Im Rahmen der Saarlouiser Orgeltage wurde der 11. Internationale Orgelkompositionswettbewerb im besonderen Ambiente der Dachterrasse des Theaters am Ring ausgezeichnet. Zugleich wurde zum siebten Mal der Kirchenmusikpreis der Europastadt Saarlouis verliehen.
Die Leiterin des Kulturamtes, Julia Hennings, hob die Bedeutung von Saarlouis für die internationale Kirchen- und Orgelmusik hervor: „Saarlouis hat sich als Insel der Kirchenmusik etabliert, die über die Landesgrenzen hinausstrahlt: Orgeln werden in Saarlouis seit Generationen mit Leidenschaft gebaut. Ihre Musik öffnet Räume wie kaum ein anderes Instrument und bringt uns Menschen zusammen. Genau das spiegeln die Saarlouiser Orgeltage und die Beteiligung von Komponisten aus aller Welt am Internationalen Orgelkompositionswettbewerb wider.“
Der traditionsreiche Wettbewerb wird alle drei Jahre vom Lisdorfer Förderverein „Klingende Kirche e.V.“ in Kooperation mit dem Kulturamt der Europastadt Saarlouis und dem Bistum Trier ausgerichtet.
In diesem Jahr gingen insgesamt 57 Kompositionen ein, davon 37 aus Deutschland. Die übrigen Beiträge stammten aus Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Schweden, der Tschechischen Republik und den Vereinigten Staaten von Amerika. Zugelassen waren neue, bislang unveröffentlichte Werke für Orgel in Verbindung mit einem Soloinstrument oder einer Gesangsstimme. In sechs anonymen Bewertungsrunden ermittelte die internationale Jury die drei Preisträger. Den ersten Preis erhielt der französische Komponist Hadrien Fournier, der mit „Feux d’artifice de Tanabata“ für Orgel und Trompete die Jury begeisterte. Die weiteren Platzierungen belegten Andreas Seemer-Koeper aus Deutschland mit „Aura“ für Sopran, Viola und Orgel sowie Samuel Gaskin aus Frankreich mit „Triptych“ für Mezzo-Sopran und Orgel.
Oberbürgermeister Marc Speicher gratulierte den Preisträgern und würdigte den Einsatz aller Beteiligten: „Als Europastadt lebt Saarlouis vom Austausch über Grenzen hinweg. Der Internationale Orgelkompositionswettbewerb bringt diesen Gedanken auf besondere Weise zum Ausdruck und bereichert bereits seit drei Jahrzehnten das kulturelle Leben in Saarlouis. Mein herzlicher Dank gilt allen, die mit ihrem Einsatz dazu beitragen, diese Tradition fortzuführen.“ Auch der Vorsitzende des Fördervereins „Klingende Kirche“, Manfred Boßmann, hob die gute Zusammenarbeit hervor und dankte für die langjährige Unterstützung des Wettbewerbs.
Den musikalischen Höhepunkt bildete das anschließende Preisträgerkonzert in der Lisdorfer Kirche. Dort brachte Hadrien Fournier seine mit dem ersten Preis ausgezeichnete Komposition „Feux d’artifice de Tanabata“ selbst zur Uraufführung.
Neben dem Orgelkompositionswettbewerb fand noch eine zweite Preisverleihung statt: Der 7. Kirchenmusikpreis der Europastadt Saarlouis. Dieser wird alle drei Jahre an Personen oder Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise um die Kirchenmusik in Saarlouis verdient gemacht haben. In diesem Jahr entschied sich die Jury einstimmig für den französischen Komponisten und Organisten Prof. Jean-Pierre Leguay. Der ehemalige, blinde Titularorganist der Kathedrale Notre-Dame in Paris war bereits mehrfach in Saarlouis zu Gast und widmete der Saarlouiser Orgel zudem ein eigenes Werk. Joachim Fontaine hielt die Laudatio auf den außergewöhnlichen Musiker und Komponisten, der weltweit für seine vielschichtige und ausdrucksstarke Improvisationskunst berühmt ist.
Im Rahmen der Preisverleihungen wurde erneut an den verstorbenen Dr. Thomas Daniel Schlee erinnert. Der renommierte österreichische Organist, Komponist und Musikwissenschaftler war langjähriges Jurymitglied des Orgelkompositionswettbewerbs und seit 2014 als Vorsitzender tätig. Durch sein außergewöhnliches Engagement in und für Saarlouis hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Europastadt zu einer anerkannten Adresse für anspruchsvolle Kirchenmusik entwickeln konnte. Für seine Verdienste erhielt er im Jahr 2023 den Kirchenmusikpreis der Stadt Saarlouis.
Die Preisträger des 11. Orgelkompositionswettbewerbes sind Hadrien Fournier, Andreas Seemer-Koeper sowie Samuel Gaskin. Mit ihren einzigartigen Werken überzeugten sie die internationale Jury.
Der Kirchenmusikpreis wurde in diesem Jahr an den französischen Komponisten und Organisten Prof. Jean-Pierre Leguay verliehen. Der außergewöhnliche Musiker war bereits mehrfach in Saarlouis zu Gast und widmete der Saarlouiser Orgel zudem ein eigenes Werk.
Fotos: Zoe Dillschneider
