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Workshop zur Ausstellung „Parcours de Sculptures“

08.03.2019

Von: Inanna Scheidler


Das Projekt „Parcours de Sculptures“, welches zu derselben Zeit in Metz und Saarlouis stattfand, bot eine neue Möglichkeit, Kunst im öffentlichen Raum kennenzulernen: Der Künstler Robert Schad interagiert durch seine riesigen, aufgestellten Skulpturen aus massiven Vierkantstahl mit dem öffentlichen Stadtraum. Hierdurch verändert sich die alltägliche, urbane Umgebung und erfordert, diese bewusst wahrzunehmen und neu zu reflektieren



Fotos: Dirk Schröder

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Um den Diskurs über die Kunst zu fördern, wurden im Rahmen der Ausstellung mehrere Veranstaltungen angeboten. Das museumspädagogische Programm der Ludwig Galerie Saarlouis bot hierbei sechs Vorschläge für Schulen und andere Institutionen an. So auch den Workshop, welcher am 14. und 21. Februar mit einer 10. Klasse (unter Leitung von Dirk Schröder) am Stadtgarten Gymnasium Saarlouis stattfand. An den zwei Terminen, zu jeweils ein eineinhalb Stunden, wurde die Arbeit von Robert Schad mit dem Thema Graffiti verknüpft. Zum Schluss entstand, als eigene Arbeit, eine selbst entworfene Graffiti-Schrift auf Papier.

 

Zu Beginn des Workshops traf sich die Klasse im Stadtgarten, um die Skulpturen näher in Augenschein zu nehmen. Das warme Licht der Morgensonne und der Frost, der sich über Nacht auf den Stahl gelegt hatte und sich nun im Sonnenschein reflektierte, schufen eine besondere, wenn auch kühle Atmosphäre. Die Werke wurden von den Schülern, Schülerinnen und der Lehrkraft vor Ort betrachtet und die ersten Impressionen gleich gesammelt. Um diese unmittelbaren, sehr lebendigen Eindrücke zu ordnen und weiter zu führen, wurde im Klassenzimmer eine weitere Gestaltung angeschlossen. Als Inspiration diente hierbei der zeichnerische Ansatz des Künstlers, der durch seine (meist) schnellen Skizzen emotionale und körperliche Vorgänge zum Ausdruck bringt. Zuweilen wirkt dies wie eine archaische, elementare Schrift, ohne Buchstaben, die eine universelle Sprache anklingen lässt. Hier findet sich ebenfalls die Schnittstelle zur Graffiti-Schrift, die das übliche Textformat verlässt und auch auf bildlicher Ebene zu uns spricht. Zudem ist auch die Graffiti-Kunst eng an den öffentlichen Raum gebunden. Diesem Thema war der zweite Teil des Workshops gewidmet. Die Schüler experimentierten spielerisch mit verschiedenen Schriftarten und entwickelten am Ende eine eigene Gestaltung. Es war erfreulich zu sehen, wie vielfältig und ideenreich die Ergebnisse waren: Hier experimentierte man mit 3D-Effekten, dort wurden die Buchstaben in kreative Formen gesetzt. Konzentriert wurde bis zuletzt an den Schriften gefeilt.
Obwohl Schads Skulpturen sich eher zu der abstrakten Kunst zählen lassen, verschließen sie sich dem Betrachter nicht und ermöglichen ihm eine große Bandbreite an Assoziationen. Dies zeigte sich ebenfalls in dem Workshop, bei dem die individuellen Sichtweisen der Schüler und Schülerinnen ihren ganz persönlichen Ausdruck fanden.