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Hülsenfund im Saarlouiser Stadtteil Fraulautern

Zu Beginn der Bauarbeiten zur Umgestaltung des Pfarrgartens in Fraulautern wurde am Fuße des Denkmals für die Opfer der Weltkriege unter einer mit einem Kreuz gekennzeichneten Sandsteinplatte eine verlötete Munitionshülse gefunden. Die Stadt hatte einen Hinweis darauf erhalten, dass unter einer der Platten des Vorplatzes ein Zylinder mit Dokumenten hinterlegt sei.


Oberbürgermeister Peter Demmer ließ das Fundstück aus Sicherheitsgründen vom Kampfmittelräumdienst der saarländischen Polizei öffnen und warf gemeinsam mit dem Leiter des städtischen Museums einen Blick hinein.


Die Munitionshülse wurde abgesägt und mit einem flachen Deckel versehen, in diese wurde eine weitere Hülse eingelegt, die eine große Urkunde und sieben Münzen enthielt. Drei davon sind Französische Francs aus der Nachkriegszeit, Nennwerte: 1, 2 und 5 Francs. Die weiteren vier Münzen sind Saar- Franken, Nennwerte: 10, 20, 50 und 100 Saar-Franken.


„Zum Zeitpunkt der Grundsteinlegung war das Saarland zwar bereits politisch an die Bundesrepublik angegliedert, aber wirtschaftlich noch nicht. Der Saar-Franken war also noch das gültige Zahlungsmittel bis zum 05.07.1959. Die DM kam zum 06.07.1959. Die Saarländer erhielten für 100 Saar-Franken rund 85 Pfennig,. 1,-DM hatte den Gegenwert von 117,- Saar-Franken.“, erzählt Benedikt Loew, Leiter des städtischen Museums in Saarlouis.


Die Urkunde erzählt die Entstehung des Denkmals unter Nennung aller Beteiligten und wurde unterzeichnet von dem damaligen Bürgermeister Hubert Schreiner, dem Protektor Dr. Franz-Josef Röder und einem Vertreter des Denkmalausschusses.

Ihr Inhalt lautet wie folgt: 

URKUNDE

Im Jahre eintausendneunhundertachtundfünfzig p.Cn. als Professor Dr. Theodor Heuss Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Konrad Adenauer Bundeskanzler, Egon Reinert Ministerpräsident des Saarlandes, Erasmus Schmitt Landrat des Kreises Saarlouis, Hubert Schreiner Bürgermeister der Stadt Saarlouis, Alois Piroth Pastor von Fraulautern war, wurde dieses Ehrenmahl errichtet zum Gedenken der Opfer der

Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945

Das Ehrenmal steht an der selben Stelle wie das für die Toten des ersten Weltkrieges im Jahre 1923 von der Gemeinde Fraulautern erbaute und im Jahre 1944 durch Kriegseinwirkung zerstörte Kriegerdenkmal.

Am 14. Dezember 1956 wählten die Ortsvereine von Fraulautern auf Einladung der Vereinigung der Kriegsbeschädigten und -hinterbliebenen einen Denkmalausschuss, dem folgende Bürger angehörten. Ernst Eisenbarth, Josef Fritzen, Alfred Glaesner, Adolf Irsch, August Irsch, Peter Jacob, Peter Kirsch, Heinrich Ney, Alois Piroth, Erich Pohl, Nikolaus Recktenwald, Ernst Thimmel.

Entwürfe für das neue Ehrenmal wurden von allen Architekten des Stadtteils Fraulautern eingereicht. Eine Fachkommission empfahl die Ausführung des Entwurfes des Architekten Dr. Ing. Karl Hanus. Der Denkmalausschuss nahm diese Empfehlung einstimmig an und übertrug Dr. Hanus die Planung und Bauleitung. Die Bauarbeiten wurden ausgeführt:

Abbruch- und Erdarbeiten Freiw. Feuerwehr Fraulautern, Maurer- und Steinmetzarbeiten H.u.H. Hanus, Fraulautern, Lieferung des Gedenksteins und Verlegen der Bodenplatten Friedrich Göllner, Saarbrücken, Lieferung des Kreuzes Saarlouiser Glockengießerei, Beleuchtungsanlage Christoph Theobald, Fraulautern, Bildhauerarbeiten Nikolaus Simon, Saarlouis, Gärtnerische Gestaltung Stadtgärtnerei Saarlouis.

Die Finanzierung des Ehrenmals erfolgte durch Spenden der Bürger Fraulauterns, die durch die Ortsvereine gesammelt wurden, sowie durch Zuschüsse der Regierung des Saarlandes und der Stadt Saarlouis.

Das Ehrenmal wurde am 30. November 1958 unter dem Protektorat von Herrn Dr. Frant-Josef Röder, Minister für Kultus, Unterricht und Volksbildung, eingeweiht und in die Obhut der Stadt Saarlouis übergeben. Das Ehrenmal trägt den Gedenkspruch:

Das Band das uns hier bindet,

Löst weder Zeit noch Ort;

Was in dem Herrn sich findet,

Das währt in Ihm auch fort.

 

Saarlouis-Fraulautern,

den 30. November eintausendneunhundertachtundfünfzig. 

Munitions-Hülsen, Münzen und die Urkunde die 1958 unter einer Sandsteinplatte für die Nachwelt hinterlegt wurden. (Foto: Sophia Bonnaire)

Der Leiter des städtischen Museums, Benedikt Loew (links) und Oberbürgermeister Peter Demmer beim Betrachten des Inhaltes der Hülsen. (Foto: Sophia Bonnaire)