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„Die Welt der kleinen Dinge“ – Ausstellung Makrosophie in der Ludwig Galerie

56 großformatige Bildtafeln entführen in die Welt der kleinen Dinge: Moosflechten und mineralische Oberflächen sind da zu sehen, Nachtfalter, Blüten und Blattstrukturen. „Das Auge hat eine Ahnung, was es sein könnte“, sagt Thomas Wolf bei der Vernissage seiner gemeinsamen Ausstellung mit Bernd Seydel in der Ludwig Galerie Saarlouis. Es ist die erste Einzelausstellung der beiden Fotografen.

Seit sieben Jahren ergründen Seydel und Wolf mit ihrer „Makrosophie“ gemeinsam Form und Fotografie. „Makrosophie“, das ist ein Kunstwort aus klassischer Makrofotografie und ‚Sophie‘, der Weisheit. „Gibt es in der Natur Dinge, die wir nicht direkt sehen?“, fragt Seydel sinnbildlich für den Ansatz des Künstlerduos. „Unsere Künstlerhypothese ist, dass es 20 bis 30 Grundformen gibt, alles andere entsteht aus dem besonderen Zusammenspiel.“

Genau diese Grundformen sind es, die beide in ihren Objekten finden wollen. „Wir suchen klare, prägnante, deutliche Formen“, erklärt Seydel, wir betreiben echte fotografische Forschung.“
Angefangen hat alles vor sieben Jahren mit einem Ginko-Blatt: „Damals wurde in Oberhausen die Ausstellung ‚Wunder der Natur‘ vorbereitet“ erinnert sich Wolf. Er selbst sollte ein großformatiges Foto eines Ginko-Blattes beisteuern. Mit seinen ersten Versuchen war er selbst nicht zufrieden. „Bernd hatte eine bessere technische Ausstattung und entsprechendes Know How“, erzählt Wolf. Gemeinsam entstand dann jene Aufnahme, mit der nun auch die Ausstellung in der Ludwig Galerie eröffnet. Rund 650 Motive sind so über die Jahre entstanden.

„Unsere Objekte nehmen wir in einen ersten Augenschein, drehen und wenden, lesen die Form“, erklärt Seydel den Entstehungsprozess ihrer Fotografien. „Dann beginnt die Alchemie.“ Diese Alchemie, das ist das positive Ringen um das beste Bild. Ihre Werke entstehen im Studio mit Blitz und Stativ, perfekt ausgeleuchtet und in Szene gesetzt, die digitale Entwicklung erfolgt dann individuell mit Blick auf das Trägermedium auf dem das Foto abgebildet wird. Ganz unterschiedliche Materialien kommen dabei zum Einsatz, auch bei der Ausstellung in der Ludwig Galerie, darunter Fotopapier lustre, Aludibond, Chromaluxe oder Leinwand.

Die Ausstellung „Makrosophie“ in der Ludwig Galerie Saarlouis ist noch zu sehen bis einschließlich 6. November zu den üblichen Öffnungszeiten. Der Eintritt ist frei. Wie immer wird die Ausstellung ergänzt durch ein umfangreiches museumspädagogisches Rahmenprogramm. Zudem ist ein Katalog zur Ausstellung erschienen, der vor Ort in der Ludwig Galerie käuflich erworben werden kann.

Von links: Dr. Bernd Seydel, Dr. Claudia Wiotte-Franz und Thomas Wolf beim Künstlergespräch anlässlich der Ausstellungseröffnung von „Makrosphie“ in der Ludwig Galerie Saarlouis. Fotos: Sascha Schmidt

OB Peter Demmer eröffnete die Vernissage. Fotos: Sascha Schmidt