz, der langläufigen Mauer und all dem Gestrüpp. Doch einen Teil des Parks, den gab es damals schon: Die Bastion VI.


Nicht umsonst wirkt es, als sei sie schon immer da gewesen: Als zum Ende des 19. Jahrhunderts die Festung abgetragen wurde, blieben einige Festungsteile erhalten. Unter diesen war die Bastion VI das imposanteste Teilstück, denn sie vermittelt einen Eindruck davon, welches Ausmaß die Festungswerke hatten. Noch etwas anderes sieht man hier: Zwar blieb die Bastion selbst von der Schleifung verschont und als einzige der einst sechs Bastionen erhalten. An den Mauerwerksrücklagen der Festungswand am Anton-Merziger-Ring jedoch kann man nachvollziehen, auf welche Weise die Festung bis zum heutigen Straßenniveau abgetragen wurde. Und mehr noch: Auch der Aufbau der Mauer selbst ist durch den horizontalen und vertikalen Schnitt an dieser Stelle zu erkennen. Im 5. und letzten Bauabschnitt werden genau diese historischen Besonderheiten nun herausgearbeitet: So wird die Dimension der Festung anschaulich vermittelt, Aufbau und Schleifung werden für Besucher sichtbar und erlebbar.


Dabei werden die Mauerfront in Richtung Hauptgraben sowie die Aussichtplattform vom Amt für Stadtplanung, Hochbau, Denkmalpflege und Umwelt zusammen mit dem Planungsbüro Büro Dutt & Kist neu gestaltet. Entlang der Straße werden 14 große Stahlbügel daran erinnern, wie die Mauer damals weiter verlief und welche mächtige Dimension sie hatte. Sie verdeutlichen Höhe und Verlauf der Festungswand, deren Querschnitt sie bilden. Ein Kunstgriff, denn so wird zugleich deutlich, was heute ist, was damals war – und wie das eine ins andere überging. Eine Zeitreise vom Festungsbau 1680 über die Schleifung und die damit verbundene Stadtentwicklung zum Ende des 19. Jahrhunderts bis zur städtebaulichen Rekonstruktion in der Gegenwart.


Der Bereich des Restaurants sowie die lange Rampe in Richtung Schleusenbrücke bleiben unverändert.


Die Kosten für die Umgestaltung der Bastion VI liegen bei knapp 1,3 Millionen Euro. Gefördert wird die Maßnahme mit rund 83 Prozent aus Mitteln des europäischen Programms EFRE sowie mit Mitteln der Städtebauförderung. Bei günstigen Witterungsverhältnissen könnte die Maßnahme im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein.