Die Europastadt Saarlouis hat die Jury des 11. Internationalen Orgel-Kompositionswettbewerbs sowie den Vorstand des Fördervereins Klingende Kirche Saarlouis-Lisdorf e.V. im Rathaus empfangen. Beigeordneter Gerald Purucker begrüßte die Gäste und würdigte die internationale Bedeutung des Wettbewerbs und seine Strahlkraft für die Stadt.
„Wir sind stolz, dass Sie nach Saarlouis gekommen sind und mit Ihrem Engagement dazu beitragen, dass unsere Stadt weit über die Region hinaus als bedeutender Ort für anspruchsvolle Kirchenmusik wahrgenommen wird“, sagte Purucker. Sein Dank galt insbesondere den Jurymitgliedern, dem Förderverein sowie allen Beteiligten, die den Wettbewerb seit vielen Jahren mit großem ehrenamtlichem Einsatz tragen.
Der traditionsreiche Wettbewerb des Fördervereins wird seit 30 Jahren im Dreijahresrhythmus in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Saarlouis und dem Bistum Trier veranstaltet und zählt zu den kulturellen Höhepunkten der Europastadt. In diesem Jahr wurden 57 Kompositionen aus zehn Ländern eingereicht – mehr als beim Wettbewerb 2023. Teilnahmeberechtigt waren neue, bislang unveröffentlichte Werke für Orgel in Verbindung mit Gesangsstimme oder Soloinstrument.
Die Leiterin des Kulturamtes, Julia Hennings, betonte die besondere Stellung der Stadt in der internationalen Orgelwelt: „Saarlouis ist zu einem Zentrum der Orgelmusik geworden. Wer hier ausgezeichnet wird, kann einen großen Sprung in der Musikwelt machen.“ Zugleich hob sie die besondere Atmosphäre des Wettbewerbs hervor, die von Freundschaft, Verbundenheit und großem persönlichem Engagement geprägt sei.
Überschattet wurde der diesjährige Wettbewerb vom Tod des langjährigen Juryvorsitzenden Dr. Thomas Daniel Schlee. Der renommierte österreichische Organist, Komponist und Musikwissenschaftler war seit dem ersten Saarlouiser Orgel-Kompositionswettbewerb 1996 Mitglied der internationalen Jury und leitete diese seit 2014 als Vorsitzender. Durch sein außergewöhnliches Engagement hat er maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Europastadt Saarlouis zu einer anerkannten Adresse für anspruchsvolle Kirchenmusik entwickeln konnte. Für seine Verdienste erhielt er im Jahr 2023 den Kirchenmusikpreis der Stadt Saarlouis.
Im Rahmen eines Gedenkkonzerts erinnerte der Förderverein Klingende Kirche gemeinsam mit der Europastadt Saarlouis sowie Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern, Musikerinnen und Musikern an das Leben und Wirken Schlees. Als bleibendes Zeichen der Erinnerung soll zudem eine Pfeife der Orgel in Saarlouis-Lisdorf künftig seinen Namen tragen.
Die internationale Bedeutung des Wettbewerbs spiegelt sich auch in der hochkarätigen Besetzung der Jury wider: Den Vorsitz der siebenköpfigen Jury übernahm in diesem Jahr interimsweise Prof. Thierry Escaich, Titularorganist der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Zur Jury gehörten außerdem Prof. Vincent Dubois, ebenfalls Titularorganist an Notre-Dame de Paris, die Komponistin und Hochschulprofessorin Prof. Violeta Dinescu, die Komponisten und Organisten Prof. Pier Damiano Peretti und Prof. Daniel Glaus sowie der Musiker, Komponist und Radiomoderator Roland Kunz und Markus Schaubel, Regionalkantor und Leiter der Fachstelle Kirchenmusik Saarlouis.
Die Jury entschied nach mehreren Bewertungsrunden über die Vergabe der Preise. Der erste Preis ging an den französischen Komponisten Hadrien Fournier für seine Komposition „Feux d’artifice de Tanabata“ für Orgel und Trompete. Der zweite Preis wurde Andreas Seemer-Koeper aus Dortmund für „Aura“ für Sopran, Viola und Orgel zugesprochen. Den dritten Preis erhielt Samuel Gaskin aus Frankreich für „Triptych“ für Mezzo-Sopran und Orgel.
Die Uraufführung der mit dem ersten Preis ausgezeichneten Komposition erfolgt im Rahmen der Saarlouiser Orgeltage am 24. Oktober 2026 in der Katholischen Kirche Saarlouis-Lisdorf.
