Union Stiftung würdigt herausragendes ehrenamtliches Engagement in Saarlouis-Lisdorf
Das LisDORFhaus ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, was gemeinschaftliches Engagement bewirken kann. Von daher wurde das Dorfgemeinschaftshaus im Saarlouiser Stadtteil Lisdorf mit dem erstmals verliehenen Saarländischen Kommunalpreis der Union Stiftung ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt das außergewöhnliche Engagement des Vereins „Lisdorf … alles im grünen Bereich e.V.“, der gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern einen lebendigen Mittelpunkt für das örtliche Vereinsleben geschaffen hat.
Unter dem Motto „Bürgerengagement neu gedacht“ hatte die Union Stiftung den Kommunalpreis 2026 erstmals ausgeschrieben. Insgesamt 26 Vereine und Initiativen aus dem Saarland hatten sich beworben. Durchsetzen konnte sich das Lisdorfer Projekt, dessen Erfolg vor allem auf dem Zusammenhalt und der Eigeninitiative der Dorfgemeinschaft beruht.
Bei der feierlichen Preisverleihung im LisDORFhaus begrüßte Herbert Germann, Vorsitzender des Trägervereins, die Gäste und stellte die Entwicklung des Projekts vor. Sein Fazit fiel durchweg positiv aus: Bereits wenige Monate nach seiner Eröffnung sei das Haus für die Dorfgemeinschaft unverzichtbar geworden. Zahlreiche Vereine hätten hier eine neue Heimat gefunden, ohne die ein aktives Vereinsleben teilweise kaum möglich gewesen wäre. Besonders hob Germann das gemeinschaftliche Verantwortungsbewusstsein hervor. Über ein digitales Buchungssystem können die Vereine die Räumlichkeiten eigenständig reservieren und übernehmen während ihrer Nutzung auch Verantwortung für das Haus. Dass dieses Konzept so gut funktioniere, sei dem verlässlichen Miteinander aller Beteiligten zu verdanken.
Sein besonderer Dank galt den vielen stillen Helferinnen und Helfern, der Stadt Saarlouis sowie den Förderern und Partnern des Projekts. Die Auszeichnung sei für ihn nicht nur eine Anerkennung des bisher Geleisteten, sondern vor allem ein Ansporn für die Zukunft. „Dieser Preis gibt uns Rückenwind, weiterzumachen und uns nicht auf dem Erreichten auszuruhen. Er ist ein Zeichen der Wertschätzung für all jene Menschen, die dieses Haus tragen und sich Tag für Tag für unsere Gemeinschaft einsetzen“, betonte Germann.
Auch Oberbürgermeister Marc Speicher würdigte in seinem Grußwort die besondere Leistung der Lisdorfer Dorfgemeinschaft. Dabei stellte er nicht den materiellen Wert des Gebäudes, sondern die Menschen und ihren Zusammenhalt in den Mittelpunkt. „Der eigentliche Wert ist noch viel höher als das Haus an sich. Der Kern liegt darin, was ihr gemeinsam geschaffen habt. Was das Ehrenamt leisten kann, ist unbezahlbar – finanziell, aber auch ideell“, erklärte Speicher. Gleichzeitig dankte er der Union Stiftung für die Anerkennung dieses vorbildlichen Projekts, das eindrucksvoll zeige, welche Kraft in einer engagierten Stadtteilgemeinschaft stecke.
Die Bedeutung des Ehrenamts unterstrich auch Justizrat Hans-Georg Warken, Vorstandsvorsitzender der Union Stiftung, in seiner Ansprache. Er verwies auf die Herausforderungen, vor denen viele Vereine heute stehen. Gerade jüngere Menschen müssten wieder stärker für das Vereinsleben und die gesellschaftliche Mitgestaltung begeistert werden. Das Saarland habe eine lange Tradition als Vereinsland, doch ehrenamtliches und politisches Engagement seien längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso wichtiger seien Projekte wie das LisDORFhaus, in denen Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und das gesellschaftliche Leben aktiv gestalten. Warken lobte die lebendige Gemeinschaft, die das Haus mit Leben fülle, und überreichte die Auszeichnung an den Verein.
Wie viel Herzblut in dem Projekt steckt, verdeutlichte auch Georg Jungmann in seinem Schlusswort. Mit Stolz blickte er auf die umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten zurück, die von zahlreichen Ehrenamtlichen gemeinsam geleistet wurden. Nahezu jede Ecke des historischen Gebäudes erzähle ihre eigene Geschichte – nicht nur aus seiner Vergangenheit, sondern auch aus der Zeit, in der die Helferinnen und Helfer gemeinsam angepackt und das ehemalige Küchenstudio in ein Dorfgemeinschaftshaus verwandelt hätten.
Das Gebäude in der Provinzialstraße 78 stammt aus dem Jahr 1910 und wurde im Januar 2026 nach rund einem Jahr Umbau- und Renovierungsarbeiten eröffnet. Heute bietet es rund 18 Ortsvereinen mit insgesamt etwa 1.500 Mitgliedern sowie der gesamten Dorfgemeinschaft Raum für Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten. Neben Versammlungs- und Proberäumen stehen unter anderem Büros, Lagermöglichkeiten und Räume für unterschiedliche Bildungs- und Freizeitangebote zur Verfügung. Die Stadt Saarlouis ist Mieterin des Gebäudes, während der Verein „Lisdorf … alles im grünen Bereich e.V.“ als Träger und zentraler Ansprechpartner fungiert.
Für den musikalischen Rahmen der Preisverleihung sorgte die Band „Arc-en-ciel“ mit Alain Legroux an der Gitarre und Barbara Lauer am Gesang. Unter den Gästen befanden sich neben zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern der Lisdorfer Vereine und des Saarlouiser Stadtrates auch Michael Scholl, Geschäftsführer der Union Stiftung. Im Anschluss an den offiziellen Teil klang die Veranstaltung bei einem gemütlichen Beisammensein aus.
Mit dem Kommunalpreis erhält das LisDORFhaus nicht nur eine finanzielle Unterstützung, sondern auch eine besondere öffentliche Anerkennung. Die Auszeichnung macht deutlich, wie aus einer gemeinsamen Idee durch Eigeninitiative, Zusammenhalt und ehrenamtlichen Einsatz ein Ort entstehen kann, der das gesellschaftliche Leben eines ganzen Stadtteils nachhaltig bereichert
Von links:
Thomas Hartz, Marc Speicher, Georg Jungmann, JR Hans-Georg Warken, Rudolf Müller, Herbert Germann, Raphael Schäfer, Michael Scholl
Foto: Dominik Eder
