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Galette des Rois: „In Saarlouis ist jeder Tag Elysée-Tag“

Es ist ein Dankeschön, ein Empfang in familiärer Atmosphäre, aber vor allem – ein Moment gelebter Deutsch-Französischer Freundschaft in Saarlouis: Die Galette des Rois. Nachdem die Feier in den vergangenen Jahren pandemiebedingt entfallen musste, lud Familie Bouchon in diesem Jahr erstmals wieder ins Rathaus, um ihren Gästen hier mit dem beliebten Königskuchen für die gute Zusammenarbeit zu danken.

„Wir haben es geschafft, die Brücken der Freundschaft aufrecht zu erhalten“, erklärte die französische Honorarkonsulin Myriam Bouchon – und das auch trotz der Herausforderungen der Pandemie und angesichts von Unsicherheit und Ängsten durch den Krieg in der Ukraine. In ihrer Ansprache dankte sie den anwesenden Gästen aus Stadtpolitik und Verwaltung, von Bundeswehr, Polizei und aus den Schulen sowie OB Peter Demmer und dem französischen Generalkonsul Sébastien Girard.

Der Empfang stand ganz im Zeichen der 60-Jahr-Feier zur Unterzeichnung des Elysée-Vertrages. Der Vertrag, mit dem Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulles am 22. Januar 1963 die deutsch-französische Zusammenarbeit festschrieben, sollte ein Meilenstein werden auf dem Weg, freundschaftliche Beziehungen zwischen beiden Nationen aufzubauen.

Beziehungen, die auch in Saarlouis von Bedeutung sind, wie OB Peter Demmer betonte. „In Saarlouis ist jeder Tag Elysée-Tag“, sagte der Verwaltungschef und erinnerte an die vielfältigen Beziehungen der Stadt nach Frankreich, darunter die Jungen Boschafter als Projekt des Deutsch-Französischen Freiwilligendienstes, den Besuch der Schülermusikgruppe „Les Irréductibles“ aus Saint-Nazaire im Dezember oder auch den Besuch des Verwaltungschefs beim Neujahrsempfang in Longwy.

Honorarkonsulin Myriam Bouchon bedankte sich für gute Zusammenarbeit im Sinne der Deutsch-Französischen Freundschaft und berichtete über die Arbeit der Agence Consulaire in Saarlouis. Fotos: Petra Molitor

Zudem wurde im Rahmen der Galette des Rois ein Fotowettbewerb prämiert, den das Saarlouiser Gymnasium am Stadtgarten gemeinsam mit der Jungen Botschafterin Inès Zerrouqa anlässlich des Elysee-Jubiläums durchgeführt hat.

Mit der Galette des Rois hat Michel Bouchon, Vater und Amtsvorgänger von Honorarkonsulin Myriam Bouchon, gemeinsam mit seiner Frau Charlotte bereits vor Jahren ein französisches Brauchtum in Saarlouis eingeführt. Ein willkommener Anlass zum Austausch, aber auch, um in diesem Rahmen auf das deutsch-französische Miteinander im Großen wie im Kleinen hinzuweisen. Auch um die Arbeit der Agence Consulaire ging es dabei, die in den vergangenen Monaten unter anderem durch die Auswirkungen der neuen Bestimmungen für den Austausch französischer Ausweise sowie durch die Umstrukturierung französischer Rentenkassen geprägt gewesen sei.

In Saarlouis ist jeden Tag Elysée-Tag, betonte OB Peter Demmer und berichtete von aktuellen Projekten mit der Partnerstadt Saint-Nazaire und dem Besuch beim Neujahrsempfang in Longwy.

Myriam Bouchon und ihr Vater Michel Bouchon, Honorakonsul a.D., präsentieren die Galette des Rois, den französischen Königskuchen – ein Blätterteiggebäck, in dessen Füllung aus Marzipan sich eine kleine Porzellanfigur befindet. Wer die sogenannte „Fève“ findet, wird für den Abend zu König oder Königin gekrönt.

Von links: Der französische Generalkonsul Sébastien Girard, Honorarkonsulin Myriam Bouchon und OB Peter Demmer.