Geförderte Maßnahmen  /  Städtebauförderung  /  Stadtumbau West  /  Ravelin V

Festungspark Ravelin V

Die Rekonstruktion und städtebauliche Erweiterung des Areals am Ravelin V gehört zu den wichtigsten Großprojekten in Saarlouis. Mit der Maßnahme knüpft die Stadt an ihre Festungsgeschichte an und schafft eine wichtige Grundlage für die aktive Auseinandersetzung mit ihrem Kulturerbe. Die parkartige Anlage ist ein bedeutsamer Ort für Tourismus, Naherholung und Veranstaltung und zugleich eine der größten Rekonstruktionsmaßnahmen an einer Festung des berühmten Baumeisters Vauban.

 

Der Ravelin V war ein Vorwerk, das sich als sogenanntes „Wallschild“ vor der Hauptfestungsmauer befand und diese schützte. Unter Aufwendung erheblicher finanzieller Mittel rekonstruiert die Stadt hier die ehemaligen Festungsanlagen. Mit dem Festungspark Ravelin V verfügt die Stadt Saarlouis nun über restaurierte Objekte zu allen bedeutenden fortifikatorischen Elementen der ehemaligen Festung.

Für die Gestaltung des Festungsparks wurde das Gesamtprojekt in fünf Bauabschnitte unterteilt.

Die erforderlichen Finanzmittel stammen aus den verschiedenen Förderprogrammen der EU, aus dem Bund-/Länderprogramm zur Städtebauförderung sowie aus dem kommunalen Haushalt. Die aktuellen Baumaßnahmen am

  • 5. BA Umgestaltung Bastion VI - Schleifung der Festung und Schaffung einer Aussichtsplattform
  • 4. BA Ravelin-Graben und Ravelin-Schulter

werden gefördert durch eine Co-Finanzierung mit Mitteln der EU und der Städtebauförderung des Bundes und des Landes.

Laufende Maßnahme : 5. Bauabschnitt Umgestaltung Bastion VI, Schleifung der Festung und Schaffung einer Aussichtsplattform

Mit dem 5. Bauabschnitt nähert sich die Umgestaltung des Festungsparks Ravelin V dem Ende: Zurzeit wird an der Bastion VI die Schleifung der Festung herausgearbeitet. Eine neue Aussichtsplattform auf der Bastion VI bietet einen hervorragenden Überblick über den Festungspark, die Vauban-Insel und den Stadtgarten bis zur Schleusenbrücke.


Wenn man heute den Festungspark Ravelin V betritt, mag man sich kaum mehr daran erinnern, dass es hier einmal ganz anders ausgesehen hat: Mit dem alten Schlachthof und dem Parkplatz, der langläufigen Mauer und all dem Gestrüpp. Doch einen Teil des Parks, den gab es damals schon: Die Bastion VI.
Nicht umsonst wirkt es, als sei sie schon immer da gewesen: Als zum Ende des 19. Jahrhunderts die Festung abgetragen wurde, blieben einige Festungsteile erhalten. Unter diesen war die Bastion VI das imposanteste Teilstück, denn sie vermittelt einen Eindruck davon, welches Ausmaß die Festungswerke hatten. Noch etwas anderes sieht man hier: Zwar blieb die Bastion selbst von der Schleifung verschont und als einzige der einst sechs Bastionen erhalten. An den Mauerwerksrücklagen der Festungswand am Anton-Merziger-Ring jedoch kann man nachvollziehen, auf welche Weise die Festung bis zum heutigen Straßenniveau abgetragen wurde. Und mehr noch: Auch der Aufbau der Mauer selbst ist durch den horizontalen und vertikalen Schnitt an dieser Stelle zu erkennen. Im 5. und letzten Bauabschnitt werden genau diese historischen Besonderheiten nun herausgearbeitet: So wird die Dimension der Festung anschaulich vermittelt, Aufbau und Schleifung werden für Besucher sichtbar und erlebbar.


Dabei werden die Mauerfront in Richtung Hauptgraben sowie die Aussichtplattform vom Amt für Stadtplanung, Hochbau, Denkmalpflege und Umwelt zusammen mit dem Planungsbüro Büro Dutt & Kist neu gestaltet. Entlang der Straße werden 14 große Stahlbügel daran erinnern, wie die Mauer damals weiter verlief und welche mächtige Dimension sie hatte. Sie verdeutlichen Höhe und Verlauf der Festungswand, deren Querschnitt sie bilden. Ein Kunstgriff, denn so wird zugleich deutlich, was heute ist, was damals war – und wie das eine ins andere überging. Eine Zeitreise vom Festungsbau 1680 über die Schleifung und die damit verbundene Stadtentwicklung zum Ende des 19. Jahrhunderts bis zur städtebaulichen Rekonstruktion in der Gegenwart.
Der Bereich des Restaurants sowie die lange Rampe in Richtung Schleusenbrücke bleiben unverändert.


Die Kosten für die Umgestaltung der Bastion VI liegen bei knapp 1,3 Millionen Euro. Gefördert wird die Maßnahme mit rund 83 Prozent aus Mitteln des europäischen Programms EFRE sowie mit Mitteln der Städtebauförderung. Bei günstigen Witterungsverhältnissen könnte die Maßnahme im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein.

Maßnahme: 4. Bauabschnitt Ravelingraben und Ravelinschulter

Im 4. Bauabschnitt, einem Kernstück des Festungsparks, kann die Funktion der Überschwemmungsfestung gezeigt werden.

 

Teil dieses Bauabschnitts ist der rekonstruierte Ravelingraben, der durch ein Dammbauwerk, das sogenannte Batardeau, vom Hauptgraben getrennt ist. Dieser Graben ist begehbar und kann zu besonderen Anlässen geflutet werden, sodass die Funktionsweise der einstigen Überschwemmungsfestung hier in besonderer Weise nachvollziehbar wird.


Ebenfalls zum 4. Bauabschnitt gehört die Rekonstruktion der Ravelin-Schulter – einem Teilstück jenes Festungswerks, das dem Gesamtprojekt seinen Namen verleiht. Ursprünglich war das Ravelin viel größer, doch wegen der Straße und den angrenzenden Häusern war es nur möglich, den Teil wieder herzustellen, der innerhalb der Parkgrenzen liegt. Optisch getrennt wird er durch eine prägnante Cortenstahl-Wand. Ein Element, das bereits am fertiggestellten Glacis gegenüber des DRK-Krankenhauses verwendet wurde, und das den Schnitt zwischen Geschichte und Gegenwart städtebaulich sichtbar macht. An dieser Platte endet der ursprüngliche Festungsverlauf und geht ins lebendige Stadtgeschehen der Gegenwart über.


Ein weiteres Element dieses Bauabschnittes stand bereits vor einiger Zeit im Fokus: Im Mai 2017 wurde hier eine Brücke installiert die den Fußweg von der Innenstadt in Richtung Saaraltarm verbindet. An dieser Stelle errichteten die Preußen nach der Übernahme der Festung eine Brücke, die von Wallerfangen zur Wallerfanger Poterne, einem Seiteneingang der Festung, führte.

 

 

»Europäischer Fonds für regionale Entwicklung in der Förderperiode 2014-2020 (externer Link)

 

Die Umsetzung erfolgt durch das Büro HDK Dutt + Kist GmbH, begleitet durch die Fachämter der Kreisstadt Saarlouis und in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt.

 

Auszeichnungen:

2016: Otto-Borst-Preis für Stadterneuerung
2016: Saarländischer Denkmalpflegepreis
2017: Polis Award Anerkennungspreis
2018: Bauherrenpreis der Architektenkammer des Saarlandes

 

»Berichterstattungen im Stadtmagazin XIV Vierzehn (PDF)

 

Gefördert durch: