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04.08.2026

Blühflächen der Europastadt: Gezielte Maßnahme zur Förderung der ökologischen Balance

Blühflächen in der Europastadt waren Thema eines gemeinsamen Rundgangs durch den Saarlouiser Stadtgarten. Fachleute des Neuen Betriebshofs erläuterten Oberbürgermeister Marc Speicher, Bürgermeister Carsten Quirin und Beigeordnetem Gerald Purucker die unterschiedlichen Pflanzkonzepte, ihre Entwicklung im Jahresverlauf sowie die Anforderungen an ihre Pflege.

Während im Gemeinschaftsgarten am Pavillon angelegte Staudenbeete mit Rosen, Lavendel und Taglilien das Bild prägen, setzen andere Bereiche auf naturnahe Blühflächen. Was für Spaziergängerinnen und Spaziergänger auf den ersten Blick ungepflegt oder vertrocknet wirken mag, ist eine gezielte Maßnahme zur nachhaltigen Pflege.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Neuen Betriebshofes (NBS) lassen sowohl bei Mäharbeiten mit Handmähern als auch mit Mähtraktoren gezielt kleinere und größere Flächen mit blühenden Wildkräutern als Inseln vom Mähen aus. Diese Flächen bleiben bis zur Aussamung erhalten, um die Blühkraft der Wiesen langfristig zu sichern. Die Maßnahme trägt zum Insektenschutz sowie dem Artenschutz bei und fördert dadurch die ökologische Balance. Denn hierdurch werden den pollen- und nektarsammelnden Insekten weiterhin Nahrungsquellen geboten.

„Gerade im Sommer werden wir häufig gefragt, warum manche Pflanzen so aussehen und trotzdem stehen gelassen werden. Viele Stauden befinden sich nach der Blüte bereits in einer anderen Entwicklungsphase und auch das Stehenlassen der Wildkräuter auf den Wiesenflächen ist eine bewusste Entscheidung. Das ist kein Zeichen mangelnder Pflege, sondern ein ganz natürlicher Prozess“, erklärte Dietmar Esser, Abteilungsleiter Grünflächen der Europastadt Saarlouis.

Ein Beispiel ist eine große Fläche entlang der Holzendorffer Straße, die mit über 1,50 Meter hohem Wiesen-Kerbel bewachsen war. Die weißen Doldenblüten ziehen viele Insekten an und bieten auch Halmbrütern Schutz. Erst nachdem die Pflanzen gänzlich abgetrocknet und den Großteil der reifen Samen abgeworfen hatten, wurde die Fläche gemäht. Auf diese Weise kann sich der Bestand von Jahr zu Jahr ausbreiten und zahlreichen Insekten Nahrung und Schutz bieten.

„Wer versteht, wie sich Pflanzen entwickeln und welchen Beitrag sie zum ökologischen Gleichgewicht leisten, nimmt den Stadtgarten mit anderen Augen wahr“, erklärte Oberbürgermeister Marc Speicher.

Der Rundgang bot Gelegenheit, die vielfältigen Aufgaben des Neuen Betriebshofs im Bereich der Grünflächenpflege kennenzulernen. Dabei zeigte sich das Fachwissen hinter der Auswahl geeigneter Pflanzen und ihrer Pflege und wie sich das Erscheinungsbild der Anlagen im Laufe der Jahreszeiten auf natürliche Weise verändert.