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AUSFLUG am 05.07.2024 in den DFG Saarbrücken mit der AG Klimastark Roden, Anmeldung: 0173 6807528, anna.richter@saarlouis.de

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Baumstandorte und Straßenbau im Einklang

In einer schnelllebigen Stadt mit hektischem Alltag steht der langlebige Baum als Ruhepol. Die Pflanzung von Bäumen in der Innenstadt ist in einiger Hinsicht erstrebenswert aber stößt in der Umsetzung doch immer wieder auf etliche Hindernisse. Meist stehen Baumstandort und innerstädtischer Straßenbau nicht wirklich im Einklang. Die hohe Anzahl an versiegelten Flächen und verdichteten Böden verringern die Zufuhr von Nährstoffen und Wasser und aus Platznot hervorgerufene Wurzeldurchbrüche erhöhen das Risiko für Bürgerinnen und Bürger.

Beigeordneter und Werkleiter des Neuen Betriebshofes Saarlouis (NBS) Günter Melchior: „Die Straße Am Kleinbahnhof ist zu 100 % versiegelt – deshalb haben wir diesen Bereich als Referenz ausgesucht. Gerade in solch ein schwieriges Umfeld müssen wir Hochgrün integrieren. Dabei gilt es alle Ansprüche an potentielle Baumstandorte zu berücksichtigen.“

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden hat der Leiter der Abteilung für Grünflächen des NBS, Dietmar Esser, zusammen mit seinen Mitarbeitern in der Straße „Am Kleinbahnhof“ nun ein neues Tool installiert, das dabei helfen soll die Baumpflanzungen auch wieder auf scheinbar nicht begrünbaren Flächen in der Innenstadt zum festen Bestandteil zu machen.

Es wurden große rechteckige Gruben innerhalb der gepflasterten Parkfläche ausgehoben, um dort ein sogenanntes Baumdepot zu integrieren. Vereinfacht ausgedrückt ist dies ein unterirdisches Gerüst für Bäume, ausgelegt für maximale Verkehrsbelastung. Die verwendeten Systeme bieten darüber hinaus überdurchschnittlich viel durchwurzelbaren Raum der ganz einfach mit Substrat aufgefüllt werden kann. So findet der Baum dort ideale Wachstumsbedingungen vor, denn auch für ausreichende Belüftung und die benötigte Wasserzufuhr ist die Konstruktion ausgelegt.

„Als Besonderheit und großen Vorteil der gewählten Bauweise ist unter anderem sicherlich der nach Abschluss der Arbeiten geringe oberirdische Platzbedarf des Baumdepots.“, so Esser. Trotz des unterirdischen Volumens von hier circa 12 Kubikmeter wird nach Abschluss der Arbeiten nur eine Stahlplatte von etwa einem Quadratmeter mit Baum in der ansonsten versiegelten Fläche zu erkennen sein. Die Systeme können in Fahrbahnen, Parkplätzen etc. eingebaut werden ohne einen nennenswerten Verlust an beispielsweise Park- oder Verkehrsfläche zu generieren. Hierdurch könnten auch schwierige, durch den ständig wachsenden Verkehr stark frequentierte Standorte mit Bäumen bepflanzt werden und diese hätten trotzdem die Chance über einen langen Zeitraum vital und gesund zu ansehnlichen Bäumen heranzuwachsen.

Die Baumdepots können unterirdisch beliebig groß gebaut werden, die Form kann mit Rücksicht auf spezielle Gegebenheiten wie z.B. unterirdische Versorgungsleitungen variiert werden. Mehrere Depots können auch miteinander verbunden werden, um so für den einzelnen Baum ein noch größeres durchwurzelbares Volumen bereitzustellen.

Günter Melchior: „Wir sind in einem Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ mit dem Projekt „Straßenbäume und Wasserrückhalt in Klimahotspots von Saarlouis“ aufgenommen worden – Förderquote 1.020.000 €. Der Ansatz Hochgrün im Straßenraum in Saarlouis wird kontinuierlich weitergeführt.“

Der Baubereich mit der Aussparung für den Baum, der in der versiegelten Fläche seinen Platz finden soll.(Foto: Dietmar Esser)

Die Baugrube mit Substrat aufgefüllt. (Foto: Dietmar Esser)

Der unterirdische Aufbau in einer der Baugruben (Foto: Dietmar Esser)