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18.09.2026

Gedenken an Samuel Yeboah

35 Jahre liegt die Nacht vom 19. September 1991 zurück: In dieser Nacht wurde Samuel Yeboah bei einem rassistisch motivierten Brandanschlag in Fraulautern ermordet. 18 weitere Bewohner, die zum Tatzeitpunkt in der Unterkunft waren, konnten sich, teils schwer verletzt, vor den Flammen in Sicherheit bringen.

„Der menschenverachtende Brandanschlag von 1991 und der gewaltsame Tod eines jungen Menschen in unserer Mitte sind für uns immerwährende Mahnung zum Erinnern, zum Gedenken und dafür, sich gegen Extremismus jeder Art und für Nächstenliebe in unserer Gesellschaft stark zu machen“, sagt OB Marc Speicher. „Demokraten müssen zusammenhalten.“

 

„Demokraten müssen zusammenhalten“

Anlässlich des bevorstehenden 35. Todestages von Samuel Yeboah legten Oberbürgermeister Marc Speicher, Bürgermeister Carsten Quirin, Lisa Geimer-Klein als Vertreterin des Saarlouiser Stadtrates sowie der Sprecher des Integrationsbeirates, Patrizio Maci, Patrick Waldraff MdL, stellvertretender Vorsitzender des Untersuchungsausschusses im Fall Yeboah, sowie Vertreter der Aktion 3. Welt Saar an dessen Grab Kränze und Blumen nieder. Ein Gedenken, mit dem die Europastadt an das Leiden der Opfer erinnert und an den viel zu langen Weg, den die Betroffenen und ihre Angehörigen zurücklegen mussten, bis die Tat und ihre Hintergründe endgültig aufgeklärt wurden.

"Bei der Aufarbeitung des Mordes an Samuel Yeboah ist viel Positives passiert“, sagt Gertrud Selzer vom Vorstand der Aktion 3. Welt Saar. „Wir haben es politisch erstritten, dass seit 2020 seriös ermittelt wurde, dass es zwei Prozesse vor dem Oberlandesgericht in Koblenz gab sowie dass der Landtag einen Opferentschädigungsfonds, einen Untersuchungsausschuss und einen Antirassismus-Beauftragten einsetzte. Das sind konkrete Verbesserungen. Auch das Aufstellen der Gedenktafel im Rathaus Saarlouis zur Erinnerung an den rassistischen Mord durch OB Marc Speicher und die Entschuldigung des langjährigen Polizeipräsidenten Norbert Rupp im April 2022 für das polizeiliche Versagen gebühre Respekt und Anerkennung."

Die Gedenktafel aus Sandstein wurde vergangenes Jahr auf Wunsch von OB Speicher durch die Aktion 3. Welt als Dauerleihgabe an die Stadt überreicht. Entstanden ist die Tafel anlässlich des zehnten Jahrestages dieser schrecklichen Tat, 2001 wurde sie bereits kurz am Rathaus angebracht und seinerzeit verwaltungsseitig wieder entfernt. Sie ist nun dauerhaft im Foyer des Rathauses zu sehen und erinnert dort an Samuel Yeboah und die Betroffenen des Brandanschlages vom 19. September 1991.

Gemeinschaftliches Gedenken an Samuel Yeboah und die Betroffenen des rassistischen Brandanschlages in Fraulautern. Fotos: Sascha Schmidt