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Schlicht und gleichermaßen kostbar

10.02.2012

Von: Sabine Schmitt


Im Museum Haus Ludwig ist derzeit die Ausstellung „Der Tisch Gottes – Heinz Oliberius“ zu sehen. Der Bildhauer hat in den vergangenen fünf Jahrzehnten den katholischen Kirchen eine neue Gestalt gegeben.



Roland Henz, Professor Peter Pachnicke, Margit Oliberius, Dr. Volker Hochdörffer, Thomas Wolf und Dr. Claudia Wiotte-Franz (1. Reihe, von rechts) bei der Eröffnung der Ausstellung „Der Tisch Gottes“. Fotos: Sabine Schmitt

BILDERGALERIE: Öffnen durch Klick auf ein Bild.

Großformatige Fotografien, aber auch Exponate und Skizzen zeigt die neue Ausstellung im Museum Haus Ludwig.

Saarlouis-Steinrausch, St. Johannes, Altarraum, 1984. Fotos: Thomas Wolf

St. Wendel-Bliesen, St. Remigius, Altarraum, 1989

Wallerfangen-Kerlingen, St. Jakobus d. Ä., Altarraum, 1972

Mettlach, „Alter Turm“, Skulptur „Kreuz mit Corpus“, 1989/90 (Aufstellung 2005)

Mit viel Herzblut und großem Engagement habe Dr. Claudia Wiotte-Franz die erste große Ausstellung für dieses Jahr im Museum Haus Ludwig organisiert, sagte Oberbürgermeister Roland Henz bei der Vernissage. Er bedankte sich bei den Unterstützern, der Kunstkommission, dem Stadtrat, der Ludwig Stiftung und ganz besonders bei den Hauptinitiatoren Margit Oliberius und Dr. Volker Hochdörffer, der Exponate aus seiner privaten Sammlung zur Verfügung gestellt hat.


Fotografien, Skizzen, Exponate und Modelle


Heinz Oliberius hat von 1964 bis zu seinem Tod im Jahre 2001 in über 60 Kirchen und Kapellen in Deutschland unter anderem Altäre, Taufbecken, Tabernakel und Kreuzdarstellungen künstlerisch ausgeführt. In der Ausstellung zu sehen sind großformatige Farbfotografien, die Thomas Wolf von den Werken gemacht hat, außerdem verschiedene Skizzen des Künstlers, Exponate und Modelle. Die Ausstellung lade dazu ein, sich die Werke vor Ort im Original anzusehen, sagte Dr. Wiotte-Franz, denn Oliberius war vorwiegend im Bistum Trier tätig. In Saarlouis sind Werke von ihm in den Pfarrkirchen St. Johannes im Stadtteil Steinrausch, Maria Himmelfahrt in Roden und in der Friedhofskapelle in Lisdorf zu sehen.


Künstler, aber auch Handwerker


Mit Beginn des „Zweiten Vatikanischen Konzils“, vor 50 Jahren, kam es zu Veränderungen der Lithurgie und der Umgestaltung des Kirchenraumes. „Der Hauptaltar sollte wieder in die Mitte der Kirche, näher an die Gläubigen“, erklärte Professor Peter Pachnicke, der in die Ausstellung einführte. Für den Künstler bedeutete dies eine besondere Herausforderung, denn er sollte etwas Neues schaffen, was sich aber auch gleichzeitig in das Bestehende einfügt. Die Ausstellung belegt, wie Oliberius dem Altar jeder Kirche eine individuelle Gestalt gab, die die Gemeinde im Gottesdienst verbindet. Thomas Wolf macht dem Betrachter mit seinen Fotografien die Schönheit des Werkes bewusst. Mit seinen Fotos schaffe er eine Wahrnehmung, die Erstaunen auslöse. In den Skizzen zeige sich die künstlerische Intensität und der Einsatz des Bildhauers. Oliberius liebte das Erdverbundene und weniger das Tänzerische, so Pachnicke. Weiter beschrieb der Kurator die Suche nach dem passenden Stein. Schlicht und kostbar, schwer und doch schwebend, sollte er sein. Schon beim Anblick die Kräfte und Möglichkeiten zu erkennen, das kennzeichne einen großen Bildhauer. Oliberius stammt aus einer Ornamenthauer-Familie und hat vor seinem Studium eine Steinmetzlehre absolviert, wodurch er auch handwerklich sehr befähigt war.


Paul Schneider attestiert ihm Begeisterungsfähigkeit


Dann trat Oliberius‘ alter Freund Paul Schneider ans Rednerpult. Er berichtete von der ersten Begegnung vor über 30 Jahren auf einer Beerdigung im Taunus, von der Freundschaft die zwischen ihnen entstand und von der Leidenschaft, mit der Oliberius all seine Projekte anging. Einmal wollte er Pferde züchten, dann legte einen Fischteich an, übte sich im Skifahren, wollte ein Auto entwerfen und richtete eine Bronzegießerei ein. Er verstand es, sich selbst und die Menschen um ihn herum für immer wieder neue Dinge zu begeistern. Und schließlich endete alles wieder mit einer Beerdigung, sagte ein sehr bewegter Künstler und Freund des großen Bildhauers.


Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage von Armin Lamar und Heinz Recktenwald, die mit Cembalo und Querflöte begeisterten. Die Ausstellung ist noch bis 3. Juni im Museum Haus Ludwig zu sehen. Zum Preis von 20 Euro ist ein reich bebilderter Katalog erhältlich. Zudem gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches Programm mit Führungen und Kreativangeboten.

 

» Ausstellung: Der Tisch Gottes - Heinz Oliberius


 

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