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Alle zusammen wünschen „Frohe Weihnachten“

13.12.2012

Von: Petra Molitor


Merry christmas, Joyeux Noël, Feliz navidad, Buon Natale, Wesolych Swiat, so wünscht man sich in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Polen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. So unterschiedlich wie die Sprachen, sind auch die Bräuche zum schönsten Fest des Jahres in den jeweiligen Ländern. Im Januar dieses Jahres entstand daher im Integrationsbeirat der Stadt Saarlouis die Idee, 2012 unter dem Motto „Weihnachten hier und anderswo“ ein interkulturelles Weihnachten zu feiern. Gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten der Stadt, Christiane Bähr, suchte man unter den Saarlouiser Schulen nach einem Partner für die Umsetzung dieses Modellprojekts.



Die Projektwoche „Weihnachten hier und anderswo“ wird nicht nur den engagierten Schülern der MLK-Schule lange im Gedächtnis bleiben. Ob beim Weihnachtsbaumschmücken, stricken, singen backen – alle Kinder hatten viel Spaß an den Aktionen. Fotos: Petra Molitor

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Die Martin-Luther-King-Schule in Fraulautern – eine Einrichtung mit einem hohen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund - zeigte sich sofort begeistert und machte sich mit Feuereifer an die Sache. Entstanden sind mehrere kleinere Aktionen, die alle zusammen ein wunderbares Bild einer gemeinsamen und friedlichen Weihnacht verschiedener Nationen und Religionsgemeinschaften ergaben.

 

Den Startschuss gab das Schmücken des Weihnachtsbaumes im Foyer des Rathauses. Bisher wurde dieser freundlicherweise meist von einem großen Saarlouiser Kaufhaus zur Verfügung gestellt, in diesem Jahr ließ man den begeisterten Kindern den Vortritt. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin, Frau Alfers, bastelten sie eine Woche lang Christbaumschmuck. Keinen herkömmlichen, sondern liebevolle Unikate aus Papier, darunter viele Tauben mit dem handgeschriebenen Wunsch nach Frieden für alle Menschen der Welt. Hier konnte man beeindruckend beobachten, wie Kinder unterschiedlicher Herkunft und Glaubensgemeinschaften, darunter einige Muslime, auch zu diesem Thema einträchtig miteinander arbeiten können.

 

Die Klassenstufe Fünf gestaltete dann mit ihren Lehrerinnen und Lehrern das Thema weiter aus. Unter anderem fertigten sie Plakate, die Weihnachtsbräuche in verschiedenen Ländern dokumentieren. Die Ausstellung ist momentan im Foyer des Rathauses zu sehen. Weiterhin wurden leckere Plätzchenrezepte aus aller Welt in einem eigenen Rezeptheft gesammelt und das selbst gefertigte Gebäck bei einer kleinen Feierstunde im Rathaus den zahlreichen Gästen serviert. Umrahmt wurde die Feier vom Schulchor der Martin-Luther-King-Schule mit Weihnachtsliedern aus verschiedenen Ländern.

 

Eine Strick-Guerilla-Aktion, das Umstricken und Umhäkeln von Objekten in Städten, wurde von Kunstlehrerin Alexandra Woll-Winkelsträter, der Leiterin der Nachmittagsbetreuung, Nicole Primm, und ihren AWO-Kolleginnen initiiert. Ihre Aktion in der Französischen Straße zog die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf sich. Wichtige Unterstützung leistete Rebecca Mothes vom Strickladen Ensdorf, die nicht nur die verwendete Wolle, sondern auch ihr Fachwissen kostenlos zur Verfügung stellte. Ein herzlicher Dank geht auch an die weiteren Sponsoren der Projektwoche: die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis, die die Kinder sicher von Fraulautern in die Innenstadt und zurück brachte, den Neuen Betriebshof für das Bringen und Aufstellen des Weihnachtsbaumes und die Familie Spangenberger, die die Kinder auf dem Weihnachtsmarkt zu heißem Kakao einlud.

 

Krönender Abschluss der Projektwoche war die Überraschung des Integrationsbeirates und der Integrationsbeauftragten. Diese luden die Autorin Lale Akgün aus Köln, Verfasserin des Buches „Kebab Weihnacht,“ zu zwei Lesungen nach Saarlouis ein. Die erste fand in der Buchhandlung „Bock und Seip“ statt“. Neben Buchhändlerin Solveig Pöhland und Patrizio Maci begrüßte dort auch Oberbürgermeister Roland Henz Lale Akgün herzlich und dankte ihr für ihre Bereitschaft, in Saarlouis aus ihrem unterhaltsamen und teilweise auch nachdenklich stimmenden Buch zu lesen. „Sie sind das Tüpfelchen auf dem „i“ des Projektes, wirklich toll, dass man sie verpflichten konnte“, sagte Henz. „Wir pflegen in unserer Stadt ein gutes Miteinander aller Nationalitäten, alle sollen sich hier wohlfühlen“, berichtete er der Autorin und erläuterte, dass rund 10 Prozent der Einwohner ausländischer Herkunft sind und daher das Thema Integration“ nach wie vor ein überaus wichtiger Aspekt in der Arbeit der Stadt sei.

 

Die zweite Lesung fand natürlich in der Martin-Luther-King-Schule statt. Schüler und Lehrer waren gleichermaßen begeistert von der sympathischen Schriftstellerin und ihrem Werk. „Wir haben alle viel gelernt und neue Erkenntnisse gewonnen“, resümierte Schulleiter Bernd Schmitz nach dem Gespräch der Kinder mit der Autorin. „Es hat Spaß gemacht, und wir werden sicher auf einige Themen, die die Schülerinnen und Schüler in der Diskussion mit Frau Akgün angesprochen haben, im Unterricht zurückkommen“. Das interkulturelle Weihnachtsprojekt soll im nächsten Jahr weiter geführt werden, es haben auch schon weitere Schulen Interesse signalisiert.


 

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