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Das Museum vermittelt wertvolle Einblicke in verschiedene Aspekte der Geschichte der Stadt und der Region Saarlouis, der Saargegend und Lothringens. Es beherbergt ein großes Repertoire kulturhistorischer und geschichtlicher Exponate.

Viele wertvolle Gegenstände, Bilder und Dokumente kamen in den zwanziger Jahren dank der Spendenfreudigkeit der im Heimatverein organisierten Bürger in das Heimatmuseum Saarlouis, das am 1. Oktober 1927 in den Räumen der Kaserne VI eröffnet wurde. Es ist das älteste stadtgeschichtliche Museum im Saarland.

Große Teile der Sammlung gingen durch die Zerstörungen des 2. Weltkrieges verloren. Mit den geretteten Beständen wurde das Heimatmuseum im Oktober 1955 wiedereröffnet. Im Oktober 1975 zog das Museum in andere Räume innerhalb der Kaserne VI um und wurde in Städtisches Museum Saarlouis umbenannt. Im Jahr der 300-Jahr-Feier der Stadt 1980 kamen die repräsentativ gestalteten Räume im 2. Obergeschoss hinzu. Seither verfügt das Städtische Museum über rund 1.300 m² Ausstellungsfläche.

Bei einem Rundgang durch das Städtische Museum erkennt der Besucher, dass der Begriff „Geschichte“ nicht auf nur die politische und staatliche Entwicklung reduziert werden kann. Vielmehr wird durch die Vielfalt der Ausstellungen deutlich, dass Geschichte auch z.B. Aspekte der Wirtschaft, des Handwerks, des Sozial- und Gemeinwesens oder auch von Kunst und Kultur beinhaltet.

Ein Schwerpunkt des Hauses liegt auf der Entstehung und Entwicklung der Festung Saarlouis und der Stadt Saarlouis. Anhand zahlreicher Karten, Stiche, Urkunden und Modellen kann der Besucher die Geschichte der Stadt des Sonnenkönigs nachvollziehen. Stets große Beachtung finden dabei das Modell der Festung, mit dessen Hilfe das Aussehen der Festungsanlagen eindrucksvoll dargestellt wird, und das Planrelief des Saarlouiser Beckens; ein aktuelles Modell der gesamten Stadt und der näheren Umgebung.

Aktuelle Sonderausstellung

GALERIE

Dauerausstellung

Die Dauerausstellung des Museum vermittelt wertvolle Einblicke in verschiedene Aspekte der Geschichte der Stadt und der Region Saarlouis, der Saargegend und Lothringens. Es beherbergt ein großes Repertoire kulturhistorischer und geschichtlicher Exponate.

Online-Museum

„Städtisches online-Museum Saarlouis“

An dieser Stelle stellen wir Ihnen ausgesuchte Exponate aus der ständigen Ausstellung vor. Die Stücke aus verschiedenen Themenbereichen und Epochen geben dabei auch einen Einblick in die Bandbreite der Sammlung des Städtischen Museums Saarlouis.

Abbildung 01
Abbildung 01

„Gründungsmedaille der Festung Saarlouis“
Öffentlichkeitsarbeit ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts wie diese bronzene Medaille aus dem Jahr 1683 belegt. Ludwig XIV lässt zur öffentlichen Darstellung und Bekanntmachung militärischer und politischer Erfolge Druckgrafiken verbreiten und in besonderen Fällen Gedenkmedaillen prägen. Hierzu zählt auch diese Medaille zur Gründung der Festungsstadt Saarlouis.

Abbildung 02
Abbildung 02

„Sarlouis“
Diese aquarellierte Tuschezeichnung aus den Jahren um 1700 zeigt die neue Festungsstadt Sarre-Louis und Teile der benachbarten Orte Beaumarais, Roden, Fraulautern und Lisdorf. Im Gegensatz zu zahlreichen Druckgrafiken jener Zeit, zeigt diese Zeichnung, die aus dem Ingenieurstab der Festung stammt, sehr detailgenau die tatsächliche ausgeführte Bebauung innerhalb der Festungsmauern

Abbildung 03
Abbildung 03

„Plan directeur de Grande-Sarrelouis“
Modell des sogenannten ‚Menkes-Plans‘ für den Wiederaufbau der Stadt Saarlouis nach dem Zweiten Weltkrieg. Der französische Architekt und Städteplaner Edouard Menkès kam im Jahr 1946 im Auftrag der Militärregierung nach Saarlouis, um einen umfassenden Bebauungs- und Wiederaufbauplan für das Stadtgebiet zu entwickeln. Seine Planungen scheitern nicht zuletzt auch am Widerstand der Bevölkerung, denn so sollten laut diesen Entwürfen zum Beispiel die Stadtteile Roden und Fraulautern vollständig verschwinden.

Abbildung 04
Abbildung 04

Jugendstil in Saarlouis
Heute ein Blick in die Jugendstil-Ausstellung. Der Jugendstil ist die kunstgeschichtliche und architektonische Epoche an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die zu dieser Zeit, nach der Niederlegung der Festungsanlagen, neu entstehenden Stadtviertel der südwestlichen Innenstadt, sind geprägt durch Jugendstil-Gebäude, -Einrichtungsgegenstände und -Kunstwerke. Diese bedeutende Phase der Stadtgeschichte findet auch durch diese Ausstellung ihre Berücksichtigung im Museum.

Abbildung 05
Abbildung 05

„Le Cours de la Sare“
Kupferstich, koloriert, Nicolas de Fer, Paris, 1705.
Das Museum verfügt über eine umfangreiche Sammlung historischer Karten der Saargegend und der Großregion. Ein besonders schönes Beispiel ist diese Karte des gesamten Saarlaufes, sowohl hinsichtlich ihrer Kolorierung, als auch in Bezug auf ihren Inhalt. Befasst sie sich doch als erste bekannte Karte detailliert und ausdrücklich mit dem Fluss und seiner Region und stellt auch als erste Karte den Verlauf von der Quelle bis zur Mündung in Gänze dar. Die Karte ist auch ein Indiz dafür, dass die Region zunehmend in das Interesse der bourbonischen Expansionspolitik gerückt ist.

Abbildung 06
Abbildung 06

Büste des Maréchal Michel Ney -
Moderne Reproduktion einer Büste von Jean Antoine Hudon aus dem Jahr 1837.
Maréchal Michel Ney ist wohl der bekannteste Sohn der Stadt Saarlouis. Aus Anlass seines 250. Geburtstages zeigte das Museum im vergangenen Jahr eine umfassende Ausstellung über das beherzte Leben und das tragische Ende des Weggefährten Napoleons. Die Dauerausstellung zu Ney wurde Ende 2019 neu gestaltet.

Abbildung 07
Abbildung 07

Schlüssel der Festung Saarlouis
Schlüssel der beiden Tore der Festung Saarlouis, dem ‚Französischen Tor‘ und dem ‚Deutschen Tor‘ aus preußischer Zeit. Die Schlüssel einer Festung hatten für die Soldaten und Bürger der Stadt eine symbolische Bedeutung vergleichbar mit Regimentsfahnen militärischer Einheiten. Jeden Abend, mit anbrechen der Dunkelheit, wurden die Schlüssel von den beiden Toren mit einer militärischen Eskorte zur Hauptwache am Großen Markt gebracht und am nächsten Morgen, kurz vor Tagesanbruch, wieder zurück.

Abbildung 08
Abbildung 08

„Das Französische Tor“
Aquarell des Saarlouiser Malers Eduard Becking aus dem Jahr 1886. Das Gemälde zeigt die Feldseite des Französischen Tores kurz vor der Abtragung der Anlage im Rahmen der Entfestigung der Stadt Saarlouis. Die Tore wurden in preußischer Zeit der Festung stark verändert. Die prachtvollen, repräsentativen Gebäude wurden durch rein zweckmäßige Anlagen ersetzt, die der Entwicklung der Artillerietechnik Rechnung trugen. Der einzige Schmuck der Tore bestand nun aus dem königlich-preußischen Wappen und der darüber platzierten Königskrone.

Abbildung 09
Abbildung 09

Der Sarkophag
Im Gegensatz zu den ihn in der Ausstellung umgebenden römischen Funde, wurde dieser Sarkophag aus dem 7. Jahrhundert v.Chr. nicht auf dem Saarlouiser Stadtgebiet ausgegraben. Er stammt aus der ägyptischen Stadt El-Hibeh (Al Hibah) (hist. Teudjoi bzw. Teuzoi). Der aus Lisdorf stammende Bankier und Diplomat Nikolaus Lonsdorfer unterstütze dort finanziell archäologische Ausgrabungen. Einen Sarkophag brachte er mit in die Heimat und schenke diesen 1914 dem städtischen Gymnasium. Seit der Eröffnung des Museum 1927 ist der Sarkophag ein durchaus außergewöhnliches Stück der Dauerausstellung.

Abbildung 10
Abbildung 10

„Sarre Louis“
Plan der Festung Saarlouis und ihrer unmittelbaren Umgebung, aquarellierte Tuschzeichnung, 1725. Dieser Plan, der vermutlich vom amtierenden Platzingenieur Senneton de Chermont stammt, ist einer der prachtvollsten Planzeichnungen der Festung in den Beständen des Museum. Der Plan besticht durch seine Genauigkeit und seine Liebe zum Detail. In den Gartenreihen lassen sich auch ohne blühende Fantasie selbst Bohnenstangen oder Salat- und Kohlköpfe ‚erkennen‘.

Abbildung 11
Abbildung 11

Kaminplatte: „Cazernes de Sarrelouis“
Im Jahr 1727 wurden die Kamine in den Kasernen der Stadt mit diesen Kaminplatten ausgestattet. Gegossen wurden die Platten in der benachbarten Dillinger Hütte. Das Motiv zeigt das königlich-bourbonische Wappen in der Zeit Ludwigs XV.

Abbildung 12
Abbildung 12

Apotheken-Schrank aus dem Städtischen Hospital / Armenhaus
Die Wirren der Französischen Revolution brachten einige sonderbare Entwicklungen und Gegenstände hervor. So auch diesen Schrank. Denn dieser Schrank für die Apotheke des Städtischen Krankenhauses zur Versorgung der armen Bevölkerung (Hospice de Charité), wurde um das Jahr 1800, ganz im Sinne der Revolution, aus der Holzverkleidung des Chorgestühls der Abtei Wadgassen gefertigt.

Abbildung 13
Abbildung 13

Reservistenkrug
Eine neue Abteilung in der Dauerausstellung zur Garnisonsgeschichte in Saarlouis zeigt seit Anfang diesen Jahres sogenannte ‚Reservistika‘ aus der preußischen Zeit. Diese Erinnerungsstückevon Militärdienstleistenden an ihre Dienstzeit, wie z.B. Krüge, Pfeifen oder (Schnaps-)Flaschen, sind oftmals sehr detailreich ausgeschmückt. So wie zum Beispiel auch dieser Krug eines Reservisten mit Namen Schäfer, der von 1909 bis 1911 seinen Dienst bei den ‚30ern‘ (4.Rheinsiches Infanterieregiment (Graf Werder) Nr. 30) in der Kaserne VI geleistet hat.

Abbildung 14
Abbildung 14

„Plan der Festung Saarlouis“
Tuschezeichnung, koloriert, 1819, Platzingenieur Haak.
Recht schnell nach der Übernahme der Festung Saarlouis am 1. Dezember 1815, begannen die Preußen mit der Modernisierung der Festungsanlagen. Dieser Plan des zuständigen Platzingenieurs Hauptmann Haak, der von 1818 bis 1824 in Saarlouis verantwortlich war, liefert uns einen ersten Überblick über die zu Beginn in Angriff genommenen Maßnahmen. Denn der Plan enthält, wie im Untertitel genannt: die „in Ausführung begriffenen Verstärkungs Bauten“.

Abbildung 15
Abbildung 15

Modell der „Drei Manieren Vaubans“
Eine der großen Stärken Vaubans als Festungsbaumeister war seine Fähigkeit für jeden zu befestigenden Platz, unter Berücksichtigung der vor Ort gegebenen Möglichkeiten und Notwendigkeiten, ein optimales Verteidigungssystem zu finden. Mit zunehmender Erfahrung entwickelt er zudem seine Systeme ständig weiter. Er selbst hat nie von bestimmten Systemen gesprochen. Die nachfolgende Forschung erkennt aber in seiner Arbeit drei wesentliche Entwicklungsstufen, die heute sogenannten „Drei Manieren Vaubans“. Sie kommen in vollkommen reiner Form im Grunde nur bei der kompletten Neuanlegung von Festungsanalgen vor und werden in diesem Modell anhand der Beispiele Saarlouis, Landau und Neuf-Brisach erläutert.

Abbildung 16
Abbildung 16

Medaille zur Übernahme der Festung Saarlouis durch Preußen
Bronzemedaille, 1816
Aus Anlass der Übernahme der Festung durch Preußen lässt Bürgermeister Michel Renauld im Jahr 1816 insgesamt 99 Gedenkmedaillen in Gold, Silber und Bronze, jeweils in verschiedener Anzahl, prägen. Die einzige goldene Medaille geht als Geschenk an den preußischen König Friedrich-Wilhelm III., dessen Portrait auf der Vorderseite zu sehen ist. Die allegorische Darstellung auf der Rückseite orientiert sich an der Gründungsmedaille Ludwigs XIV. aus dem Jahr 1683 (siehe Objekt 1).

Abbildung 17
Abbildung 17

Les Duchez de Lorraine et Bar
Les Evechez de Metz, Toul et Verdun
Kolorierter Kupferstich, N. de Fer & P. Strackmann, 1708
Französische Karte der Region Lothringen nach dem Frieden von Rijwijk 1697, durch den die französische Besatzung großer Teile der lothringischen Gebiete beendet wurde. Die Territorien sind, nach heutigen Maßstäben etwas ungenau, durch Grenz- und Flächenkolorit dargestellt. Lothringen in Gelb, Bar in Rot und die bei Frankreich verbliebene Provinz der ‚Drei Bistümer‘ in Grün. Saarlouis lag zwar inmitten von lothringischem Territorium, blieb aber als Exklave französisch und gehörte zur Provinz der Bistümer. Der Name der Stadt „Sar-Louis“ ist daher auf dieser Karte mit dem Zusatz „au roi“ versehen, was in etwa bedeutet: ‚dem König gehörend‘ oder ‚zum Königreich gehörend‘.

Abbildung 18
Abbildung 18

Maßkrug Saarlouis
Dieser Maßkrug aus dem Jahr 1749 diente auf den Saarlouis Märkten zur Vorgabe und Überprüfung von Mengenangaben für Flüssigkeiten oder Schüttwaren. Das Maß betrug 2,609 Liter. Der Krug ist aus Bronze und hat ein Gewicht von 8,6 Kilogramm. Er trägt am Hals die Aufschrift: 1749 * SAR * LOY * BAY * FT.

Abbildung 19
Abbildung 19

„Carte du Gouvernement de Sarlouis“
Kupferstich, koloriert, Des Roches / Beaulieu, um 1730.
Kleine Karte des Saarlaufes zwischen Saarbrücken und Saarlouis, mit dem Köllertal im Zentrum. Der Titel der Karte entspringt wohl eher dem Wunschdenken oder der erfolglosen Suche nach einen passenden Titel für den Karteninhalt, aber nicht der politischen Realität. Sehr interessant sind die Schreibungen verschiedener Ortsnamen.

Abbildung 20
Abbildung 20

Modell eines keltischen Grabhügels
Um das Jahr 500 vor Chr. entstanden die keltischen Grabhügel auf der Steinrausch. In zwei Grabungsperioden zu Beginn der 1970er Jahre wurden insgesamt sechs Grabhügel freigelegt und archäologisch untersucht. Dabei fand man heraus, dass die Toten in Holsärgen beigesetzt wurden. Särge und Skelette waren bei der Ausgrabung längst vergangen. Die Lage der Toten ergab sich aus der Lage der gefundenen Arm- und Beinringe, von denen einige Stücke im Museum ausgestellt sind.
(Warum die Steinrausch zum Standort der Grabhügel wurde, erzählt uns Fluxus übrigens in der Episode 14, “Liegeplätze“ der Comic-Reihe “Saarlouis – Im Fluss der Zeit“.)

Abbildung 21
Abbildung 21

Jugendstilvase
Dekor: blühende Iris auf blauem Grund.
Villeroy & Boch, Mettlach, um1910
Diese Henkelvase gehört zu einer umfangreichen Sammlung an Keramik-, Porzellan- und Glas-Vasen aus der Jugendstilzeit. Die verschiedenen Manufakturen entlang der Saar waren angesehen für die künstlerische Qualität ihrer Produkte, sowohl in der Serienproduktion, als auch bei den handgefertigten Einzelstücken. Das aufstrebende Bürgertum in der Zeit der Stadterweiterung nach der Entfestigung, schmückte seine Wohnungen mit diesen Produkten.

Abbildung 22
Abbildung 22

„Rayon-Übersichtsplan der Festung Saarlouis“
Kolorierte Zeichnung, Platzingenieur Major Maximilian Mündel, 1887
Major Mündel war der letzte Platzingenieur der Festung Saarlouis bis zu deren offizieller Aufhebung 1889. Er zeichnete auch diesen letzten bekannten Plan der Festung, auf dem die verschiedenen Rayons eingezeichnet sind. Als Rayon bezeichnete man das freizuhaltende Vorfeld vor den Festungsanlagen. In den verschiedenen Rayons galten unterschiedlich abgestufte Bestimmungen hinsichtlich Flächennutzung und Bebauung.

Abbildung 23
Abbildung 23

Büste Ludwig XIV.
Moderne Reproduktion einer Büste von Jean Antoine Coysevox aus dem Jahr 1681.
Abguss: Atelier de moulages du Louvre.
Louis XIV., der Sonnenkönig, Gründer und Namensgeber der Stadt Sarre-Louis, gilt heute als Personifikation des Zeitalters des Absolutismus. Die weitreichende Expansionspolitik des Bourbonen bildete den politisch-militärischen Hintergrund für die Gründung der neuen Festungsstadt an der Saar, die in dieser Form überhaupt nur in dem absolutistischen Wirtschafts- und Herrschaftssystem möglich war.

Abbildung 24
Abbildung 24

„Les Duchez de Lorraine et Bar
et les Evechez de Metz, Toul et Verdun“
Kolorierter Kupferstich, Nicholas de Fer, 1705
Die französische Karte zeigt das Gebiet zwischen Maas und Rhein. Bemerkenswert ist die Einzeichnung der befestigten Plätze, deren große Zahl auch ein Zeichen für die wechselvolle Geschichte unserer Region ist. Alleine 24 bastionierte, also zur Entstehungszeit der Karte moderne Festungsanlagen, sind auf dieser Karte verzeichnet, darüber hinaus auch noch einige mittelalterliche Befestigungen.

Abbildung 29
Abbildung 29

Modell: Französisches Tor
Maßstab: 1:50, Hans-Joachim Kühn, 1980
Modell einer Toranlage nach den Grundideen Vaubans.
Auch wenn es dieses Modell eigentlich vermuten lässt, so ist dennoch das genaue Aussehen der Toranlagen in Saarlouis nicht absolut gesichert zu bestimmen. Dieses Modell wurde nach Plänen aus der Bibliotheque Nationale erstellt, die mit der Beschriftung „Sarrelouis […] Porte de France“ versehen sind. Umgesetzt wurden diese Pläne aber wahrscheinlich (auch) in Landau, dessen Toranlagen weitestgehend diesen Plänen entsprechen. Für Saarlouis hingegen existieren weitere Pläne im Saarländischen Landesarchiv, die mit er Beschriftung „fait à Sarre-Louis“ [ausgeführt in Saarlouis] versehen sind. Diese unterscheiden sich aber im Grunde fast „nur“ durch eine erheblich prachtvollere Ausgestaltung der Fassaden zur Stadt- und Feldseite hin. Von diesem Punkt abgesehen, entspricht das Modell daher in den wesentlichen Elementen wohl der ehemaligen Toranlage.

Abbildung 30
Abbildung 30

„Bebauungs- und Fluchtlinienplan für die Erweiterung der Stadt Saarlouis“
Kolorierte Planzeichnung auf Leinen, Stadtbaumeister Clemens Dörr, 1893
Schon bald nach der Beendigung des Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zeichnet sich mit dem modernen Ausbau von Metz als neue deutsche Grenzfestung ab, dass die Festungsanlagen in Saarlouis zukünftig nicht mehr benötigt würden. Nach der offiziellen Aufhebung der Festung Saarlouis im Jahr 1889 forciert die Stadtverwaltung den Kauf der Festungs- und Militärgelände sowie die Planung zur Entfestigung und anschließenden Stadterweiterung. Im Mai 1893 legt der speziell hierzu angeworbene Stadtbaumeister Clemens Dörr erste Planungen für die Erweiterung der Stadt vor. Auch wenn Dörr kurze Zeit später aufgrund von Differenzen mit der Stadtverwaltung entlassen wird, zeigen sich in diesem Plan bereits einige wesentliche Elemente, die auch in den später ausgeführten Planungen von Josef Stübben zu finden sind.

Abbildung 31
Abbildung 31

Ortsschild „Bourg Dauphin“, 1947
Dieses Ortschild ist ein Kuriosum aus der Geschichte des Stadtteils Neuforweiler, aber auch aus der saarländischen Geschichte.
Denn eigentlich dürfte es dieses Ortschild gar nicht geben!
Entgegen anderer, bis heute weit verbreiteter Annahmen und landläufiger Überzeugungen, hat das Dorf Neuforweiler zu keinem Zeitpunkt in seiner vorangegangen Geschichte den Namen „Bourg Dauphin“ geführt. In Unkenntnis (oder vielleicht auch Ignoranz?) der historischen Tatsachen, wird das Dorf in der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg durch die französischen Behörden 1947 erstmals so benannt.
[Auch zu dieser komplizierten Geschichte kann Euch Fluxus etwas mehr dazu erzählen, siehe Episode17.]

Abbildung 32
Abbildung 32

„Carte des Pais situez entre la Moselle, la Sarre, Le Rhin et la Basse Alsace …“
Grenz- und Detailkolorierter Kupferstich; Sanson & Jaillot, Paris, 1692.
Diese 95x61 cm große, sehr detailreiche und schön kolorierte Karte gehört sicher zu den eindrucksvollsten Stücken der Sammlung historischer Karten. Innerhalb des grünen Grenzkolorit eingefasst: die „Province de la Sarre“ (die „Saarprovinz“) von der Saarlouis die Hauptstadt war. Diese große Provinz umfasste ein strak zergliedertes Gebiet, das etwa von der unteren Mosel bei Cochem und Kastellaun im Norden, bis hinunter nach Sarrebourg und Phalsbourg im Süden reichte. Diese Provinz existierte nur rund 13 Jahre, von 1684 bis zum Frieden von Rijswijk 1697. Mit dem Ende der Provinz verlor Saarlouis auch seine Funktion als Hauptstadt, womit in der Folge auch große wirtschaftliche Probleme verbunden waren.

Abbildung 33
Abbildung 33

Würfel-Puzzle-Spiel, um 1900
Historisches Spielzeug gehört bisher (noch) nicht zu den Sammlungsschwerpunkten des Museums. Ein paar besondere Stücke sind aber dennoch schon in der Sammlung vorhanden, so wie dieses schöne Würfel-Puzzle aus der Zeit um 1900. Das Spiel zeigt die typischen Motive für die Zeit um die Jahrhundertwende.
Das Museum möchte in Zukunft mehr historisches Spielzeug sammeln, wer also hierzu etwas beitragen kann und möchte, ist gerne dazu aufgerufen sich bei der Museumsleitung zu melden! Vielen Dank!

Abbildung 34
Abbildung 34

Keltische Beinringe, Fundort: Hügelgräber auf der Steinrausch
Bronze, etwa 600 – 450 v.Chr.
Auf der Steinrausch, auf damals noch Fraulauterner Bann, wurden zwischen 1970 und 1973 insgesamt sieben, von vermuteten acht keltischen Hügelgräbern aus der späten Hallstattzeit (etwa 600 – 450 v.Chr.) archäologische ausgegraben und ausführlich dokumentiert. Die hier gezeigten bronzenen Beinringe wurden im Grab Nr. 14 des Hügels Nr.6 im Jahr 1972 gefunden. Die Fundstelle liegt in etwa im Bereich des heutigen „von-Humbolt-Weges“. Die beiden gegossenen Ringe haben einen Durchmesser von zirka 10 cm und eine Stärke von rund 10 mm. Sie zeichnen sich durch ihren guten Erhaltungszustand und ihr Gewicht aus. Sie sind verziert mit je drei Gruppen zu je drei Rippen.
[Wie es überhaupt zu den Hügelgräbern auf der Steinrausch gekommen ist, erklärt Fluxus übrigens in Episode 14 von „Saarlouis – Im Fluss der Zeit.]

Abbildung 35
Abbildung 35

Buch, Teutsche Buchdruckerey Sar-Louis, 1732
Das älteste Buch an der Saar verlegte Buch stammt aus der „Teutschen Buchdruckerey bey Claudie [Claude] Messange in „Sar-Louis“. Die auf das Jahr 1732 datierte Publikation mit dem Titel „Die ausgeleschte Chur-Pfaltz-Simmersche-Stamms-Linie“, befasst sich mit der abgeschlossenen Familiengeschichte der Fürsten von Simmern. Beachtenswert ist dabei neben dem Entstehungsjahr auch die Tatsache, dass in der zweisprachigen, französischen Festungsstadt, auch deutschsprachiges Schrifttum gedruckt und verlegt wurde.
Das Druckerei- und Verlagswesen spielte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts in Saarlouis eine wichtige wirtschaftliche und kulturelle Rolle. Was nicht zuletzt auch durch die langjährige Existenz von verschiedenen Saarlouiser Tageszeitungen belegt wird.

Abbildung 36
Abbildung 36

Markenzeichen der Donner-Brauerei Saarlouis
Glasfenster aus einem Gebäude der ehemaligen Brauerei, undatiert.
Im Jahr 1898 wurde die „Actien-Brauerei Saarlouis“ von Saarlouiser Bürgern gegründet. Im darauf folgenden Jahr begannen die Bauarbeiten für die Brauerei auf dem Gelände an der später so benannten „Neuen Brauerei Straße“. Das Baugelände liegt auf dem ehemals zur Festungsanlagen gehörenden Glacis (Festungsvorfeld). Der Bau der Brauerei gilt als erste industrielle Ansiedlung in Saarlouis. Ab dem Jahr 1928 bezog die Brauerei ihr Wasser von der „Donnerborn“-Quelle bei Wallerfangen. Hieraus leitete sich ein neuer Name ab, unter dem die Produkte der Brauerei vertrieben wurden: „Donner-Bräu Aktienbrauerei Saarlouis“. Woraus sich dann wiederum die auch die spätere Produkt-Bezeichnung „Donner Bier“ und schließlich der Unternehmensname „Donner Brauerei“ entwickelten. Die Brauerei stellte 1978 ihren Betrieb ein.

Abbildung 37
Abbildung 37

Kupferstich, ohne Titel
Pierre Lemau de la Jaisse, um 1750.
Großes Kupferstich-Blatt (66x50 cm) mit der Beschreibung von 22 Festungsanlagen inklusive einfacher Pläne und Wappen. Ursprünglich wurden die hier verwendeten kleinen Festungspläne meist als dekorative, aber auch informative Randdarstellungen für Landkarten hergestellt. In einer weiteren Verwendung wurden die vorhanden Druckplatten aber auch für die Zusammenstellung solcher lexikalischen Blätter genutzt. Saarlouis findet sich übrigens in der rechten Spalte, vierter Plan von oben. Oftmals wurden diese großen Blätter aber zerschnitten. Einerseits weil sie etwas unhandlich waren, aber insbesondere, um jeweils die kleinen Beschreibungen einzeln verkaufen zu können. Dass ein solches Blatt im Ganzen erhalten geblieben ist, ist eher eine Ausnahme.

Abbildung 38
Abbildung 38

Modell der Festungsstadt Saarlouis um 1726
Modell: H. Just, 1979-1980; Foto: Prisma.
Eines unserer wichtigsten, eindrucksvollsten und auch meist beachtesten Ausstellungsstücke ist gar nicht historisch, sondern eher neueren Datums. Das große Modell der Festung wurde anlässlich der 300 Jahr-Feier der Stadt Saarlouis im Jahr 1980 fertiggestellt angefertigt. Die erste Präsentation fand im Rahmen der Sonderausstellung „Saarlouis 1680-1980“ statt. Mit der anschließenden Umgestaltung des Dachstuhls der Kaserne VI bekam das 4,5 x 3,5 Meter große Modell seinen heutigen Standort. Es bildet den Mittelpunkt der Ausstellung zur Festungsgeschichte und ist Bestandteil jeder Museums- und zahlreicher Stadtführungen.
Dieses Motiv ist übrigens als Poster im Museumsshop erhältlich!

Abbildung 25
Abbildung 25

„Wandteller, Stadtwappen Saarlouis“
Im Juli des Jahres 1683 besucht Ludwig XIV. die Baustelle der neuen Festungsstadt an der Saar, der er seinen Namen gab. Bei dieser Gelegenheit verlieh er der Stadt auch ein Wappen, das mit den goldenen Lilien und dem Bild der Sonne eindeutig auf seine Person hinweist. Die Stadt führt dieses Wappen bis heute, es ist das älteste kommunale Wappen im Saarland. Hier ist es abgebildet auf einem schmuckvollen Wandteller aus den 1960er Jahren, den die Stadtverwaltung Saarlouis in mehrfacher Ausfertigung im „Atelier d’Art“ in der “Schwesterstadt“ Longwy in Auftrag gab. Alle Stücke sind handwerkliche Unikate. Sie wurden als Geschenke der Stadt für besondere Anlässe verwendet. Zwei dieser Teller, haben mittlerweile den Weg in die Sammlung des Museums gefunden.

Abbildung 26
Abbildung 26

Römischer Steinsarg, Fundort: Roden, Heiligenstraße
Die „Römer“ haben auch im heutigen Saarlouiser Stadtgebiet ihre Spuren hinterlassen. Hierzu zählt auch dieser knapp 2 ½ Tonnen schwere Steinsarg der im Jahr 1922 im Stadtteil Roden gefunden wurde. Er ist aus Felsberger Sandstein gehauen und misst in etwa 230x120x130 cm. Der mächtige Sarg enthielt auch verschiedene Grabbeigaben und trägt die Inschrift „M. VRSVLA“. Wann aber die Dame namens „Ursula“ in etwa bestattet wurde, konnten bisher nicht verlässlich datiert werden.

Abbildung 27
Abbildung 27

„Das Auffinden des vergessenen Soldaten Lacroix“
Aquarell, Eduard Becking, 1881
In Saarlouis kennt sie (fast) jeder, die Geschichte des vergessenen Soldaten Lacroix. Mit unterschiedlichsten Varianten und Ausschmückungen wird die Geschichte des braven, treuen, tapferen oder manchmal auch etwas einfältigen französischen Soldaten erzählt, der von seinen Kameraden beim Abzug aus Sarre-Louis vergessen wurde, da er alleine auf der bitterkalten Vauban-Insel seinen Wachdienst verrichtete.
Unabhängig welche Version der Geschichte man kennt oder bevorzugt, auch unabhängig von ihren grundsätzlichen Wahrheitsgehalt, ist sie doch tief im geschichtlichen Bewusstsein der Stadt verankert. Denn sie ist nicht zuletzt auch ein Art Symbol für einen der einschneidensten Momente der Stadtgeschichte: Die Übergabe der Festung von Frankreich an Preußen am 1. Dezember 1815.
[Übrigens: Wer die einzig wahre Version noch nicht kennt, sollte Fluxus fragen. (siehe Episode 10)]

Abbildung 28
Abbildung 28

Atelier-Kamera; Albert-Clock & Cie. Photographische Artikel, um 1890
Kamera aus dem Photo-Atelier von Max Ziegert, einem geschätzten Saarlouiser Fotografen. Einige bekannte Ansichten der Stadt und der Festungsanlagen aus dem späten 19. und beginnenden 20. Jahrhundert stammen von ihm. Die heute historisch so bedeutenden Aufnahmen aus der Stadt, waren für die in Saarlouis ansässigen Fotografen jener Zeit eher ein Nebenverdienst oder gar ein experimenteller Zeitvertreib. Ihr Brot mussten sie vor allem mit der Portrait-Fotografie verdienen, bei der solche großen Atelier-Kameras zu Einsatz kamen. In der Garnisonsstadt Saarlouis spielten auch die sogenannten Reservisten-Bilder eine wichtige Einnahmequelle für die Fotografen. Auch viele der in der Sammlung des Museum befindlichen Portrait-, Familien- oder Reservistenfotos wurden mit dieser Kamera aus dem Atelier Ziegert „geschossen“.