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An die denken, die gar nichts haben

22.12.2008


Das Presswerk und andere Instandhaltungsabteilungen der Ford-Werke Saarlouis haben den Erlös ihrer diesjährigen Tombola der Obdachlosenunterkunft Oase gespendet. Es kamen 2.100 Euro zusammen.



Holger Michel und Volker Mahren von Ford überreichen den Spendenscheck an Hermann-Josef Niehren und Stefanie Durst (v.r.) von der Saarlouiser Oase. Fotos: Sabine Schmitt

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Stefanie Durst und Hermann-Josef Niehren zeigten Volker Mahren und Holger Michel (v.l.) die Einrichtung.

Hermann-Josef Niehren, Saarlouiser Caritas-Geschäftsführer, und Stefanie Durst, Leiterin der Oase Saarlouis, bedankten sich bei Volker Mahren und Holger Michel von den Ford-Werken, die die Spende von 2.100 € in der Einrichtung überreichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Betrag war das Ergebnis der diesjährigen Tombola, die Volker Mahren, Leiter des Werkzeugbaus, und Meister Erwin Hemmerling gemeinsam mit den Werkzeugmachern Jessica Annich und Holger Michel initiiert hatten. Gemeinsam hatte man sich entschieden, den Erlös der Oase zu spenden.

Die Oase am Saarlouiser Bahnhof ist Obdachlosenunterkunft und Tagesaufenthalt für Männer und Frauen. Rund 30 bis 40 Personen aus Saarlouis und den Umlandgemeinden suchen die Räumlichkeiten täglich auf. Damit ist die Kapazität erschöpft. „Wir haben acht Übernachtungsplätze für Männer und vier für Frauen“, sagte Stefanie Durst. Hier gibt es außerdem Frühstück und Mittagessen, Duschen, Waschmaschine und Trockner, aber auch Rat und Hilfe im Umgang mit Behörden oder bei der Beschaffung einer Wohnung. Alles ist kostenlos, bis auf das Mittagessen, das kostet einen Euro. Alkohol ist in der Einrichtung verboten. Das Essen kommt aus der Küche des St. Nikolaus Krankenhauses Wallerfangen. Die Einrichtung wird zu 80 Prozent mit öffentlichen Mitteln finanziert, den Rest muss die Caritas selbst aufbringen. „Daher sind wir auf Spenden angewiesen“, erklärte Niehren.

Trotz Krise in der Automobilindustrie wolle man nicht jammern, sondern an die denken, die gar nichts haben, sagte Volker Mahren. „Es beteiligten sich das Presswerk und die anderen Instandhaltungsabteilungen der Ford-Werke“, sagte Michels. Es gab nicht viel zu gewinnen für die Ford-Mitarbeiter, dennoch machten die „Fordler“ begeistert mit und kauften Lose für den guten Zweck.

Immer mehr jugendliche Obdachlose

„Die Obdachlosigkeit ist für viele das Endresultat, wenn einem alle Probleme über den Kopf gewachsen sind“, sagte Sozialpädagogin Stefanie Durst. Zu den „Klienten“ gehören alle Alters- und Berufsgruppen. „Vom Ingenieur bis zum Rechtsanwalt kann es jeden treffen, der keinen Rückhalt in seinem Leben hat“, so Niehren. Er schilderte den Fall eines alkoholkranken Juristen, der zunächst seine Familie und dann seine Arbeit verlor und schließlich auf der Straße landete. Die Zahl der Obdachlosen in Saarlouis schätzten die beiden Experten auf rund 150. „Die Dunkelziffer ist hoch, denn nicht alle sind gemeldet“, sagte Durst. Besonderes Problem ist die steigende Zahl jugendlicher Obdachloser zwischen 18 und 25 Jahre. Auch hier sind familiäre Probleme der Hauptgrund für deren Wohnungslosigkeit. „Von 30 bis 40 Personen, die täglich hierher kommen, sind acht unter 25 Jahre“, so Durst. Daher ist das Geld der Ford-Werke hier gut angelegt. Volker Mahren betonte: „Wir wollen uns nicht selbst beweihräuchern, sondern ein Zeichen setzen, dass auch andere Unternehmen solche Projekte unterstützen“.

In Kooperation mit dem Diakonischen Werk, der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde unterhält die Caritas in Saarlouis auch die „Saarlouis Tafel“. Hier werden kostenlos Lebensmittel an Bedürftige verteilt.

Auf einen Blick:
Oase Tagesaufenthalt, geöffnet täglich von 9.30 bis 13.30 Uhr
Oase Obdachlosenunterkunft, geöffnet täglich von 20 bis 8 Uhr
Saarlouiser Tafel, geöffnet dienstags von 13 bis 16 Uhr
Anschrift: Dr. Manfred-Henrich-Platz 3, Saarlouiser, Telefonnummer: 06831/891132


 

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