Gesine Cukrowski zählt zu den renommiertesten deutschen Schauspielerinnen in Film, Fernsehen und Theater. Auf Einladung der Stadtbibliothek Saarlouis, der Buchhandlung Bock & Seip und des Zonta Club Saarlouis e.V. stellt sie am Donnerstag, 5. März 2026 im Theater am Ring Saarlouis ihr erstes Buch „Sorry Tarzan, ich rette mich selbst : Raus aus der Klischeefalle“ vor.
Der Kulturbetrieb liebt junge Heldinnen, starke Mütter und alte Weise – nur Frauen mittleren Alters kommen in seinen Erzählungen kaum vor. Mit „Sorry Tarzan, ich rette mich selbst : Raus aus der Klischeefalle“ legt die Schauspielerin Gesine Cukrowski ein Buch vor, das genau diese Leerstelle sichtbar macht. Bei der Lesung im Theater am Ring rückt sie jene Mechanismen ins Licht, mit denen Kultur und Medien weibliche Biografien sortieren, bewerten und aussortieren.
Bekannt ist Gesine Cukrowski seit vielen Jahren als Schauspielerin aus Film, Fernsehen und Theater. Ihre berufliche Laufbahn umfasst zahlreiche Produktionen, in denen sie sehr unterschiedliche Frauenfiguren verkörperte. Cukrowski spielte die Gerichtsmedizinerin Dr. Judith Sommer in der Krimiserie „Der letzte Zeuge“ an der Seite von Ulrich Mühe und Jörg Gudzuhn. In der Krimiserie „Letzte Spur Berlin“ spielte sie von 2015 bis 2022 die Ehefrau von Kriminalhauptkommissar Oliver Radek. Seit Februar 2023 verkörpert sie die Hauptrolle der Schweriner Hotelchefin Eva de Vries in der ZDF-Vorabendserie Hotel Mondial.
Parallel zu ihrer Arbeit vor der Kamera entwickelte sich bei ihr zunehmend ein kritischer Blick auf die Art und Weise, wie Frauen dargestellt werden. Diese Erfahrungen bilden einen zentralen Ausgangspunkt ihres Buches. Cukrowski schreibt aus der Innensicht eines Kulturbetriebs, der Frauen gern feiert, solange sie jung, begehrenswert oder dekorativ klug sind. Danach wird es still. Männer dürfen altern, Frauen verschwinden. Nicht aus Böswilligkeit, sondern aus Gewohnheit. Das macht die Sache komplizierter und politischer.
Cukrowski argumentiert nicht theoretisch, sondern aus Erfahrung. Ihre Beobachtungen lassen sich mühelos über die Filmbranche hinaus lesen – als Kommentar zu einer Gesellschaft, die Gleichberechtigung gern behauptet, solange sie nichts kostet. Seit mehreren Jahren engagiert sie sich öffentlich für eine differenziertere Darstellung von Frauen in den Medien. Gemeinsam mit der Journalistin Silke Burmester initiierte sie die Initiative „Let’s Change the Picture“, die sich für mehr Vielfalt und Realismus bei der Darstellung von Frauen einsetzt. Für dieses Engagement erhielten sie den Ehrenpreis Inspiration des Deutschen Schauspielpreises. Im März 2025 wurde Gesine Cukrowski für ihr langjähriges Eintreten für Frauenrechte und Gleichstellung mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Die Lesung in Saarlouis stellt Fragen nach Sichtbarkeit, Relevanz und kultureller Bequemlichkeit. Und sie erinnert daran, dass Veränderung nicht immer laut beginnt. Manchmal reicht nur ein Satz oder eine Absage an Tarzan.
Gesine Cukrowskis Buch ist kein Ratgeber und keine Abrechnung, sondern ein präziser Blick auf die Mechanik kultureller Bilder. Es fragt, warum Selbstbestimmung noch immer als Ausnahme gilt und warum weibliche Biografien so oft ein unsichtbares Ablaufdatum tragen. Die Pointe liegt im Titel: Wer sich selbst rettet, entzieht sich einem Narrativ, das lange als selbstverständlich galt.
Die Lesung in der Stadtbibliothek Saarlouis ist damit weniger Literaturabend als leise Intervention. Tarzan wird nicht bekämpft. Er wird schlicht nicht mehr gebraucht.
Die Veranstaltung der Stadtbibliothek Saarlouis und der Buchhandlung Bock & Seip in Kooperation mit Zonta Club Saarlouis e.V. findet am Donnerstag, 5. März 2026 um 19:00 Uhr im Theater am Ring (Kaiser-Friedrich Ring 26, 66740 Saarlouis) statt. Einlass ist um 18:30 Uhr.
Karten zum Preis von 16 € (ermäßigt 14 €) gibt es bei der Buchhandlung Bock & Seip und den Vorverkaufsstellen von Ticket Regional. Online sind die Karten unter www.ticket-regional.de erhältlich.
