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Zehn Jahre Frauennetzwerk Saarlouis: „Gleichberechtigung ist keine Selbstverständlichkeit“

12.12.2019

Von: Sascha Schmidt


Bestens vernetzt und nachhaltig im Einsatz für die Rechte der Frau: Seit zehn Jahren gibt es im Landkreis das Frauennetzwerk Saarlouis. Gut 20 Institutionen und Einrichtungen haben sich darin zusammen geschlossen, um aktiv und mit gemeinsamer Stimme für Frauenrechte einzutreten. Die Themen sind dabei so vielfältig wie das Leben, denn noch immer sind Frauen in zahlreichen Bereichen des Alltags benachteiligt oder unterrepräsentiert. „Auch nach über 100 Jahren Frauenpolitik ist Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit“, sagte die Saarlouiser Frauenbeauftragte Sigrid Gehl. Ihr Urteil: „Ernüchternd!“



Die Frauenbeauftragten von Landkreis und Stadt Saarlouis: Astrid Brettnacher (links) und Sigrid Gehl begrüßten zur Feier des zehnjährigen Bestehens des Frauennetzwerkes Saarlouis. Foto: Sascha Schmidt

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„Auch deshalb braucht es weiter starke Frauennetzwerke wie dieses im Landkreis Saarlouis“, betonte Gehl, „und wir müssen unsere Arbeit sichtbar machen.“

Auf die Geschichte des Netzwerkes ging die Frauenbeauftrage des Landkreises Saarlouis, Astrid Brettnacher, ein. Hervorgegangen sei das Frauennetzwerk aus zwei Kampagnenkomitees: Dem zum 100. Frauentag sowie dem zur Aktion „Frauen macht Kommune“. „Viele Frauen waren an beiden Netzwerken beteiligt, manche waren seit Jahrzehnten für das Thema aktiv. Um Synergieeffekte zu erzielen und die Frauenarbeit weiter zu vernetzen haben wir beide Netzwerke miteinander verbunden.“

 

Seit dem hat das Frauennetzwerk zahlreiche Projekte umgesetzt. Inhaltliche Schwerpunkte liegen etwa auf Themen wie Frauenarmut oder Gewalt gegen Frauen. „Noch immer ein sehr aktuelles Thema, das ich auch aus meiner vorherigen Arbeit als Polizist gut kenne“, sagte OB Peter Demmer. Auch er hob noch einmal hervor, dass man die Anliegen von vor 100 Jahren vielfach auf die heutige Zeit übertragen kann, daher sei die Arbeit des Netzwerkes von großer Bedeutung. Dem schloss sich auch der Dillinger Bürgermeister, Franz-Josef Berg, an, der sich ebenfalls zur Arbeit der haupt- und ehrenamtlich engagierten Frauen bekannte: „Die Arbeit des Frauennetzwerkes ist notwendig, wir unterstützen sie gerne.“

 

Sein zehnjähriges Bestehen feierte das Frauennetzwerk mit einer Feierstunde im Dachgarten des Theaters am Ring. Neben zahlreichen Vertreterinnen beteiligter Institutionen nahmen daran auch Vertreterinnen und Vertreter der Kommunal- und Landespolitik teil. Eine Ausstellung informierte über die Projekte des Netzwerks in den vergangenen zehn Jahren.