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Wo liegt der Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit? Münchhausen-Lesung im Museum Haus Ludwig

10.02.2017

Von: Sascha Schmidt


Die ganz wahre Geschichte des berühmten Lügenbarons haben Bernd Kissel und sein Kollege Flix in einem einzigartigen Comic erzählt. „Münchhausen“ sorgte deutschlandweit für Aufsehen – jetzt las der Zeichner im Museum Haus Ludwig aus dem Werk und gab spannende Einblicke in seine Entstehung.



Wahrheit oder Lüge? Dieser Frage ging Comic-Zeichner Bernd Kissel im Museum Haus Ludwig nach. Hier las er aus seinem neuesten Comic „Münchhausen“, der in Zusammenarbeit mit Flix entstanden ist. Fotos: Sascha Schmidt

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Schon oft wurden die Geschichten des berühmten Barons Münchhausen erzählt, wurden seine Abenteuer verfilmt, beschrieben und zu Papier gebracht. Auch Bernd Kissel erreichten und begeisterten sie früh. Schon als Kind, erzählte er im Museum Haus Ludwig, wollte er das Thema mit dem Zeichenstift umsetzen – bis heute sind historische Comics das Steckenpferd des Fluxus-Zeichners. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Flix hat der Saarlouiser Comic-Künstler diesen Traum vor Kurzem in die Tat umgesetzt. Mit überwältigendem Erfolg: Deutschlandweit wurde die Graphic Novel, die im Carlsen Verlag erschien, begeistert aufgenommen und fand lobende Erwähnung vom Comic-Salon bis zur Buchmesse, vom Feuilleton bis zur 3sat-Kulturzeit.

 

Im Rahmen der aktuellen Ausstellung im Museum Haus Ludwig präsentierte das Museum gemeinsam mit der Stadtbibliothek eine Lesung mit Kissel, in der er nicht nur Passagen des Comics las, sondern auch spannende Einblicke in Hintergründe, Entstehung und seine Zusammenarbeit mit Flix gab.

 

„Unser Anliegen war es, etwas zu machen, das anders ist“, sagte Kissel. So verlegten sie die Abenteuer des Lügenbarons in die Neuzeit. Eine Herausforderung, „denn man kann Fakten leichter nachprüfen.“ Die Geschichte weckt Neugier. So fragte auch Kissel: „Was ist Wahrheit, was ist Lüge und wo liegt der Unterschied?“ Und weiter: „Ist diese Welt so unerträglich, dass der Geist fliehen muss?“

 

Anderthalb Jahre intensive Arbeit seien in das Werk geflossen, „plus drei, vier Monate, in denen Flix an der Geschichte geschrieben hat“. Das ist auch das Besondere an der Zusammenarbeit: Eigentlich können beide beides – Geschichten schreiben und sie zeichnen. Diesmal hat sich jeder auf eines beschränkt: Die Geschichte lieferte Flix, Kissel setzte sie zeichnerisch um. Wie auch bei „Saarlouis – Im Fluss der Zeit“ historisch akkurat und voller Anspielungen auf die Zeit, in der der Comic spielt – vom Berlin vergangener Jahre über Fundstücke in der Malerei bis zum Geburtshaus des prominenten Lügenbarons.

 

Münchhausen ist nicht die erste Zusammenarbeit der beiden Comic-Künstler. Einen wunderbaren Überblick über dieses und weitere gemeinsame Projekte bietet die aktuelle Ausstellung im Atelier des Museums, das die Hauptausstellung „Das ist doch keine Kunst“ mit Werken von Ruthe, Flix und Sauer ergänzt.

 

Die Ausstellung „Das ist doch keine Kunst“ läuft bis 23. April, die Ausstellung „Rendez-vous mit Flix & Kissel“ im Atelier des Museums noch bis zum 5. März zu sehen. Öffnungszeiten: Di-Fr 10-13 Uhr und 14-17 Uhr, Sa, So, Feiertage: 14-17 Uhr, montags geschlossen sowie am 27. Und 28. Februar (Fastnacht), 14. April (Karfreitag) und 18. April (Osterdienstag). Der Eintritt ist frei. Parallel dazu zeigt die Stadtbibliothek in ihrer aktuellen Medienausstellung Comics und Graphic Novels aus ihrem Bestand.

 


 

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