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Die GBS in Saarlouis hat allen Grund zum Feiern

15.04.2004




Am 13. April dieses Jahres wurde die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgesellschaft Saarlouis – GBS – 75 Jahre alt. Die Jubiläumsfeier findet demnächst im neuen Jugend- und Vereinszentrum in der Lisdorfer Straße 13 statt. Im Vorfeld nutzten Oberbürgermeister Hans-Joachim Fontaine und die Geschäftsführer Willi Heible und Engelbert Feld den Geburtstag, um den anwesenden Pressevertretern in den neuen Geschäftsräumen in der Kaiser-Wilhelm-Straße die stattliche Bilanz einer 75-jährigen erfolgreichen Unternehmenspolitik zu präsentieren. Gleichzeitig wurde dies zum Anlass genommen, in die auf Kontinuität und Bedarfsorientierung ausgelegte Zukunft zu schauen, begleitet von Inovationsbereitschaft und dem nötigen Mut, sich den wandelnden Bedürfnissen zu stellen.

Schon in der Vergangenheit hat sich die seit 1985 unter der Leitung von Geschäftsführer Willi Heible stehende GBS als sehr flexibel und anpassungsfähig erweisen müssen. Geblieben ist aus der Gründungszeit im wesentlichen nur der Name. Die Organisationsstrukturen, die Rechtsform, die wirtschaftlichen Grundlagen und der Unternehmenszweck haben im Laufe der Jahre nach und nach einschneidende Veränderungen erfahren. Dies alles hat die GBS schadlos überstanden. Mehr noch hat sie sich in diesem Wandlungsprozess zu einem wohnungswirtschaftlichen Unternehmen entwickelt, welches sich im Wettbewerb mit privaten Unternehmen dieser Branche hervorragend behaupten kann.

Ihre Grundlinie jedoch, so Oberbürgermeister Hans-Joachim Fontaine beim Pressetermin, habe die GBS bis heute nicht verlassen, nämlich die Verpflichtung, als städtisches Wohnungsbauunternehmen einen sozialgesellschaftlichen Zweck zu erfüllen und einen Wohnungsbestand in der Stadt vorzuhalten, der auch einkommensschwächeren Familien ein Wohnen und Leben nach heutigen modernen Standards ermögliche. Auf diesem Gebiete habe sich die GBS in den vergangenen Jahren große Verdienste erworben. Dem herausragenden Engagement und der Leistungsbereitschaft ihres Geschäftsführers und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter habe man es auch zu verdanken, dass innerhalb der letzten 10 Jahre 5.078.000 € an Fördermitteln für den Wohnungsbau und 1,3 Millionen Euro für die Modernisierung des vorhandenen Wohnungsbestandes nach Saarlouis geflossen seien, mit deren Hilfe die GBS das Preisniveau von Mieten und Wohnungserwerb in erschwinglichen Größen gehalten habe. Wie kaum ein anderes kommunales Wohnungsbauunternehmen sei die GBS bei der Ausschöpfung von Fördermöglichkeiten immer zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle gewesen. 

Gegründet wurde die GBS als Aktiengesellschaft am 13. April 1929 in einer von anhaltenden Wirtschaftskrisen, Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot geprägten Zeit. Ihre vorbestimmte Aufgabe war die „billige und preiswerte Beschaffung gesunder und zweckmäßig eingerichteter Wohnungen für die minderbemittelte Bevölkerung“. Unter dieser Prämisse wurden zunächst nur Mietwohnungen gebaut. 1936 folgte dann u.a. der Siedlungsbau in Beaumarais, Roden und Fraulautern. Die Nachkriegsjahre waren im Wesentlichen geprägt durch den Bau von Sozialwohnungen „Am Bahnhof, An der Molkerei, auf dem Röderberg und auf der Fraulauterner Siedlung.

Der Aufschwung, den die Stadt Saarlouis Mitte der 60er Jahre u. a. durch die Ansiedlung der Ford-Werke erlebte, stellte auch die GBS vor neue Aufgaben. Jetzt galt es, die wachsende Nachfrage nach Mietwohnungen und Eigenheimen zu bedienen. Erstmals wurde die GBS mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer ausgestattet. In den Folgejahren von 1967 bis 1980 wickelte sie schließlich das größte Bauvolumen in ihrer Geschichte ab. Marksteine in dieser Zeit sind das Ford-Hochhaus und die Wohnbauten in der Fasanenallee. Die GBS war es auch, die „als Pionier der ersten Stunde“ den Grundstein für die Errichtung der ersten 58 Wohnhäuser im späteren Stadtteil Steinrausch legte.

Als Mitte der 80 er Jahre der Bauboom einbrach, musste nach neuen Ufern gesucht werden. Die Stadt übertrug der GBS ihren gesamten städtischen Mietwohnungsbestand. Gleichzeitig wurden mit einer Erhöhung des Stammkapitals um 9 Millionen neue Handlungsspielräume eröffnet, beispielsweise für die Ersetzung der baufällig gewordenen Wohnblocks im Bahnhofsbereich. Die jüngste strukturelle Veränderung kam im Jahre 1990 mit der Aufhebung des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes. Steuerprivilegien entfielen, gleichzeitig aber auch frühere Beschränkungen des Geschäftsfeldes. Die Geschäftsführung der GBS nutzte dies als Chance, indem sie sich dauerhaft auf dem gewerblichen Baumarkt und auf dem Sektor der Immobilienbetreuung und –verwaltung etablierte.

Mit 1.001 Wohneinheiten ist der eigene Wohnungsbestand der GBS heute so umfangreich wie ein ganzer Stadtteil, hinzu kommen mehr als 5.000 m² gewerbliche Flächen. Der Dienstleistungsbereich, sprich die Verwaltung fremden Grundbesitzes, umfasst derzeit 2.327 Einheiten.

Wenn Willi Heible - wie vorgesehen - zum Ende dieses Jahres in den wohlverdienten Ruhestand geht, tritt Engelbert Feld, seit 1. September 2003 bereits als Geschäftsführer im Amt, ein gutes Erbe an. Ihm steht ein leistungsfähiges Team von 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Bewältigung seiner interessanten Aufgaben zur Verfügung. Sein Nahziel ist die Realisierung des Wohnbauprojektes „Contregarde Vauban“ auf dem ehemaligen Schlachthofgelände am Saaraltarm. Dabei wird ihm Willi Heible noch zur Seite stehen.  Dieses Vorhaben gilt als Meilenstein in der Wohnbauentwicklung in der Innenstadt. Hier entstehen 80 Wohneinheiten für gehobene Ansprüche in zentraler Lage mit direkter Anbindung an das Naherholungsgebiet Saaraltarm. Für die in Wegfall kommenden 160 kostenlosen Parkplätze werden im Bereich des ehemaligen Betriebshofes der Stadt Saarlouis 200 neue Parkplätze angelegt.

Eine weitere Herausforderung, der er sich gerne stellt, ist für E. Feld die Fortführung der Modernisierungsmaßnahmen im Bereich des städtischen Wohnungsbestandes. Was die GBS hier bereits geleistet habe, sei ein Aushängeschild für das ganze Land. Den Dienstleistungssektor betrachtet Engelbert Feld ebenfalls als wichtiges Standbein der Gesellschaft.

Soweit es um entwicklungspolitische Ziele der Stadt Saarlouis gehe, so Engelbert Feld weiter, werde die GBS auch künftig der Stadt als kompetenter und leistungsfähiger Partner zur Verfügung stehen. Ein aktuelles Beispiel hierfür sei das vor der Vollendung stehende Jugend- und Vereinszentrum in der Lisdorfer Straße, wo demnächst Eröffnung gefeiert werde. Auch in die Verwirklichung des Kulturquartiers sei die GBS stark eingebunden. Wie Oberbürgermeister Fontaine erläuternd hinzufügte, soll das Kulturquartier vom VHS-Gebäude über das Theater am Ring und die Kaserne VI mit der dort in zwei Etagen installierten Stadtbibliothek  bis hin zum Museum Haus Ludwig und dem benachbarten ehemaligen Arbeitsgerichtsgebäude reichen. Das VHS-Gebäude befinde sich bereits im Besitz der GBS und sei von dieser für die Nutzung durch die VHS umgebaut worden. Ein weiterer Part, den die GBS zu dieser Entwicklung beisteuern könne, sei der Ankauf des Arbeitsgerichtsgebäudes und dessen Herrichtung als künftiges Domizil des Kulturamtes der Stadt Saarlouis. Damit rücke das Kulturamt dicht an die wichtigsten Schauplätze kultureller Aktivitäten in Saarlouis heran. Gleichzeitig erfahre das Kulturquartier auf diese Weise eine sehr gelungene bauliche Eingrenzung. ms


 

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