OB Marc Speicher bei seiner Ansprache anlässlich der Auszeichnung im Europarat.
Palais de l´Europe in Straßburg: Hier fand die Preisverleihung statt.
Der Preis wurde vom Vorsitzenden des Unterausschusses für den Europapreis, Miloš Konatar, überreicht. Foto: Europarat
„Die wechselvolle Geschichte ist Teil unserer Identität und lässt uns vor allem eines: europäisch denken und europäisch fühlen“, erklärte OB Speicher in seiner Ansprache vor Ort im Europarat in Straßburg und hob dabei auch die ausgeprägte Verbundenheit zu den direkten Nachbarn Frankreich und Luxemburg hervor. „Saarlouis ist die einzige Stadt, die von einem französischen König gegründet wurde, meine Oma, geboren 1914, hatte fünf verschiedene Nationalitäten und lebte dabei doch immer in Saarlouis.“
Meilenstein in Straßburg
„Europa besteht nicht nur durch seine Institutionen“, betonte Miloš Konatar, Vorsitzender des Unterausschusses für den Europapreis an diesem Tag in seiner Festrede. „Es entsteht Tag für Tag in unseren Städten, in unseren Gemeinschaften und Dank des Engagements von lokalen Mandatsträgern.“ Die Auszeichnung in Straßburg: „Ein wichtiger Meilenstein für die Preisträger“, sagte Konatar. „Die Verleihung der Europäischen Diploms erkennt die Leistungen der ausgezeichneten Städte für Europa an und ermutigt dazu, auch in Zukunft weiterhin Initiativen zu entwickeln, um das europäische Miteinander zu stärken. Mit der Preisverleihung feiern wir das europäische Engagement, die tägliche Arbeit und die Entschlossenheit der Städte, Brücken zu bauen.“
In Saarlouis nehmen dabei die Städtepartnerschaften einen besonderen Stellenwert ein, erklärte Speicher. „Wir sind stolz auf fast 60 Jahre intensive Partnerschaft mit Saint-Nazaire, das als eine der letzten Städte in Europa befreit wurde und ganz besonders unter der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zu leiden hatte.“ Vor 40 Jahren hat Saarlouis die historische erste deutsch-deutsche Städtepartnerschaft mit Eisenhüttenstadt initiiert – „eine Partnerschaft, die wie andere frühe deutsch-deutsche Bündnisse, zur Annäherung von West und Ost und damit auch zur Einigung Europas beigetragen hat.“ Das jüngste Städtebündnis geht auf eine der ersten Maßnahmen Speichers als neuer OB zurück: „Obwohl unsere neue Partnerschaft noch kein Jahr alt ist, hat sie eine lange Vorgeschichte. Aufgrund der großen italienischen Zuwanderung ist unsere italienische Community eine der größten der Region – diese würdigen wir mit der Begründung unserer Partnerschaft mit Favara.“
„Europa wird in den Kommunen gelebt“
„Europa wird in den Kommunen gelebt, von den Menschen vor Ort“, hob Speicher hervor. „Deshalb freue ich mich, dass unser Stadtrat meinem Vorschlag einstimmig gefolgt ist: Saarlouis trägt nun die offizielle und rechtsverbindliche Bezeichnung „Europastadt“. Dies ist sowohl in Bekenntnis zum Einsatz für die europäische Idee, aber auch eine Selbstverpflichtung: Wir werden diesen europäischen Weg konsequent weitergehen.“
An der offiziellen Feierstunde im Europarat nahmen neben Konatar und den Vertretern der ausgezeichneten Städte auch die Generalsekretärin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Despina Chatzivassiliou, sowie die Bürgermeisterin von Straßburg, Catherine Trautmann, teil. Am Abend wurde die Delegation zudem zu einem Empfang im Rathaus von Straßburg eingeladen.
Die Delegation aus Saarlouis zusammen mit Miloš Konatar und Prisca Barthel vom Europarat beim Empfang im Rathaus von Straßburg.
Preisträger aus ganz Europa wurden ausgezeichnet. Foto: Europarat
Großer Saal der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
