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Häusliche Gewalt: Mehr Aufmerksamkeit für ein schwieriges Thema

24.11.2020

Von: Sascha Schmidt


Augen auf und das Schweigen brechen: In zwei Schaufenstern und mit Brückenbannern machen die Frauenbeauftragten von Stadt und Landkreis Saarlouis auf häusliche Gewalt gegen Frauen aufmerksam und werben dabei für bestehende Beratungs- und Hilfsangebote.



Ein Blickfang im Schaufenster, um auf die Infoangebote aufmerksam zu machen ist die bemalte Schaufensterpuppe von Mike Mathes. Von rechts: OB Peter Demmer, Leona Broszies, Geschäftsführerin von Opticland die Brille und Künstler Mike Mathes. Foto: Sophia Bonnaire

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Initiiert wurde die Schaufensteraktion von den Frauenbeauftragten des Landkreises, Astrid Brettnacher (links) und der Stadt Saarlouis, Sigrid Gehl – hier mit OB Peter Demmer. Foto: Sophia Bonnaire

Infos über Unterstützungs- und Beratungsangebote gibt es im Quartiersbüro Roden. Von rechts: Frauenbeauftragte Sigrid Gehl, Bürgermeisterin Marion Jost und Quartiersmanagerin Anna Richter. Foto: Sascha Schmidt

Allzu einfach lässt sich darüber schweigen, was in den eigenen vier Wänden passiert – oder in denen der anderen. Auch dann, wenn das Gegenteil dringend geboten wäre. Denn: Häusliche Gewalt ist Alltag in Deutschland, und während der besonderen sozialen Herausforderungen der Pandemie ist das Risiko dafür noch ungleich viel höher. 141.000 Opfer häuslicher Gewalt gab es laut einer BKA Studie im Jahr 2019, vier von fünf davon sind Frauen. „Oft wissen die Betroffenen nicht, an wen sie sich wenden sollen“, weiß die Frauenbeauftragte der Stadt Saarlouis, Sigrid Gehl, zu berichten. „Das gleiche gilt für Nachbarn und Freunde, die helfen wollen.“


Gemeinsam mit ihrer Kollegin vom Landkreis, Astrid Brettnacher, setzt sie sich deshalb dafür ein, saarlandweit bestehende Hilfsangebote sowie das bundesweite Hilfetelefon bekannter zu machen.

Anlass dazu bietet auch in diesem Jahr der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November, den die Frauenbeauftragten unter das Motto „Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter – Augen auf!“ gestellt haben. Statt der jährlich gemeinsam mit dem Frauennetzwerk durchgeführten Infoveranstaltungen haben Gehl und Brettnacher in diesem Jahr pandemiebedingt nach alternativen Formaten gesucht. Unterstützung fanden sie bei Künstler Mike Mathes, der seit vielen Jahren mit den Frauenbeauftragten und dem Frauennetzwerk zum Thema Gewalt gegen Frauen zusammen arbeitet. Um die Aufklärungsarbeit zu unterstützen stellt er zwei Kunstwerke zur Verfügung, die bei weiteren Unterstützern der Aktion in den Schaufenstern zu sehen sind: Bei Opticland die Brille in Saarlouis ist eine mit den für Mathes charakteristischen Augen bemalte Schaufensterpuppe ausgestellt, daneben eine große Tafel mit Kontaktdaten zu Beratungseinrichtungen im Saarland und in ganz Deutschland. Das Fenster stellt Geschäftsführerin Leona Broszies für die Aktion kostenlos bis Weihnachten zur Verfügung. Ein Gemälde des Künstlers ziert indes das Schaufenster des Quartiersbüros Roden, wo Quartiersmanagerin Anna Richter zudem Infomaterial zum Thema verteilt. Auch die Nummer des bundesweiten Hilfetelefons für Gewalt gegen Frauen ist hier zu sehen. Dieselbe Nummer haben die Frauenbeauftragten zudem auf großen Bannern an vier vielbefahrenen Brücken im Stadtgebiet angebracht.


 

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